Wir fordern den Erhalt bestehender Baumbestände in der Stadt Leipzig, eigens bestehender inzwischen bewachsener Brachflächen. Das betrifft insbesondere den 4.000qm großen Park zwischen Sternwarten und Seeburgstraße. Dieser darf nicht bebaut werden. Es geht um den Schutz vor Eingriffen und da wo diese unbedingt nötig sind, um eine streng kontrollierte Ausgleichsregelung und Bepflanzung.

Gemäß dem Motto "Ich sehe was das du nicht siehst und das ist (bald nicht mehr) grün!" liegt mitten im Herzen von Leipzig das "Sternwartenwäldchen" versteckt. Genauer gesagt ist der knapp 4.000qm große Park hinter dem Ring-Café zwischen Sternwarten- und Seeburgstraße versteckt und soll zwei Bautafeln zufolge in naher Zukunft aufgrund des geplanten Neubaus von zwei klotzförmigen Mehrfamilienhäusern komplett abgeholzt werden (Vgl. Info-Link). Recherchen ergaben, dass eine sogenannte Sondergenehmigung für den Eingriff in den Baumbestand vorliegt, da bis 2001 an der Stelle 3 Gebäude standen und somit die Flurstücke im Flächennutzungsplan als Wohn- oder Gewerbefläche ausgewiesen sind. Folgende Fotogalerie verrät, was seit dem Abriss der Gebäude vor 16 Jahren auf dem Fleckchen Erde entstanden ist: www.sternwartenwaeldchen.jimdo.com. Direkt neben dem Park befindet sich eine Freifläche, die aktuell als Schotterparkplatz genutzt wird. Trotz der Kenntnis darum, das jedes Flurstück einer Innenstadt heiß umkämpft und rechtlich festgesetzt ist, scheint mir gerade in diesem Fall die Utopie der Reglementierungswut der deutschen Verwaltung regelrecht ins Gesicht zu schlagen: Fläche mit Baumbestand vs. leere Fläche...ironischer weise regelt ausgerechnet Papier, das die Bäume "abgeholzt werden können" und die leere Fläche leer bleibt. Wir erwarten von den Verantwortlichen der Stadt Leipzig, den Baumbestand zur Bewahrung und Verbesserung unseres Stadtklimas jetzt und künftig besser zu schützen, sowie ein nachhaltiges Bewusstseins für diesen ganzheitlichen Wert zu entwickeln. Das bedeutet auch, die bestehende Flora in die städtebauliche Planung zu integrieren, statt diese dem kurzsichtigen Profit untergeordnet zu behandeln.

Begründung

Es macht zunehmend den Anschein, dass die Entscheidungsträger von Leipzig ihr Bewusstsein dafür verloren haben, das sich die Funktion von Bäumen nicht nur auf Klimaregulierung, Wasserhaushalt und Schallschutz, sowie das Stadtbild und die Erholung der Bevölkerung begrenzt. Sie fördern zudem den kontinuierlichen Naturhaushalt der Stadt indem sie Lebensraum für Vögel und Insekten bieten, welche wiederum ihren Beitrag zur Balance des ökologischen Einklangs erfüllen. Nicht zuletzt haben Baumbestände eine enorme Bedeutung für die Reinhaltung der Luft, indem sie unbeirrt Sauerstoff produzieren und Schadstoffe filtern, was zweifellos (und beständig wissenschaftlich belegt) maßgeblich für UNSERE Gesundheit ist. Nur ein Beispiel zur besseren Veranschaulichung: Luft strömt angereichert mit Kohlendioxidabfall, Bakterien, Pilzsporen, (Fein-)Staub und anderen schädlichen Stoffen durch jedes einzelne Blatt und bleibt dabei größtenteils darin hängen...es geschieht also ein ganz natürlicher Emissions- und Gesundheitsschutz in jedem einzelnen Blatt - Stunde um Stunde! Neupflanzungen, sofern diese überhaupt angedacht sind, würden den Leistungswert der bestehenden Bäume auch mittelfristig nicht ansatzweise erreichen. Ist es Ihr Ziel die Leipziger Bevölkerung in die Ära "Leipziger Lungen filtern alles!" zurück zu katapultieren? Denn nebenbei bemerkt: erst im Frühjahr diesen Jahres wurde in 500m Entfernung der komplette Baumbestand auf einer Wiese eliminiert. Die in Reih und Glied gepflanzten "Ersatzbäumchen" wurden zu 75% einige Wochen nach dem Pflanzen wieder entfernt. Was genau geht hier eigentlich vor? Es mehren sich die Zweifel, dass hier im Einverständnis und Sinne der Anwohner geplant und gehandelt wird. Das aktuelle Vorgehen ist ein weiteres Paradebeispiel für die skrupellose Doppelmoral der Politik in unserem Land: einerseits gibt es heftige und kostspielige Debatten sowie großzügige Versprechen zu Themen wie "aufgedeckte Abgasskandale der Produktionsriesen", "Fahrverbote für Diesel", "Emissionsschutz" und auf der anderen Seite werden wertvolle kleine Ökosysteme aus Profitgier dem Erdboden gleich gemacht.

Gebt dem "Sternwartenwäldchen" eine Stimme!!! Trotz der Befürchtung, dass vielleicht schon bald die Baumaschinen anrücken, bitten wir Euch JETZT um so viele Unterschriften wie möglich, um nicht nur im aktuellen Anliegen, sondern generell und vor allem auch für die Zukunft das Bewusstsein für den Erhalt unserer Stadtnatur sowie unserer Gesundheit als Bevölkerung von Leipzig wachzurütteln und somit mit jeder einzelnen Stimme ein Zeichen für ein weiterhin grünes und gesundes Leipzig zu setzen.

Vielen Dank für Eure Unterstützung!!!

Info-Link aktuelle Bilder des Parks: www.sternwartenwaeldchen.jimdo.com

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Franziska Mai aus Leipzig
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  • Hallo Ihr Lieben,
    es freut mich Euch von der Pressebeteiligung im "Fall Sternwartenwäldchen" zu berichten. Sowohl die LVZ als auch die Leipziger Internet Zeitung haben sich dem Tehma angenommen.

    www.l-iz.de/politik/brennpunkt/2017/11/Eine-Petition-soll-die-Faellung-der-Baeume-zwischen-Sternwartenstrasse-und-Seeburgstrasse-in-letzter-Minute-verhindern-198097

    www.l-iz.de/politik/brennpunkt/2017/12/Mit-ihrer-Homepage-zeigt-Franziska-Mai-die-Schoenheit-des-vom-Abholzen-bedrohten-Sternwartenwaeldchens-199571

    Ich möchte in diesem Rahmen den interessierten Pressevertretern danken, das sie sich die Zeit genommen und so wundervolle Artikel verfasst haben.
    Viele Grüße, Franziska Mai

  • Liebe Unterstützer,
    zusammen mit zwei Vertretern des NABU habe ich die Petition am 13.12.2017 vor der Ratsversammlung an Bürgermeister Heiko Rosenthal übergeben. Das Motto lautete: "Ein Geschenk für unsere Enkel und Urenkel". Ich habe den Unterschriftenlisten folgende Anmerkung mit beigefügt:

    Erläuterung zur Petition aufgrund aktueller Ereignisse:

    Der betroffene Park zwischen Sternwarten- und Seeburgstraße wurde im Zeitraum vom
    04. bis 06.12.2017 zu fast 2/3 gerodet.
    Aufgrund der aktuellen Lage möchte ich Sie an dieser Stelle auf den kompletten Umfang des Anliegens der insgesamt 694 Stimmgeber (davon 517 Einwohner der Stadt Leipzig) hinweisen:
    "Wir fordern den Erhalt bestehender Baumbestände in der Stadt Leipzig, eigens bestehender inzwischen bewachsener Brachflächen. (...) Es geht um den Schutz vor Eingriffen und da wo diese unbedingt nötig sind, um eine streng kontrollierte Ausgleichsregelung und Bepflanzung. (...) Wir erwarten von den Verantwortlichen der Stadt Leipzig, den Baumbestand zur Bewahrung und Verbesserung unseres Stadtklimas jetzt und künftig besser zu schützen, sowie ein nachhaltiges Bewusstseins für diesen ganzheitlichen Wert zu entwickeln. Das bedeutet auch, die bestehende Flora in die städtebauliche Planung zu integrieren, statt diese dem kurzsichtigen Profit untergeordnet zu behandeln."

    Der Bürgermeister zeigte sich offen und interessiert, wenngleich ihm natürlich aufgefallen ist, das sein Einfluss auf den Erhalt des Sternwartenwäldchens aus verschiedenen Gründen nicht mehr möglich ist. Nach Erläuterungen von Karsten Peterlein (NABU) bzgl. 60 Hektar gerodeter Flächen in Leipzig im Jahr 2016 sowie den daraus folgenden Konsequenzen für das Ökosystem und den Artenschutz hat Herr Rosenthal angeboten die Ergebnisse der Planung für die Ersatzplanzungen vor deren Umsetzung "zur Diskussion zu stellen". Dies könne jedoch etwas dauern. Die Zusicherung des NABU weiterhin mit am Ball zu bleiben freut mich sehr. Am 15.12. durfte ich bei einem überraschend umfassenden und erfrischend ehrlichen Austausch zwischen NABU, BUND, Ökolöwe und dem Amt für Stadtgrün und Gewässer dabei sein. Wobei das Resultat des Gesprächs natürlich furchtbar ernüchternd war: gesetzliche Lücken, Unklarheiten und Differenzen, viel zu differenzierte Zuständigkeitsbereiche, fehlende finanzielle und personelle Ressourcen und nicht zuletzt vergebens gesuchtes (Verantwortungs-)Bewusstsein für den Wert der mehr und mehr von der Bildfläche verschwindenden kleinen Ökosysteme. All dies erschwert es in der Praxis massiv den Baum-/Lebensraumbestand zu schützen. Da die riesigen Hecken und Sträucher im Sternwartenwäldchen bedrohten Vogelarten zahlreiche Nistplätze boten, kümmert sich der NABU um einen zeitnahen Gesprächstermin in der Naturschutzbehörde. Ich bleibe dran und halte Euch auf dem Laufenden.
    Ich wünsche Euch ein besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
    Viele Grüße, Franziska Mai

  • Liebe Stimmgeber und Unterstützer,
    ich bedaure es zutiefst Euch mitteilen zu müssen, das letzte Woche fast 2/3 des Sternwartenwäldchens dem Erdboden gleich gemacht wurden.
    Trotz oder gerade aufgrund der Umstände, sehe ich die Übergabe der Petition als Gelegenheit das Bewusstsein der Entscheidungsträger für eine nachhaltige sowie verantwortungsbewusste Stadtentwicklung auf einem Planeten namens Erde zu wecken.
    Die Übergabe an Herrn Jung ist für diesen Mittwoch (13.12.2017) geplant. Ich habe die Presse informiert und hoffe sehr, dass deren öffentlichkeitswirksame Präsenz die Ernsthaftigkeit unseres Anliegens unterstützt. Nach Aussagen des Petitionsausschusses, wird die Übergabe an sich förmlich und kurz gehalten, da Herr Jung ab 14 Uhr in der Ratsversammlung erwartet und aufgrund seines vollen Terminkalenders wahrscheinlich erst kurz davor im Rathaus eintreffen wird. Zwei Vertreter des NABU haben mir bereits Ihre Unterstützung versichert und vorgeschlagen von 13 bis 14Uhr in der "oberen Wandelhalle" im Neuen Rathaus friedlich Flagge zu zeigen (Haupteingang am Martin-Luther-Ring, 1.Etage). Ich bitte Euch hiermit von Herzen um Verstärkung und würde mich sehr freuen, wenn sich der Eine oder Andere von euch i.w.S.d.W. neben uns stellt.
    An dieser Stelle ziehe ich zudem öffentlich meinen Hut vor dem scheinbar unermüdlichem Engagement der NABU-Vertreter Beatrice Jeschke und Karsten Peterlein sowie Friederike Lägel vom Ökolöwe Leipzig. Letztere kämpfen aktuell mit einem Appell für mehr Grün in Leipzig und konnten schon 11.103 Stimmen gewinnen - für diejenigen unter Euch, die weiterhin einen Klick für "Mutter Erde" übrig haben, teile ich gern den Link: www.oekoloewe.de/MehrGruen.html
    Eine Sache liegt mir noch am Herzen: ich möchte Euch allen nochmals meine tiefe Dankbarkeit für Eure Stimmen und die wunderschönen Kommentare ausdrücken. Eure Worte haben mich im Verlauf der Petition sehr berührt und immer wieder gestärkt weiter zu machen.
    Ich wünsche Euch einen wunderbaren und besinnlichen Start in die neue Woche.
    Herzliche Grüße, Franziska Mai

Pro

.. derer unbedingte Erhalt von Naturflächen, - auch die Kenntnis, dass 75 % der Insekten verschwunden sind (, ein enormer Eingriff in die Nahrungskette), - Tiere wie bereits in der Peition beschrieben Rückszugorte benötigen, - die Felder und Feldränder für die Tiere aufgrund des Glysophateinsatzes kaum noch belebar sind. .WIR HABEN DIE PFLICHT unseren Planeten zu erhalten - mit dem Erhalt jeder noch so kleinen Fläche. Vielen Dank Franziska!!!

Contra

Noch kein CONTRA Argument.