Petition addressed to:
Bürgermeister Tobias Scherf
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Scherf,
seit 5 Jahren verfolge ich das unaufhörliche Abholzen von Bäumen und Hecken in meiner unmittelbaren Umgebung Angertwete....Richtung Wormeln, Diemelaue, Stiepenwäldchen, Reitstall Warburger Land, entlang der B7.... und und und....
Ich habe Kurse in der Natur gegeben und gehe täglich mit dem Hund spazieren und das was hier aktuell passiert, überschreitet jedes erträgliche Maß!!
Ich gehe jetzt in ausgeräumter Landschaft spazieren, vornehm Kulturlandschaft genannt.
Durch die Abholzung sehe ich eine deutliche Minderung meiner Lebensqualität, sowie eine Wertminderung von Haus und Grundstück gegeben! Wir, hier in der Angertwete, haben uns bewusst für Hauskauf oder Bau auf Grund der Lage im GRÜNEN entschieden. Nun ist das Ganze sehr übersichtlich geworden. Ich kann bis auf den Sportplatz schauen. Ein Sicht- und Lärmschutz ist nicht mehr gegeben. Ich lade Sie gerne in meinen Garten ein, beim nächsten Sportfest oder auch wenn in der Skateranlage Party stattfindet. Naja, vielleicht findet ja jetzt weniger auf der Skateranlage statt, sie liegt ja jetzt in der prallen Sonne.
Bitte kommen Sie mir jetzt nicht mit dem seichten Argument des Deichschutzes oder mit dem Totschlagsargument der Verkehrssicherheit. Zum Hochwasser- oder Deichschutz eine kleine Geschichte. Vor 10 Jahren leitete ich eine Sportgruppe... wir wollten einen kleinen Sandstrand, oder eine Liegewiese, evtl. ein Kneippsches Tretbecken. Wir bekamen eine kategorische Ablehnung mit der Begründung Hochwasserschutzgebiet. Es dürften hier keine Installationen errichtet werden. Nun haben wir genau dort einen Wasserspielplatz! Wie geht das?? Hierzu bitte ich um eine ausführliche Stellungnahme.
Das Abholzen in der Diemelaue und den anderen aufgeführten Gebieten verstößt gegen das Bundesnaturschutzgesetz §39 und gegebenenfalls Artenschutzgesetz § 44 , sowie gegen das Grundgesetz Artikel 2, Absatz 2 (Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen).
Der Erhalt von Gehölzbeständen oder von Einzelbäumen auf bestehenden Deichen kann auch in Hochwasserschutzgebieten zugelassen werden, wenn sich der Bewuchs außerhalb des erforderlichen Mindestquerschnittes befindet und ein Eindringen der Wurzeln in diesen dauerhaft verhindert wird.
Im Bereich der Diemelaue wurden jedoch wahllos alle Bäume und Sträucher auch weit außerhalb des Mindestquerschnitts abgeholzt!
Bäume auf Deichen dürfen grundsätzlich nicht gefällt werden, da sie die Standsicherheit und den Hochwasserschutz massiv gefährden, indem sie nach dem Absterben der Wurzeln Hohlräume schaffen, durch die Wasser eindringen kann (Piping-Effekt),
Die Wurzeln sind noch drin!! Wir sind mehr gefährdet als zuvor. Deichsicherheit und Hochwasserschutz sind nicht mehr gewährleistet.
Das Abholzen von Bäumen auf Deichen ist generell nicht erlaubt, da Bäume die Stabilität von Deichen gefährden können, indem ihre Wurzeln den Erdwall durchdringen und der Windwurf Schäden anrichtet, was zu Deichbrüchen führen kann; nur unter strengen Auflagen und bei gleichzeitiger Sicherung der Deichfunktion durch Fachbehörden (z.B. beim Bau neuer Deiche) darf dies erfolgen, meist verbunden mit Ersatzpflanzungen oder alternativen Schutzmaßnahmen, da Bäume auch als Erosionsschutz dienen können.
Wo sind die Ersatzmaßnahmen?? Wo ist der Erosionsschutz jetzt?
Ihr Argument, aus Verkehrssicherheitgründen wahllos eine so massive Anzahl an Bäumen z.B. entlang des Fahrradwegs Richtung Wormeln, auf Höhe des Reitstalls, unterhalb des freien Tankstelle und unterhalb des Herkules Supermarktes, entlang der B7 etc. etc., zu fällen, ist nicht nachvollziehbar.
Verkehrssicherheit bei Bäumen bedeutet, dass die Pflicht besteht, durch regelmäßige Kontrollen sicherzustellen, dass Bäume keine Gefahr für Personen und Sachen darstellen, was Stand- und Bruchsicherheit gewährleistet.
Dies erfordert eine regelmäßige Überprüfung auf offensichtliche Mängel wie Totholz, Pilzbefall oder Risse, wobei Laien einfache Kontrollen durchführen können, aber bei Unsicherheit Fachleute (Baumgutachter) hinzugezogen werden müssen, um Haftungsrisiken zu vermeiden.
Bitte ersparen Sie mir die Begründung, dass die meisten Bäume krank oder befallen sind. Offensichtlich (Sichtbefund Stamm) sind es die meisten nicht.
Verkehrssicherheit bedeutet ein für Naturschutz- und Anwohner Belange sensibles Vorgehen und nicht, großflächig Bäume und Sträucher abzuholzen.
Da offensichtlich wirtschaftliche Gründe das Abholzen bedingen, führen Sie dies auch bitte öffentlich als Ihr Motiv an und seien Sie ehrlich zu den Warburger Bürgern.
Es ist allgemein bekannt, dass der Holzverkauf der Stadt Warburg viel Geld einbringt (vgl. öffentlich einsehbare Wirtschaftsberichte).
Ist die Lebensqualität der Warburger Bürger, sowie der Arten- und Naturschutz nicht deutlich mehr wert als Ihre kurzfristigen wirtschaftlichen Interessen?
Erhaltung der Natur ist wichtig. Bäume sorgen für Sauerstoff und reduzieren das CO2, das zur Klimaerwärmung beiträgt.