Sehr geehrter Herr Landtagspräsident, sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete,

kürzlich verkündete die Firma ExxonMobil, in Badbergen (Samtgemeinde Artland) Probebohrungen zur unkonventionellen Gasförderung durchführen zu wollen.

Die einzusetzende Methode (Fracking) birgt erhebliche Risiken, die auch der neutrale Expertenkreis in der von Exxon in Auftrag gegebenen Risikostudie Fracking im Einzelnen benennt.

Neben diesen Risikodimensionen ist aber für den Standort im Artland von besonderer Bedeutung, dass es zu einem umfassenden Strukturwandel käme, der mit einer Zerstörung des vielseitig geförderten "Kulturschatzes Artland" einherginge, einem einmaligen kulturhistorischen Zeugnis im nordwesteuropäischen Raum.

Wir bitten daher den Nds. Landtag bzw. die Landesregierung, das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie anzuweisen, keine Erlaubnis oder Genehmigung irgendwelcher Art zu erteilen, die es der Firma ExxonMobil ermöglicht, im Artland tätig zu werden.

Es entspricht nicht dem Wohle der Allgemeinheit und dem öffentlichen Interesse, diese für den ganzen nordwesteuropäischen Raum einzigartige Kulturlandschaft zu zerstören um mit fragwürdigen Methoden, die im Ausland z.T. verboten und in angrenzenden Bundesländern z.T. ausgesetzt worden sind, auf unkonventionelle Art Gas zu fördern.

Desweiteren beantragen wir, das Land Niedersachsen möge das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie anweisen, alle Fracking-Verfahren bis auf weiteres – sowohl in Bezug auf die Aufsuchung von Erdgaslagerstätten, als auch auf die Erdgasförderung - auszusetzen und entsprechende Anträge im Hinblick auf das öffentliche Interesse abzulehnen.

Begründung

Risiken der Methode / Bedeutung des "Kulturschatzes Artland"

Die einzusetzende Methode (Fracking) birgt erhebliche Risiken, die auch der neutrale Expertenkreis in der von Exxon in Auftrag gegebenen Risikostudie Fracking im Einzelnen benennt.

Dazu zählen:

Verlagerung von toxischen Stoffen ins Grundwasser.

Austritt von Gas/Lagerstätten- oder Frackwasser ins Grundwasser durch defekte Rohre.

Kontamination des Oberflächenwassers und der Böden durch Förderung, Transport und Entsorgung des kontaminierten Bohr- und Frackwassers.

Durch die Vielzahl der Bohrlöcher im Vergleich zur konventionellen Gasförderung wird viel Fläche versiegelt und es entsteht ein deutlich erhöhtes Risiko von schweren Unfällen bis hin zum sog. „Blow-Out“ (unkontrolliertes Austreten des Gases); ein Szenario, das nach der von Exxon in Auftrag gegebenen Studie für Menschen im Umkreis von mehr als einem Kilometer tödlich wäre.

Das Entsorgungsproblem ist nicht gelöst. Für den Umgang mit dem Flow-Back, der außer der giftigen Frac-Flüssigkeit zusätzlich je nach Untergrund Benzol, Schwermetalle und radioaktive Stoffe enthält, gibt es noch nicht einmal einen Stand der Technik. Er wird einfach durch Verpressbohrungen wieder in den Untergrund eingebracht, Böden und Wasser werden unkontrollierbar kontaminiert. Auch die sog. Exxon-Studie weist hierauf sehr deutlich hin. Wir haben es hier mit einer hoch riskanten Technologie zu tun, die keine Endlagerlösung hat.

Neben diesen Risikodimensionen ist aber für den Standort im Artland von besonderer Bedeutung, dass im Falle einer Erdgasförderung ein Förderfeld entsteht, dessen Ausmaß mit 200 km² größer als das ganze Artland ist. D.h., das Artland würde mit Bohrplätzen in einem Raster von 3 km Abstand überzogen, die durch Pipelines miteinander und mit zwei Aufbereitungsanlagen verbunden würden (sh. S. 22 ff. der Exxon-Studie). Es würden Unmengen an Wasser verbraucht, die der Landwirtschaft fehlen. Es käme zu einem umfassenden Strukturwandel; der „Kulturschatz Artland“ würde zerstört und die hier wohnenden Menschen ihrer Lebensgrundlage beraubt. Der „Kulturschatz Artland“ aber ist ein Projekt, das der Landkreis Osnabrück in Zusammenarbeit mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz aufgestellt hat und sich vor allem der Bauernhofkultur widmet. Im Artland steht eine große Anzahl prächtiger, jahrhundertealter Fachwerkhöfe mit noch intakter Innenausstattung. Die ganze Architektur unterscheidet sich deutlich von anderen Fachwerkstilen. Mehr als 100 dieser Höfe stehen inter Denkmalschutz und bilden zusammen mit der typisch landwirtschaftlich geprägten Parklandschaft den „Kulturschatz Artland“, der laut Aussage des damaligen Nds. Ministerpräsidenten Christian Wulff UNESCO-Weltkulturerbe-Niveau hat und ein Aushängeschild für ganz Niedersachsen darstellt. In einem Gutachten für das Bundesamt für Naturschutz heißt es gar „Dabei gilt das Artland, das über 600 komplette Bauernhof-Fachwerkanlagen des 16. bis 19. Jahrhunderts umfasst, als einmaliges Zeugnis der ländlichen Baukultur in Nordwesteuropa.“ Der Erhalt dieses kulturhistorischen Erbes ist nur über eine nachhaltige wirtschaftliche Nutzung möglich. Dies geschieht durch Landwirtschaft und Tourismus. Diese beiden Standbeine wären im Falle einer Umwandlung des Artlandes in ein Gasförderfeld nicht mehr gegeben und der „Kulturschatz Artland“ dem Untergang geweiht.

Es entspricht nicht dem Wohle der Allgemeinheit und dem öffentlichen Interesse, diese für den ganzen nordwesteuropäischen Raum einzigartige Kulturlandschaft zu zerstören um mit fragwürdigen Methoden, die im Ausland z.T. verboten und in angrenzenden Bundesländern z.T. ausgesetzt worden sind, auf unkonventionelle Art Gas zu fördern.

Wir bitten Sie daher, unseren oben vorgetragenen Bitten zu entsprechen.

Mit freundlichen Grüßen Dr. Maria Entrup-Henemann

Vielen Dank für Ihre Unterstützung

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  • Guten Tag, liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

    die Interessengemeinschaft Fracking-freies Artland hat heute vom Landtag eine Antwort auf die analogen Petitionen und die online-Petition erhalten mit einer Stellungnahme des Ministeriums für Umwelt, Energie und Klimaschutz. Diese kann von unserer homepage www.fracking-freies-artland.de heruntergeladen werden.

    Sie wird auch auf unserem Aktionstag am 15.12.2012 (Markt, 49610 Quakenbrück; Näheres ebenfalls auf der Homepage), zu dem wir hiermit einladen, zur Einsichtnahme ausliegen.

    Wir bitten um Unterstützung am Aktionstag, insbesondere beim Fackel- und Laternenumzug ab 17.00 Uhr; denn der Bürgerprotest muss weitergehen (nur Laternen, keine Fackeln mitbringen, da aus Sicherheitsgründen nur eine begrenzte Anzahl von Fackeln den Umzug begleiten wird).

    Mit besten Grüßen
    für die Interessengemeinschaft
    Fracking-freies Artland e.V.:
    Maria Entrup-Henemann

  • Betr.: Petitionsübergabe

    Hallo liebe UtnerstützerInnen,

    am Montag, dem 27. Aug. 2012 um 10.00 Uhr wird die Petition an den Landtagspräsideten Herrn Dinkla persönlich übergeben.
    Alle UnterzeichnerInnen sind eingeladen, hieran teilzunehmen, wenngleich unmittelbar in das Dienstzimmer nur 8 Personen dürfen.
    Wir treffen uns am Hauptbahnhof Hannover und machen uns von dort aus um 9.30 Uhr auf den Weg zum Landtag. Wer sich anschließen möchte, komme bitte zum Bahnhof. Es handelt sich allerdings nicht um eine Demonstration, sondern um einen "Spaziergang" auf Bürgersteigen ohne Plakate, Banner etc.

    Wir überlegen, ob wir von Quakenbrück aus eine gemeinsame Fahrmöglichkeit organisieren können. Dazu müssten wir aber die Anzahl mitfahrender Personen kennen. Daher bitte ich alle, die von Quakenbrück aus mitfahren würden, sich bis zum 20. Aug. 2012 per E-Mail anzumelden. Wir geben anschließend kurzfristig Bescheid, ob eine Fahrmöglichkeit angeboten werden kann.

    Nochmals Danke an alle!

    Mit freundlichen Grüßen
    im Namen der Interessengemeinschaft Fracking-freies Artland:
    Maria Entrup-Henemann

  • Sehr geehrte Unterstützerinnen und Unterstützer,
    die Interessengemeinschaft www.fracking-freies-artland.de
    dankt allen Unterzeichner/innen. Unser Erwartungen wurden übertroffen.Wir werden die Online-Petition, die wir ausgedruckt haben, persönlich in Hannover überreichen und warten noch auf einen Termin (das o.a. Betreff ist daher nicht ganz korrekt, war aber so vorgegeben). Diesen Termin werden wir bekanntgeben, so dass jeder, der das möchte, auch persönlich mit nach Hannover fahren kann.
    Herzliche Grüße
    im Namen der Interessengemeinschaft
    Maria Entrup-Henemann

Pro

In den USA , wo Fracking schon seit Jahren praktiziert wird, gab es teilweise verheerende Folgen für Mensch und Natur. Auch dort können die Bewohner ihr Trinkwasser nicht mehr nutzen. Wenn sie ein Feuerzeug an das Wasser halten entflammt es sich!!! Wir brauchen kein Fracking - NIRGENTWO!!! Desweiteren wurde die Natur schon genug ausgebeutet und wir sollten uns lieber nach umweltfreundlichen Methoden der Energieversorgung umschauen.

Contra

http://openpetition.de/petition/online/petition-der-buergerinitiative-leese-gegen-fracking Bitte auch dort zeichnen ;-))