Wir verlangen die Umbenennung des Hotels "Drei Mohren"!

Ein Vorschlag unsererseits für das Hotel wäre, ausschließlich den Namen „Steigenberger“ zu verwenden oder ein Zeichen zu setzten, indem sich die Geschäftsleitung bewusst für den Namen „Drei Möhren“ entscheidet.

Wir wollen der Geschäftsführung zeigen, dass die Mehrheit der Augsburger*innen Rassismus in jeglicher Form ablehnt.

Dafür brauchen wir eure Unterstützung!

Begründung

Wir, die Jugendgruppe Amnesty Augsburg, haben beschlossen uns für Augsburg als Friedensstadt zu engagieren, in der Werte wie Solidarität und Gleichberechtigung einen hohen Stellenwert haben.

In diesem Sinne wollen wir eintreten für Verständigung und Sensibilisierung der Bevölkerung für ein friedliches und respektvolles Zusammenleben. Dazu gehört auch die Aufarbeitung des deutschen Kolonialismus, der bis heute seine Spuren in unserer Sprache und Vorstellungswelten hinterlassen hat und sich in Form von Alltagsrassismus und institutioneller Diskriminierung negativ auf unser Zusammenleben auswirkt. Als Amnesty Jugendgruppe ist es unser Anliegen das gesellschaftliche Bewusstsein für diese Themen zu stärken und uns aktiv gegen Rassismus einzusetzen.

Während der von der UN ausgerufenen Internationalen Dekade für Menschen Afrikanischer Abstammung ist es uns wichtig, euch auf den diskriminierenden Gehalt des Wortes „Mohr“ aufmerksam zu machen. Dieser findet sich in dem Namen des Hotels wieder und ist für Schwarze Menschen sehr verletzend.

Das Wort „Mohr“ hat seinen Ursprung in der kolonialen Vergangenheit Deutschlands und ist eine veraltete Bezeichnung für Schwarze Menschen. Es wurde im Laufe der Geschichte zur Abwertung und Herabstufung Schwarzer Menschen verwendet und ist ein rassistischer Begriff, der sich auf koloniales Gedankengut stützt.

Allein der Ursprung des Wortes zeigt die abwertende Funktion von „M.“, da es einmal auf Griechisch „moros“ (töricht, einfältig, dumm, gottlos) sowie auf Lateinisch „maurus“ (schwarz, dunkel, afrikanisch) zurückzuführen ist. Schon immer wurden Menschen mit Schwarzer Hautfarbe dadurch als „fremdartig“ und „exotisch“ abgegrenzt, was durch die negative Symbolik der Farbe Schwarz im christlich-mythologischen Denken nur verstärkt wurde. „M.“ hat heute noch die Konnotation des „Dienens“, der „Schuld“ und des „Bestraft-Seins“, da versklavte Afrikaner*innen an deutschen Adelshäusern so bezeichnet wurden.

Wir, als junge engagierte Menschen unterschiedlicher Hautfarben und Herkünfte, finden es schockierend, dass solche Bezeichnungen in der heutigen Zeit weiterhin Verwendung finden. Bei jedem Vorübergehen erinnert uns der Name des Hotels an die lange Geschichte kolonialer Ausbeutung sowie an (eigene) rassistische Diskriminierungserfahrungen, die auch heute noch Alltag vieler Menschen in Deutschland sind.

Aus all diesen Gründen möchten wir Sie bitten, sich für die Umbenennung des Hotels einzusetzen, denn er degradiert und diskriminiert Schwarze Mitbürger*innen in Augsburg.

Wie bei jeder anderen Verletzung, die wir einem Menschen entgegenbringen, sollte dies Grund genug sein, inne zu halten und nachzudenken, inwieweit wir unser Verhalten ändern können, um Menschen zu respektieren, anstatt zu diskriminieren.

Die Schwarze Community in Deutschland (ISD) weist schon seit vielen Jahren darauf hin, dass diese Namen diskriminierend sind und fordert Städte und Kommunen auf, rassistisch diskriminierende Bezeichnungen durch Personennamen zu ersetzen, die sich für Frieden und Gleichberechtigung eingesetzt haben.

Nach dem 2. Weltkrieg wurden viele Straßen und Plätze umbenannt, um sich von der nationalsozialistischen Vergangenheit zu distanzieren und ein klares Zeichen für Demokratie und Vielfalt zu setzen. Ebenso sollten Namen, die herabwürdigende Bezeichnungen aus der Kolonialvergangenheit unhinterfragt reproduzieren oder Kolonialverbrecher ehren, restlos ersetzt werden. So wurde beispielsweise die Lothar-von-Trotha-Straße in München in Herero-Straße umbenannt.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Amnesty Jugendgruppe Augsburg aus Augsburg
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Neuigkeiten

Pro

Leider scheinen viele Nutzer in den sozialen Medien oder auch Schreiber von Contra-Argumenten hier nicht verstanden zu haben, dass die Amnesty-Jugendgruppe mit ihrem Appell in erster Linie eine Diskussion anstoßen will, eine Diskussion, der sich viele, die von sich behaupten, nicht rassistisch zu handeln, es aber unbewusst doch tun, gar nicht stellen wollen. "Rassistische Muster sind viel tiefer im alltäglichen Empfinden verankert als sich Nichtbetroffene eingestehen möchten", schrieb Sascha Lobo heute in seiner Kolumne auf Spiegel.de. Lassen wir doch die Diskussion zu!

Contra

Bezahlt den betroffenen Eigentümern doch die Folgekosten. Bei einem gut eingeführten Namen sollten da mal so 150.000€ eingeplant werden bis der neue Name den entsprechenden Bekanntheitsgrad hat. Und dann noch die Sachkosten. Berufskleidung, Leuchtreklame , Fahrzeugbeschriftung, Drucksachen.... Ihr vernichtet Existenzen und Arbeitsplätze für einen Phyrrussieg. Der falsche Angriffspunkt. Aber so kriegt man halt schnell Publicity auf Kosten unbescholtener Geschäftsleute, die sich den Namen noch nicht mal ausgedacht haben. Es ist halt mühsam den täglichen Kampf im Klein des Alltags zu führen.

Warum Menschen unterschreiben

  • Jonathan Uhrig Hockenheim

    am 27.11.2018

    Als Junge mit äthiopischen Wurzeln fühle ich mich in dieser Hinsicht direkt angesprochen, schon fast gekränkt vom Namen. Entsprechend freut mich euer Einsatz.

  • am 27.11.2018

    Ich selbst fühle mich durch die Bezeichnung des Hotels diskriminiert und an meine schlechten Erfahrungen erinnert, welche ich aufgrund meiner afrikanischen Herkunft erdulden musste.

  • Felicia Böhm Leutkirch

    am 27.11.2018

    Da Rassismus aus der Mitte der Gesellschaft verschwinden muss und somit auch unbewusste Faktoren, die diesen weiterhin in unseren Köpfen festsetzen. (so auch das Wort "Mohr")

  • am 24.11.2018

    Weil Rassismus nicht tragbar ist, erst recht nicht an einer so präsenten Position im Augsburger Stadtbild. Unwissen ist entschuldbar, eine Beibehaltung des Namens wider besseren Wissens hingegen entbehrt jeglicher Rechtfertigung, jeglichem Sinn von Empathie, von Toleranz, letztlich der Anerkennung der Unantastbarkeit der Menschenwürde als Grundpfeiler unserer gesellschaftlichen Ordnung.

  • am 23.11.2018

    Mohre ist eine unzeitgemäße und unhaltbare Beleidigung

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