Region: Mannheim

Mannheim glüht schon: Friedrichspark retten statt zubetonieren!

Petition richtet sich an
Landtag von Baden-Württemberg (Petitionsausschuss), Gemeinderat und Oberbürgermeister der Stadt Mannheim

89 Unterschriften

3 %
60 von 2.400 für Quorum in Mannheim Mannheim

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  1. Gestartet 12.07.2026
  2. Sammlung noch > 5 Monate
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Petition richtet sich an: Landtag von Baden-Württemberg (Petitionsausschuss), Gemeinderat und Oberbürgermeister der Stadt Mannheim

Begründung:
Mannheim gehört zu den am stärksten versiegelten Städten Deutschlands. In Zeiten der Klimakrise das bestehende Grün im Friedrichspark für massive Universitätsbauten zu opfern, ist ein schwerer Fehler für das Stadtklima.
Vertreter der Politik betonen oft, dass im ersten Schritt lediglich ein nachhaltiges Gebäude in Holz-Hybridbauweise errichtet werden soll. Ein Blick in die offiziellen Rahmenpläne und Beschlüsse zeigt jedoch die Realität: Dieses Gebäude ist nur der erste Schritt einer stufenweisen Gesamtbebauung, die insgesamt drei massive Universitätsgebäude auf dem Areal vorsieht.
Da das Baurecht für den ersten Abschnitt unglücklicherweise bereits beschlossen wurde und Mannheim bei einer Rücknahme hohe Schadensersatzforderungen drohen, richtet sich unser Protest direkt an das Land Baden-Württemberg als Bauherren. Angesichts der Haushaltslage und der Klimakrise darf kein weiteres Steuergeld in dieses Projekt fließen. Da die Finanzierung für die nachfolgenden Bauabschnitte im Landeshaushalt noch nicht gesichert ist, fordern wir vom Land den sofortigen Planungsstopp für alle weiteren Gebäude und die Prüfung alternativer Standorte! [1]

Auch ein Holzgebäude benötigt tiefe Betonfundamente, weitreichende Erschließungswege, Leitungen und eine fundamentale Infrastruktur. Jedes Gebäude an diesem Standort entzieht den Bürgerinnen und Bürgern wertvolle Freiflächen dauerhaft und blockiert eine der wichtigsten Frischluftschneisen, die direkt in die ohnehin überhitzten Quadrate führt. Zudem droht durch die geplante Änderung des Flächennutzungsplans die Umwandlung von Parkflächen in Sonderbauflächen für die Wissenschaft. Das schafft einen gefährlichen Präzedenzfall für die restlose Verbauung des gesamten Parks. Der Friedrichspark muss als grüne Lunge erhalten bleiben.
Unsere Kernforderungen an den Landtag und das Land Baden-Württemberg:

  1. Sofortiger Planungsstopp für die Bauabschnitte 2 und 3: Das Finanzministerium und der Landesbetrieb Vermögen und Bau müssen die stufenweisen Erweiterungspläne für die Folgegebäude im Friedrichspark offiziell einfrieren und aufgeben.
  2. Haushaltssperre für die Erweiterung: Wir fordern den Landtag von Baden-Württemberg auf, im kommenden Staatshaushaltsplan keinerlei Landesmittel für die weitere Erschließung oder Folgebauten im Park freizugeben.
  3. Keine Umwandlung in Sonderbauflächen: Das Land und die Stadt müssen auf die geplante Änderung des Flächennutzungsplans verzichten. Der Friedrichspark darf nicht rechtlich in eine Sonderbaufläche für die Wissenschaft umgewandelt werden, sondern muss als geschützte Grünfläche im Grundbuch gesichert bleiben.
  4. Schutz der Frischluftschneise und Renaturierung: Statt weiterer Versiegelung müssen bereits beeinträchtigte Randflächen nach Abschluss des ersten Baus sofort renaturiert und wieder aufgeforstet werden, um die Kühlfunktion für die Quadrate zu sichern.
  5. Prüfung zukunftsfähiger Standort-Alternativen: Die Universität Mannheim muss verpflichtet werden, zukünftige Raum- und IT-Bedarfe außerhalb von innerstädtischen Klimaoasen zu decken – beispielsweise durch die Nutzung bestehender Landesimmobilien, Sanierung im Bestand oder die Erschließung von Leerständen.

Begründung

Ich wohne selbst in einer Dachgeschosswohnung mitten in den Quadraten und bin – wie viele andere Mannheimerinnen und Mannheimer – akut von der zunehmenden, unerträglichen Sommerhitze in unserer Innenstadt betroffen. Unsere Stadt glüht im Sommer regelrecht auf. Mit großer Sorge verfolge ich daher die Pläne zur Bebauung des Friedrichsparks.
Der Friedrichspark ist nach dem Abriss des alten Eisstadions eine unserer letzten großen Chancen, eine lebenswichtige Frischluftschneise und grüne Oase direkt am Rand der Quadrate zu erhalten. In Zeiten der Klimakrise ein solches Areal mit massiven Universitätsgebäuden zuzubetonieren, ist reiner Wahnsinn. Mannheim ist ohnehin schon eine der am stärksten versiegelten Städte Deutschlands. Wir brauchen Bäume und Luft zum Atmen, keinen neuen Beton!
Unsere Forderungen an den Gemeinderat Mannheim und das Land Baden-Württemberg:

  1. Sofortiger Stopp aller Bebauungspläne für den Friedrichspark.
  2. Vollständige Renaturierung und Begrünung der freien Flächen des abgerissenen Eisstadions.
  3. Prüfung alternativer Standorte für die geplanten Universitätsgebäude außerhalb der Frischluftschneisen.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Magdalena Schumacher, Mannheim
Frage an den Initiator

Angaben zur Petition

Petition gestartet: 12.07.2026
Sammlung endet: 11.01.2027
Region: Mannheim
Kategorie: Umwelt

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Neuigkeiten

  • Die Fakten im Überblick -

    • Gefahr der stufenweisen Bebauung bestätigt: Die offiziellen Rahmenpläne der Universität Mannheim belegen, dass es nicht bei einem einzelnen Gebäude bleibt. Nach dem ersten geplanten Bauabschnitt ab 2029 sichert der beschlossene Bebauungsplan bereits das Recht für zwei weitere Erweiterungsbauten (insgesamt drei Großprojekte) entlang der Bismarckstraße. Ein vermeintlich nachhaltiges Holz-Hybridhaus dient hier als planerischer Türöffner für eine massive, schrittweise Aufsiedlung des Areals.
    • Kahlschlag für gesunde Natur: Das offizielle Baumgutachten der Planer offenbart bittere Zahlen: Für das gesamte Vorhaben sollen im Friedrichspark insgesamt 92 Bäume gefällt werden. Davon fallen 24 Bäume ausschließlich den neuen Universitätsgebäuden zum Opfer. Junge Neupflanzungen benötigen Jahrzehnte, um die klimatische Filterfunktion und den Schattenwurf dieser alten Bäume in den ohnehin überhitzten Quadraten zu ersetzen.
    • Keine echte Alternativenprüfung außerhalb der Innenstadt: Die Planungen halten starr am Standort Innenstadt fest, um kurze, fußläufige Wege für den Campus zu garantieren. Angesichts der dramatischen Klimaerwärmung in Mannheim darf die Bequemlichkeit von Campuswegen jedoch nicht über die Gesundheit der gesamten Innenstadtbevölkerung gestellt werden. Standorte außerhalb der Frischluftschneise müssen zwingend neu bewertet werden!

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