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Bild zur Petition mit dem Thema: Nachmittagsbetreuung an Grundschulen muss freiwillig und flexibel bleiben! Nachmittagsbetreuung an Grundschulen muss freiwillig und flexibel bleiben!
  • Von: Nicht öffentlich
  • An: Winfried Kretschmann, Ministerpräsident Baden-Württemberg
  • Region: Baden-Württemberg mehr
    Kategorie: Familie mehr
  • Status: Der Petition wurde nicht entsprochen
    Sprache: Deutsch
  • Beendet
  • 11.750 Unterstützende
    Sammelziel erreicht

Nachmittagsbetreuung an Grundschulen muss freiwillig und flexibel bleiben!

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Sehr geehrter Herr Kretschmann,

die baden-württembergische Landesregierung treibt den flächendeckenden Ausbau der gebundenen (also verpflichtenden) Ganztagsgrundschulen voran, indem diese künftig deutlich mehr Mittel bzw. Personal erhalten. Im Gegenzug gibt es keine Zuschüsse mehr vom Land für die flexible Nachmittagsbetreuung an Grundschulen, die Ganztagsschule werden. Details siehe Pressemitteilung Kultusministerium www.km-bw.de/,Lde/Startseite/Service/Ganztagsgrundschule/?LISTPAGE=344894

Dadurch stellen viele Kommunen die bewährte freiwillige und flexible Nachmittagsbetreuung (Horte, Verlässliche Grundschule/Kernzeit etc.) ganz oder teilweise ein oder denken darüber nach.

Die Mehrheit der Eltern möchte aber für ihre Kinder keine Ganztagsschule mit Anwesenheitspflicht, sondern freiwillige und flexible Nachmittagsbetreuung.

Wir fordern die Landesregierung auf, das Schulgesetz so zu gestalten, dass die Ganztagsbetreuung an Grundschulen dem Bedarf aller Familien entspricht: mit freiwilligen, flexiblen Betreuungsangeboten, damit jede Familie selber entscheiden kann, wieviel Betreuung sie in Anspruch nimmt. Nur so haben wir Eltern echte Wahlfreiheit und können Beruf und Familie vereinbaren!

Begründung:

Mit der Änderung des Schulgesetzes, die zum Schuljahr 2014/2015 in Kraft treten soll, werden die Landeszuschüsse für die flexible Nachmittagsbetreuung an Grundschulen, die Ganztagsschule werden, gestrichen. Dafür erhalten Kommunen bei der Einrichtung von Ganztagsgrundschulen bis zu 50 % zusätzliche Lehrerwochenstunden / Klasse.

Die Folge: viele Kommunen stellen die bewährte freiwillige und flexible Nachmittagsbetreuung (Horte, Verlässliche Grundschule etc) ganz oder teilweise ein oder denken darüber nach. Dafür gibt es dann die Ganztagsschule mit Anwesenheitspflicht, denn die wird vom Land finanziert. Der Ganztagsbetrieb findet an 3 oder 4 Tagen für 7 oder 8 Stunden statt, z.B. 8-15 oder 16 Uhr. Die Anzahl d. Tage und Stunden entscheidet zwar die Schule/Kommune, aber je mehr Tage und Stunden, umso mehr zusätzliche Lehrerstunden zahlt das Land, umso attraktiver wird es also finanziell.

Es kann auch Halbtagszüge geben, allerdings (s. oben) vielerorts ohne Nachmittagsbetreuung. Die Kommune entscheidet, ob die Ganztagsgrundschule in der gebundenen (nur Ganztag) oder der Wahlform (Halb- und Ganztag) angeboten wird. Schulen können ausserdem auch in ihrer bisherigen Form bestehen bleiben.

Die meisten Familien brauchen aber flexible Nachmittagsbetreuung: Über 80 % der erwerbstätigen Grundschulmütter (und immer mehr Väter) arbeiten Teilzeit, meist nicht nur vormittags, an unterschiedlichen Tagen und Uhrzeiten – und haben damit unterschiedlichen Betreuungsbedarf! Diese Eltern haben bewusst entschieden, Teilzeit zu arbeiten, um Zeit für ihre Kinder zu haben. Trotzdem sind sie künftig gezwungen, ihre Kinder in den Ganztag zu tun, wenn es sonst keine Betreuung an den benötigten Nachmittagen gibt. Wie lange es dann noch Halbtagszüge geben wird, ist fraglich.

Jede Familie ist anders, jedes Kind auch – nicht für jedes 6-10-jährige Kind ist eine 36-und-mehr-Stunden Schulwoche das Richtige, bei vielen Familien passt dieses starre System nicht zum Alltag.

Etwa die Hälfte der Kinder macht irgendwann eine Therapie (Logopädie, Physiotherapie etc). Das lässt sich nicht in den Schulalltag integrieren, muss also danach stattfinden. Das trifft auch die Kinder, die künftig im Rahmen der Inklusion Regelschulen besuchen.

Es überrascht nicht, dass lt. Umfragen (forsa, emnid etc.) nur 20-30 % der Familien die verpflichtende Form der Ganztagsschule wollen. Die grosse Mehrheit der Familien möchte und braucht keine Schule mit Anwesenheitspflicht bis 16 Uhr, sondern zuverlässige, qualitativ hochwertige Angebote für Nachmittagsbetreuung, die freiwillig und flexibel sind, mit der Möglichkeit eines warmen Mittagessens sowie möglicher Betreuung bis 18 Uhr und in den Schulferien. Eltern wollen selber entscheiden, wann sie Zeit mit ihren Kindern verbringen. Sie wünschen sich so viel Fremdbetreuung wie nötig, aber so wenig Fremdbetreuung wie möglich!

Kinder nur an den tatsächlich benötigten Tagen zu betreuen statt täglich, oder freiwillig statt mit Anwesenheitspflicht, ist nicht teurer.

Auch aus pädagogischer Sicht ist eine Ganztagsschule mit Anwesenheitspflicht wohl nicht nötig: der Aktionsrat Bildung, ein Gremium aus anerkannten Bildungsforschern, stellt im Gutachten vom Nov. 2013 (siehe Link) fest: „Aufgrund der geringen Verbreitung von rhythmisierten Ganztagsgrundschulen liegen zum jetzigen Zeitpunkt keine gesicherten Ergebnisse durch empirische Studien in diesem Bereich vor, ....“ Sowie: „...keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Schülerleistungen in den Domänen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften an Halb- oder Ganztagsgrundschulen nachweisen lassen.“ Und “Auch der Test hinsichtlich herkunftsbedingter Ungleichheiten zeigt keine überzufälligen Unterschiede zwischen Ganz- und Halbtagsschulen und den drei Kompetenzbereichen.” Vergleichbares besagt auch die Bertelsmann-Studie (August 2013).

Es ist somit nicht ersichtlich, warum der Mehrheit der Familien künftig die Möglichkeit genommen werden soll, ihre Kinder so betreuen zu lassen, wie sie es tatsächlich brauchen!

Links: www.initiative-gute-grundschule.de/ www.aktionsrat-bildung.de/fileadmin/Dokumente/Gutachten_Zwischenbilanz-Ganztagsgrundschulen.pdf www.bertelsmann-stiftung.de/cps/rde/xbcr/SID-CE8E9BD8-6E660A1D/bst/xcms_bst_dms_38554_38555_2.pdf

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

Stuttgart, 11.04.2014 (aktiv bis 10.10.2014)


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Keine Antwort von Ministerpräsident Kretschmann auf unsere Petition Wir hatten bei Herrn Kretschmann nachgehakt bzgl. Reaktion auf unsere Petition. Die Antwort von seinem "Referat Bildungspolitik" war, dass das Staatsministerium nicht zuständig sei, ...

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Debatte zur Petition

PRO: Als Tagesmutter habe ich Verständnis für Eltern, die eineBetreuung ihrer Kinder über "die Öffnungszeiten" hinaus brauchen. Was mir bei den Contra Argumenten aber fehlt, ist der Respekt vor eben diesen Eltern, die dies nicht brauchen. Ich brauche kein ...

PRO: Nach Artikel 7 Grundgesetz besteht Schulpflicht, damit der Staat seinen BILDUNGSAUFTRAG erfüllen kann. Ist der Bildungsauftrag der Grundschule so umfangreich, dass man ihn nur im Ganztag erfüllen kann? Natürlich nicht. Ein solches Arbeitspensum könnten ...

CONTRA: Was soll denn rhythmisiert werden? Die Umerziehung der Kinder zu frühsexualisierten EU-Drohnen ohne eigene Meinung? Immer schlechtere Lehrpläne, sinkende Anforderungen, keine Zensuren mehr, Gleichbewertung aller. Kinder und schulischen Leistungen, keine ...

CONTRA: In ihrem "Masterplan Ganztagsschule 2020" sagt die AG Bildung und Forschung der SPD Bundestagsfraktion, dass das Ziel sein muss, gebundene Ganztagsschulen für alle Schulkinder in Deutschland zu entwickeln. Die Gründe werden hier genau erläutert: www.spdfraktion.de/sites/default/files/masterplan.pdf

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