Wirtschaft

#proparents, BRIGITTE und ELTERN fordern: Elternschaft als Diskriminierungsmerkmal ins AGG!

Petition richtet sich an
Deutscher Bundestag Petitionsausschuss
29.136 Unterstützende 28.900 in Deutschland
58% von 50.000 für Quorum
  1. Gestartet 19.03.2021
  2. Sammlung noch > 5 Wochen
  3. Einreichung
  4. Dialog mit Empfänger
  5. Entscheidung
Ich bin einverstanden, dass meine Daten gespeichert werden. Der Petent kann meinen Namen und Ort einsehen und an den Petitionsempfänger weiterleiten. Diese Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.

Die Initiative #proparents und die Zeitschriften „Brigitte“ und „Eltern“ fordern den Bundestag und den Bundesrat dazu auf, das Diskriminierungsmerkmal „Elternschaft“ in § 1 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) aufzunehmen bzw. eine Ergänzung des AGG auf den Weg zu bringen – z.B. nach dem österreichischen Vorbild, wonach in der Arbeitswelt niemand „Auf Grund des Geschlechtes, insbesondere unter Bezugnahme auf den Familienstand oder den Umstand, ob jemand Kinder hat, unmittelbar oder mittelbar diskriminiert werden darf" (§ 4 GlBG).

20 Millionen Eltern in Deutschland[1] legen durch Sorgearbeit und Erziehung ihrer Kinder den Grundstein für die langfristige Weiterentwicklung und Funktionsfähigkeit von Gesellschaft, Staat und Wirtschaft. 80 % dieser Eltern sind erwerbstätig[2] und erwirtschaften einen erheblichen Teil des Bruttoinlandsproduktes bzw. der Steuereinkünfte.

Die Wertschätzung, die Eltern aufgrund dieser tragenden, verantwortungsvollen und vielschichtigen Rolle zukommen muss, spiegelt sich jedoch nicht in den aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen wider, insbesondere im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Corona-Krise ist dabei aktuell das viel zitierte Brennglas. Sie hat gnadenlos die Schwachstellen im System offenbart und es ist zu befürchten, dass die Folgen der Pandemie - insbesondere durch eine verstärkte systematische Benachteiligung am Arbeitsmarkt - langfristig auf dem Rücken von Müttern und Vätern ausgetragen wird.

Kündigungen am ersten Tag nach der Elternzeit, kein gleichwertiger Arbeitsplatz und weniger Gehalt beim Wiedereinstieg, abwertende Bemerkungen von Vorgesetzten bei Fehlzeiten aufgrund eines kranken Kindes - diese Fälle sind keine Seltenheit, sondern alltägliche Lebensrealität. Untermauert wird dies von wissenschaftlichen Studien, die zeigen, dass Eltern, insbesondere Mütter, bei der Ausübung von Erwerbstätigkeit erheblich benachteiligt werden[3].

Die Rechte erwerbstätiger Eltern werden insbesondere im Mutterschutzgesetz (MuSchG) und im Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) geregelt. Diese Gesetze beinhalten jedoch keinen allgemeinen, langfristigen und konkreten Schutz vor Benachteiligungen. So bezieht sich das MuSchG beispielsweise nur auf den Zeitraum Schwangerschaft und Stillzeit. Das BEEG regelt zwar den Zeitraum Elternzeit – jedoch hauptsächlich Rahmenbedingungen, wie z.B. Elternzeit-Anmeldung und Fristen. Benachteiligungen während der Elternzeit stehen nicht im Vordergrund und die hochsensible Phase des Wiedereinstiegs wird vollends ausgeklammert.

Ein allgemeiner Schutz, ausgestaltet als “Allgemeinklausel“, die jegliche Benachteiligungen von Müttern und Vätern im Job verhindert und sanktioniert, fehlt. Diese Aufgabe hat eigentlich das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz. Es

schützt Eltern in seiner aktuellen Fassung jedoch nicht vor Benachteiligungen, da diese lediglich über das Merkmal „Geschlecht“ abgebildet werden. Dies ist nicht mehr zeitgemäß. Handlungen, wie z.B. die Inanspruchnahme von Elternzeit, die sowohl Mütter, als auch Vätern betreffen und somit “geschlechtsneutral“ sind, werden nur über mittelbare Diskriminierungen erfasst, deren Feststellung mit vielen rechtlichen Unsicherheiten verbunden ist und bei Vätern nicht greift. Gerade die Väter, die Elternzeit sowohl als auch Teilzeit beantragen und so einen Beitrag zu einer gerechteren Verteilung von Sorgearbeit leisten, müssen in den gesetzlichen Schutz einbezogen werden.

Die Aufnahme des Merkmals „Elternschaft“ und ein klarer gesetzlicher Schutzauftrag würde zudem dazu beitragen, dass sich Unternehmen familienfreundlich ausgestalten und Vorgesetzte, Betriebrät:innen und Gleichstellungsbeauftragte bei der Umsetzung familienfreundlicher Maßnahmen stützen. Der Begriff „Elternschaft“ ist dabei weit zu verstehen und sollte sowohl Adoptiv-, Stief- und Pflegeeltern miteinbeziehen.

[1] Destatis: "Bevölkerung 2019. Lebenssituation von Männern"

[2] Quelle: s.o. Fußnote Nr. 1

[3] Mundus, C. (2017), „Mütter unerwünscht. Mobbing, Sexismus und Diskriminierung am Arbeitsplatz.“, Tectum Verlag. Marburg; Graml, R., Ziegler, Y. & Weissenrieder C., (2015), „Karriereperspektiven berufstätiger Mütter. 1. Frankfurter Karrierestudie“, Cuvillier Verlag Göttingen: Berlin

Begründung

Daher sagen wir: Die Zeit ist reif für ein klares Bekenntnis zum besseren Schutz von Eltern in der Arbeitswelt, umgesetzt durch die Aufnahme von „Elternschaft“ als Diskriminierungsmerkmal in das AGG.

Die Gewinne der letzten drei Jahrzehnte für eine bessere Vereinbarkeit von Familien und Beruf dürfen nicht leichtfertig verspielt, Eltern als Arbeitnehmer:innen dürfen nicht einfach achtlos abgehängt werden.

Mehr Informationen, Hintergründe und Details gibt es auf: www.proparentsinitiative.de, www.brigitte.de/elternrechte und www.eltern.de/elternrechte

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Sandra Runge & Karline Wenzel aus Berlin
Frage an den Initiator

Übersetzen Sie jetzt diese Petition

Neue Sprachversion

Neuigkeiten

  • Liebe(r) Unterzeichner*innen unserer Petition,

    danke Ihrer Hilfe haben wir unser Ziel geschafft, bis zur Halbzeit unserer Petition die Hälfte aller nötigen Stimmer zu bekommen. VIELEN DANK!

    Nun geht es in die zweite Runde: Wir wollen bis zum Muttertag, also bis Sonntag, auf 30 000 Stimmen kommen, ganz nach dem Motto „Unterschrift statt Blümchen“ oder noch besser: „Unterschrift UND Blümchen“. Schenken Sie Ihren Liebsten zum Mutter- oder Vatertag oder einfach nur so eine Unterschrift unter unserer Petition mit dem Ziel, Elternschaft als Diskriminierungsmerkmal ins AGG aufzunehmen. Gemeinsam können wir die Zukunft ändern!

    Wie können Sie uns am Wirkungsvollstenn unterstützen! Hier einige Anregungen:

    - Schicke Sie Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin... weiter

  • Lieber Unterzeichner*innen unserer Petition,
     
    danke Ihrer Hilfe haben wir unser Ziel geschafft, bis zur Halbzeit unserer Petition die Hälfte aller nötigen Stimmer zu bekommen. VIELEN DANK!
     
    Nun geht es in die zweite Runde: Wir wollen bis zum Muttertag, also bis Sonntag, auf 30 000 Stimmen kommen, ganz nach dem Motto „Unterschrift statt Blümchen“ oder noch besser: „Unterschrift UND Blümchen“. Schenken Sie Ihren Liebsten zum Mutter- oder Vatertag oder einfach nur so eine Unterschrift unter unserer Petition mit dem Ziel, Elternschaft als Diskriminierungsmerkmal ins AGG aufzunehmen. Gemeinsam können wir die Zukunft ändern!

    Wie können Sie uns am Wirkungsvollstenn unterstützen! Hier einige Anregungen:

    - Schicke Sie Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin... weiter

  • Liebe Unterzeichnerinnen und Unterzeichner,

    vielen Dank für Ihre Stimme gegen Elterndiskriminierung. Wir sind überwältigt von dem Rücklauf und all den Unterschriften unter unserem Vorhaben, Elternschaft als Diskriminierungsmerkmal in das Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) aufzunehmen. Besonders dankbar sind wir auch den über 6300 Menschen, die unsere Petition kommentiert haben. All das ist sehr wertvoll! Wir erreichen nun bald die Halbzeit unserer Petition und haben uns selber zum Ziel gesetzt, bis Ende April, also bis heute Abend, die Hälfte aller nötigen Stimmen, also 25 000 Stimmen, beisammen zu haben. Und: Wir sind FAST da. Uns fehlen nur noch ein paar hundert Stimmen, um auf die 25 000 zu kommen.

    Daher bitten wir Sie alle: trommeln... weiter

Gutes Mittel zur Realisierung des besonderen Schutzes der Familie, der im Grundgesetz festgeschrieben ist: "Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung"

Solange #Väter als #Eltern nicht genauso sichbar gemacht werden unterstützen WIR NICHT! Eltern.de Diese pure Frauenkampagne, die auf das Gebären abstellt & daraus Vorteile zu ziehen versucht ist von Anfang an zum scheitern verurteilt! Wer Väter ausblendet hat NICHTS verstanden! Gleiche Rechte, Gleiche Pflichten, ist der EINZIGE Weg für Vereinbarkeit von Beruf & Familie! Wenn die Stillzeit vorbei ist gibt es keinen Grund die gegen die Paritätische Erziehung von Vater & Mutter spricht. Das Frauen vom Mann ernährt werden WOLLEN, muss der Vergangenheit angehören! #Resolution2079 #Europarat

Warum Menschen unterschreiben

  • vor 5 Min.

    Weil Eltern und Kinder mehr Anerkennung und Unterstützung benötigen. Auch nach der Pandemie!

  • Camilla Knoll Landsberg

    vor 23 Min.

    Ich bin selber Mama und stehe deshalb sehr dahinter!

  • Marina Rühle Hattersheim

    vor 27 Min.

    Eltern brauchen eine Stimme!

  • vor 28 Min.

    Mir wurde 4 Monate nach Geburt meiner Tochter gekündigt (ich war nicht in ElternZeit) mit der Begründung, dass ich das Arbeitspensum mit Kind ja nicht mehr schaffe

  • vor 29 Min.

    Eltern sollten die Elternzeit und die sensible Zeit als junge Familie unbeschwert genießen können und nicht auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt werden.

Werkzeuge für die Verbreitung der Petition.

Sie haben eine eigene Webseite, einen Blog oder ein ganzes Webportal? Werden Sie zum Fürsprecher und Multiplikator für diese Petition. Wir haben die Banner, Widgets und API (Schnittstelle) zum Einbinden auf Ihren Seiten.

Unterschreiben-Widget für die eigene Webseite

API (Schnittstelle)

/petition/online/proparents-brigitte-und-eltern-fordern-elternschaft-als-diskriminierungsmerkmal-ins-agg/votes
Beschreibung
Anzahl der Unterschriften auf openPetition und gegebenenfalls externen Seiten.
HTTP-Methode
GET
Rückgabeformat
JSON

Mehr zum Thema Wirtschaft

Helfen Sie mit, Bürgerbeteiligung zu stärken. Wir wollen Ihren Anliegen Gehör verschaffen und dabei weiterhin unabhängig bleiben.

Jetzt fördern

openPetition International