Landesverfassung Nordrhein-Westfalen Artikel 8 (1): „... Das natürliche Recht der Eltern, die Erziehung und Bildung ihrer Kinder zu bestimmen, bildet die Grundlage des Erziehungs- und Schulwesens.“

Wir fordern:

Für Eltern und Kinder, die sich dafür entscheiden, muß es Ganztagsbeschulung geben.

Halbtagsbeschulung muß aber für Eltern, Jugendliche und Kinder als gleichwertige Alternative bestehen bleiben!

Begründung

Die Landesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, in einer „Ganztagsoffensive“ bis 2020 „flächendeckend“ für alle Schulformen Ganztagsbetrieb einzuführen. Immer mehr Schulen werden in Ganztagsschulen umgewandelt. Dabei überlässt es die Landesregierung den jeweiligen Schulträgern unter Beteiligung der Schulkonferenzen, zu entscheiden, ob eine Schule in eine Ganztagschule umgewandelt wird. Dies führt in manchen Kommunen des Landes dazu, daß es an den weiterführenden Schulen kaum noch Alternativen zum Ganztag gibt. So befinden sich etwa in Leverkusen schon drei der vier Gymnasien im Ganztagbetrieb, obwohl bei einer Befragung von Grundschuleltern 2013 nur knapp die Hälfte der Eltern Ganztagsbetrieb wünschte.

Eine solche Schulpolitik setzt Familien unter Druck, denn durch diese Entwicklung wird sukzessive ein Zwang zum ganztägigen Schulbesuch aufgebaut.

• Wo bleibt das Recht der Familien, sich für Halbtagsbeschulung zu entscheiden und wohnortnah ein entsprechendes Angebot zu finden?

• Wo bleiben die Kinder und Jugendlichen, deren Neigungen und Begabungen nicht durch schulische Angebote gefördert werden können?

• Wo bleiben die Kinder und Jugendlichen, die nachmittags besonderen Interessen nachgehen wollen?

• Wo bleiben die Kinder und Jugendlichen, die außerschulische Freundschaften und Kontakte pflegen wollen und deren Freundeskreis sich außerhalb des Schulumfeldes befindet?

• Wo bleiben die Familien, die nachmittags mehr Zeit gemeinsam verbringen wollen?

• Wo bleiben die Kinder und Jugendlichen, die aufgrund ihrer individuellen Persön-lichkeitsstruktur einen hohen Bedarf an Erholungsphasen ohne Trubel und Lärm haben?

• Wo bleiben Erholungsphasen für Mobbingopfer oder Kinder mit gesundheitlichen Defiziten und anderen Belastungen?

Ausschließlicher Ganztagsbetrieb an Schulen führt zudem zu einem Rückgang des Engagements von Kindern und Jugendlichen in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen. Kinder und Jugendliche, die gegen 17 Uhr nach Hause kommen und zum Teil noch Hausaufgaben machen müssen, haben einfach keine Kraft mehr, sich bei der Jugendfeuerwehr, kirchlichen Jugendgruppen, ehrenamtlichem Projekten, intensivem Vereinssport, Instrumentalunterricht, Orchesterspiel etc. zu engagieren.

Schulische Angebote können nur selten den Standard eines privat organisierten Angebots erreichen, da oft nicht genügend Räume vorhanden sind, notwendiges Übungs- und Trainingsmaterial fehlt, viel zu große Gruppen gebildet werden und die Fördermöglichkeiten aus Personalmangel grundsätzlich beschränkt sind. Außerdem lassen sich viele Freizeitaktivitäten gar nicht in der Schule verwirklichen.

Wir fordern Sie, die Landesregierung, auf, dafür zu sorgen, daß Schulen mit Halbtagsbetrieb erreichbar bleiben.

Sichern Sie das Recht auf Halbtag!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Elternverein NRW e.V. aus Recklinghausen
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  • Liebe Unterzeichner,

    erst einmal herzlichen Dank dafür, daß Sie unsere Petition gezeichnet haben. Die Petition braucht noch mehr Schwung! Es wäre toll, wenn Sie unser gemeinsames Anliegen im Interesse der betroffenen Familien weiter unterstützen und noch mehr Werbung für die Petition machen könnten. Wie berechtigt unser Anliegen ist, zeigt die aktuelle Situation in Leverkusen, auf die wir in unserer Petition schon hingewiesen haben.
    Jetzt spitzt sich die Lage dort zu, und es könnte nach den Sommerferien auch noch das letzte Gymnasium den gebundenen Ganztag einführen.
    Eine Elterninitiative hat unter:

    www.openpetition.de/petition/online/ja-zum-halbtag-am-freiherr-vom-stein

    eine Petition ins Netz gestellt.

    Auch diese Petition braucht Ihre Unterstützung - vielen Dank dafür! Nur gemeinsam können wir unser Recht schützen.


    Mit herzlichen Grüßen

    Regine Schwarzhoff

    Landesvorsitzende

    ELTERNVEREIN NORDRHEIN-WESTFALEN e.V.

Pro

die Petition fasst die Pro-Argumente wunderbar zusammen. Warum muss uns die letzte Halbtagsschule genommen werden? Warum ist unser Wunsch nach freien Nachmittagen weniger wert als der der Anderen nach Ganztagsbetreuung? Weil es, so wie schon bei den Grundschülern, politisch gewollt ist, die Elternhäuser auszuhöhlen? Ich will wählen können, ob mein Kind seine Freizeit in der Schule oder zuhause oder bei einer frei gewählten Freizeitaktivität im Verein seiner Wahl verbringt.

Contra

All die Argumente treffen zu. Eigentlich geht es aber nur die Organisation des Schulbetriebs. Sowohl theoretisch müsste es möglich sein, in einer Schule gleichzeitig sowohl Ganz- als auch Halbtags-Klassen zu führen als auch praktisch, da es schon seit langem spezialisierte Klassen gibt (die einen anderen Stundenplan als die sonstigen Parallelklassen haben). Die Abschaffung von G8 ändert am Halb- oder Ganztag nichts: Hier geht es nur darum, die Lehrpläne zu entmüllen u. die Panik der Eltern/Lehrkräfte zu mindern, damit die Jugend diesen Vorteil in Ruhe genießen kann!!!