Der Uferweg am Mittellandkanal soll in den Stadtbezirken Hannovers Misburg-Anderten, Bothfeld-Vahrenheide und Buchholz-Kleefeld saniert und auf einer Seite durchgängig asphaltiert werden. Das Vorhaben basiert auf einem Antrag von SPD, FDP und Grünen. Der Weg soll so verstärkt durch Radfahrer als Verbindung im Berufsverkehr genutzt werden können. Asphalt bietet weniger Rollwiderstand als Schotter, sodass Radfahrer höhere Geschwindigkeiten erreichen können.

Die zuständigen Stadtbezirksräte haben dem Vorhaben bereits zugestimmt. Nun müsste die Landeshauptstadt Hannover aber noch einen Antrag bei der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) stellen, in deren Besitz sich der Weg befindet.

Wir fordern: Der Mittellandkanal ist ein wichtiges Naherholungsgebiet für Fußgänger, auch in Begleitung von Kindern oder Hunden, und ein Rückzugsort für viele Wasservögel - und keine Radrennstrecke. Der Weg darf nicht asphaltiert werden!

nähere Informationen: s. Begründung

Begründung

Schon jetzt verhalten sich viele Radfahrer sehr rücksichtslos gegenüber Fußgängern, die auf dem Uferweg spazieren gehen. Wer nicht schnell genug ausweicht, wird aus dem Weg geklingelt oder geschnitten und beinahe überfahren. In ständiger Habachtstellung zu sein, verleidet einem jeden friedlichen Spaziergang am Mittellandkanal. Dennoch signalisiert der Schotterweg bisher zumindest noch, dass Fahrradfahrer dort nicht automatisch Vorfahrt haben.

Hohe Geschwindigkeiten und das selbstbezogene Verhalten vieler Radfahrer stellen eine große Gefahr für kleine Kinder und Hunde dar, die dazu neigen, plötzlich loszulaufen und so leicht von vorbeirasenden Fahrrädern überfahren oder erschreckt werden können.

Schließlich ist auch jetzt schon häufig zu beobachten, dass Radfahrer keine Rücksicht auf die am Mittellandkanal lebenden Wasservögel nehmen. Dazu zählt auch das auf der Roten Liste stehende Teichhuhn. Diese Tiere würden schon durch den Baulärm bei Errichtung des Weges gestört. Im Frühjahr halten sich häufig Graugänse mit ihren Küken auf oder an dem Uferweg auf, ruhen sich dort aus oder fressen Kräuter. Viele Radfahrer übersehen oder ignorieren die unerfahrenen und kleinen Küken und fahren mit hoher Geschwindigkeit an den Brut- und Rastplätzen vorbei.

Eine Asphaltierung des Uferweges würde all diese Probleme noch verschlimmern. Alle anderen Nutzer würden zu Gunsten der Radfahrer verdrängt.

Zudem führt die Asphaltierung zur Versiegelung des Weges. Regenwasser kann dann nicht mehr abfließen und versickern, die natürliche Verdunstung wird vermindert und der Boden kann nicht mehr als Speicher und Puffer dienen. Hochwasser steigt dadurch schneller an und der Grundwasserspiegel sinkt.

Außerdem würde eine Asphaltierung des Weges zu enormen Kosten führen. Nach einer Schätzung der Verwaltung betragen diese für das gesamte Stadtgebiet etwa 14 Mio. Euro.

Zusätzlich würde ein Winterdienst notwendig werden, da ein asphaltierter Weg bei Glätte anders als der bisherige Schotterweg nicht mehr befahrbar ist. Dies würde zusätzliche Kosten verursachen. Zudem setzt aha in Hannover nach wie vor das umweltschädliche Streusalz ein.

Obwohl dies bisher nicht explizit beschlossen würde, ist aufgrund der Angaben der SPD gegenüber der Verwaltung zu befürchten, dass der Weg im Rahmen der Asphaltierung auch auf Kosten des Grünstreifens am Ufer auf 3 Meter verbreitert werden wird. Bisher ist er an vielen Stellen nur knapp 2 Meter breit.

Schließlich ist schon fraglich, ob eine Asphaltierung oder auch nur umfangreiche Sanierung des Weges überhaupt erforderlich ist. Das Wasser- und Schifffahrtsamt Braunschweig (WSA) sah hier auf eine Anfrage der SPD-Fraktion des Bezirksrats Bothfeld-Vahrenheide aus betrieblicher Sicht keine Notwendigkeit.

nähere Informationen:

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Carolin Dörr aus Hannover
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Neuigkeiten

  • Liebe Unterstützer*innen,

    kurz vor dem Ende der Unterschriftensammlung gibt es schlechte Nachrichten:
    In den letzten Wochen fanden Ehrenamtliche vom Netzwerk Taubenrettung Hannover e.V. mehrere verletzte Wildvögel am Kanal. Am vergangenen Donnerstag Nachmittag wurde sogar ein junges Teichhuhn absichtlich von einem Radfahrer überfahren und verstarb kurz darauf. Der Verein sucht Zeugen für eine Strafanzeige, mehr Informationen hier:
    www.facebook.com/netzwerk.taubenrettung/

    Auch angesichts dessen möchte ich euch bitten, die Petition bis zum 22. Juli noch fleißig im Familien- und Freundeskreis zu teilen, sodass wir bis dahin noch 400 Unterschriften zusammen bekommen. (Man kann auch Unterschriftenlisten ausdrucken, unterschreiben und einscannen!)

    Die Übergabe an OB Schostok wird im Rahmen einer Bürgersprechstunde erfolgen. Sollten erst nach der Sommerpause wieder Termine vergeben werden, verlängere ich die Laufzeit der Petition eventuell noch.

    Vielen Dank für euer Engagement!

Pro

Ich hätte eine ganze Liste an Pro - Argumenten: - nicht nach Priorität sortiert - - kein Winterdienst: Schotterweg ist bei Glätte immer noch Nutzbar, Asphaltbelag nicht - hohe Folgekosten für Instandhaltung und Winterdienst - Asphalt suggeriert Vorfahrt für Fahrradfahrer - Rollwiderstand des Belags ist nur für Rennrädern von Bedeutung, die gehören allerdings auf die Straße. Somit ist es Verschwendung von Steuergeldern einen Weg der durchaus für Fahrräder nutzbar ist umfassend zu modernisieren. - Fußgänger und Schell-Radfahrer können auf ca. 3,5m Wegbreite nicht koexistieren.

Contra

Nun nochmal bezogen auf die Radnutzung In der aktuellen Situation mit Feinstaub, CO2 etc. sollte doch jeder glücklich darüber sein, dass das ökologische Fortbewegen durch Ausbau der Infrastruktur gefördert wird. Es wird immer rücksichtslose Fahrradfahrer, Fußgänger, Autofahrer... geben. Dies ist nicht zu ändern. Viel mehr sollte man in diesem Ausbau die CHANCE sehen, dass sich in Zukunft der Fahrradverkehr auf einer Seite bündelt und die andere Seite „sicherer“ ist, da dort wahrscheinlich keine Fahrradfahrer unterwegs sein werden. ????