Petition richtet sich an:
Bürgermeister Matthias Nerlich
Wir fordern, dass die Stadt Gifhorn die geplante Entscheidung zur Zukunft des Ratsweinkellers nicht mehr am Ende der laufenden Wahlperiode trifft.
Die Beratungen über eine vorrangig gastronomische Nutzung des Ratsweinkellers sollen ausgesetzt werden. Stattdessen soll ein Moratorium beschlossen werden.
Der nächste Rat und der nächste Bürgermeister sollen nach der Kommunalwahl neu und offen über die Zukunft des Ratsweinkellers beraten.
Dabei soll auch ernsthaft geprüft werden, ob der Ratsweinkeller gemeinsam mit der Stadtbibliothek und dem Stadtarchiv zu einem modernen Dritten Ort entwickelt werden kann: als öffentlicher Ort für Bildung, Kultur, Begegnung und Stadtleben.
Wir fordern deshalb konkret:
- Keine Hauruck-Entscheidung zum Ratsweinkeller am Ende der Wahlperiode.
- Ein Moratorium für die aktuellen Pläne zur vorrangig gastronomischen Nutzung.
- Keine politische und finanzielle Vorfestlegung zulasten des nächsten Rates und des nächsten Bürgermeisters.
- Eine offene Prüfung des Vorschlags, Ratsweinkeller, Stadtbibliothek und Stadtarchiv gemeinsam als Dritten Ort zu entwickeln.
- Eine transparente Bürgerbeteiligung zur Zukunft dieses zentralen Ortes in der Gifhorner Innenstadt.
Der Ratsweinkeller ist einer der bekanntesten und geschichtsträchtigsten Orte in Gifhorn. Seit Jahren steht dieses besondere Gebäude leer. Die Frage, was dort künftig entstehen soll, bewegt viele Menschen in unserer Stadt.
Jetzt soll ausgerechnet kurz vor Ende der laufenden Wahlperiode noch eine richtungsweisende Entscheidung vorbereitet werden. Bereits am 15.06.2026 soll sich der Ausschuss für Hochbau, Tiefbau und Liegenschaften mit der Vorlage befassen. Am 29.06.2026 soll der Rat der Stadt Gifhorn entscheiden.
Nach der Verwaltungsvorlage stehen für die Herrichtung des Ratsweinkellers für eine gastronomische Nutzung prognostizierte Ausgaben von rund 3,5 Millionen Euro im Raum.
Wir halten das für den falschen Zeitpunkt und den falschen Weg.
Wer über viele Jahre keine tragfähige Lösung für den Ratsweinkeller gefunden hat, sollte jetzt nicht wenige Wochen vor einer politischen Neuaufstellung Fakten schaffen. Eine solche Entscheidung würde den nächsten Rat und den nächsten Bürgermeister politisch und finanziell binden.
Das ist aus unserer Sicht nicht redlich. Gerade bei einem so kontroversen Thema braucht es Sorgfalt, Transparenz und eine breite öffentliche Debatte.
Hinzu kommt: Der Haushalt der Stadt Gifhorn ist angespannt. Umso wichtiger ist es, mit erheblichen öffentlichen Mitteln verantwortungsvoll umzugehen. Bevor Millionenbeträge in die Herrichtung eines weiteren gastronomischen Betriebs fließen, sollte offen geprüft werden, ob dieser historische Ort nicht einen größeren Nutzen für die ganze Stadt haben kann.
Unser Vorschlag ist ein anderer:
Der Ratsweinkeller soll gemeinsam mit der Stadtbibliothek und dem Stadtarchiv als Dritter Ort gedacht werden. Ein Ort, der allen offensteht. Ein Ort zum Lesen, Lernen, Arbeiten, Treffen, Diskutieren und Verweilen. Ein Ort für Kultur, Bildung, Begegnung und demokratisches Stadtleben.
Ein solcher Ort könnte ein echter Kulturanker für Gifhorn werden: mit moderner Bibliothek, kleinem Café, digitalen Angeboten, Veranstaltungen, Aufenthaltsqualität und Raum für Vereine, Kulturschaffende, Kinder, Jugendliche, Familien und ältere Menschen.
Gifhorn braucht öffentliche Orte, die verbinden. Orte, die nicht nur vom Konsum leben. Orte, an denen Menschen zusammenkommen können, unabhängig vom Alter, vom Einkommen oder vom Geldbeutel.
Deshalb bitten wir um Unterstützung für diese Petition.
Für ein Moratorium.
Für eine offene Debatte.
Für einen Ratsweinkeller, der allen Gifhornerinnen und Gifhornern zugutekommt.
Erhalt für die Allgemeinheit