Region: Koblenz
Environment

Wahrung des Naturraums "Arzheimer Schanze" in Koblenz

Petition is directed to
Oberbürgermeister David Langner
300 Supporters 174 in Koblenz
13% from 1.300 for quorum
  1. Launched 31/05/2020
  2. Time remaining 10 months
  3. Submission
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  5. Decision
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Erhalt des schutzwürdigen Biotops „Arzheimer Schanze“

weitergehende Informationen und Hintergründe auf der Webseite: arzheimer-schanze.de

Wir, die Bürgerinitiative zum Erhalt des Naturraums „Arzheimer Schanze“, wollen dieses Gebiet für den Naturschutz und die Naherholung vor Versiegelung bewahren.

Gerade in Zeiten des Klimawandels, des Arten- und Insektensterbens und einer immer stärkeren Verinselung von Freiflächen ist es wichtig, dass Streuobstwiesen und Mähweiden – wie sie die Arzheimer Schanze bietet – dauerhaft von einer Bebauung freigehalten werden. Sie erfüllen eine überaus wichtige Funktion für das städtische Klima (als Kaltluftschneise zur Linderung von „Urban Heat Islands“), den Artenschutz (als Biotopmosaik), die Erholung der Bevölkerung und dienen einer nachhaltigen Stadtentwicklung im Bezug auf das mikroklimatische Verbundsystem.

Die Arzheimer Schanze ist eine Grünlandfläche, die u.a. aus Gehölzen, Fettwiesen und Streuobstweiden besteht. Diese werden zum Teil als Mäh- und stellenweise Pferdeweiden genutzt. Gelegen zwischen dem Sportplatz Arzheim, dem Mühlental und dem nord-westlichen Ortsrand Arzheims ist sie ein wichtiger Teil des Grünverbundsystems der Koblenzer Stadtteile Niederberg, Arenberg und Asterstein. Das Biotop Arzheimer Schanze ist Lebensraum vieler Tier- und Pflanzenarten und hilft deren biologische Vielfalt zu erhalten.

Die blütenreichen Wiesen stellen gerade in den Frühlings-, Sommer- und Herbstmonaten einen wichtigen Lebensraum für Insekten, z.B. Wildbienen und verschiedene Hummelarten dar. Entsprechend des Insektenreichtums findet man auf der Arzheimer Schanze auch eine Vielzahl unterschiedlicher Vögel.

Neben den geläufigen und häufig auftretenden Vogelarten, wie Blau- und Kohlmeisen, Rotkehlchen, Hausspatzen, Schwalben, Stieglitzen, Bussarden, Habichten, Graureihern zählen zu den Bewohnern der Schanze u.a. der Grünspecht und Buntspecht, Fasane, Stare, Feldspatzen, die Goldammer, der Gartenrotschwanz und verschiedene Greifvögel wie z.B. der Rotmilan, der insbesondere in den Sommermonaten häufig zu sehen ist.

Einige dieser genannten Arten, finden sich bereits auf der „Roten Liste der Brutvögel„ des Nabu, da sie zu den im Rückgang befindlichen und gefährdeten Arten gehören. Die Liste gesichteter Vogelarten lässt sich noch um eine Vielzahl ergänzen.

Die Obstbäume der Streuobstwiesen der Arzheimer Schanze sind für die lokale Tierwelt ebenso wichtig wie das vorkommende Totholz und Höhlenbäume, die einen wichtigen Lebensraum für viele Tierarten bieten.

Die Schanze ist vor allem in den Sommermonaten das Jagdrevier von Fledermäusen, die allabendlich in der Dämmerung beobachtet werden können. Ebenso nutzen Rehe die Weiden der Schanze zur Ablage ihrer Kitze. Kröten wandern vom Mühlental hoch und nutzen Gärten als ihr Sommerquartier. Dies ist insofern besonders erfreulich, da es in den letzten Jahren insgesamt kaum Kröten (selbst zu deren Wanderungszeit) im angrenzenden Habitat Mühlental zu beobachten gab!

Auch die bei uns noch selten vorkommende Holzbiene, ein beeindruckendes, großes Insekt, lässt sich seit einigen Jahren an Wickensträuchern beobachten, siehe Galeriebilder auf unserer Webseite: arzheimer-schanze.de

Über alle genannten Arten hinaus leben auf der Schanze eine Vielzahl regional üblicher Tiere wie Greifvögel, Füchse und Kaninchen, Maulwürfe, Feldmäuse, Bilche und vermutlich noch viele weitere, von uns bisher unentdeckte, Tiere.

Städtebaulicher Hintergrund:

Die Stadt Koblenz plant die Fortschreibung ihres Flächennutzungsplans aus dem Jahr 1983.

Am 18.12.2019 hat der Ausschuss für Stadtentwicklung und Mobilität den Entwurf zur Fortschreibung des Flächennutzungsplans für die Beteiligung der Ortsbeiräte beschlossen (Ö 1.3).

Die bei der Orstbeiratssitzung im FNP als Baugebiet vorgesehene Fläche hat eine Größe von ca. 2,6 Hektar. Mit aktuellen Planungsmethoden lassen sich hier maximal ca. 30-50 Wohneinheiten realisieren.

Unserer Auffassung nach trägt ein Neubaugebiet nicht zum Ortsbild und dessen Wahrnehmung bei. Als Alternative würde eine mögliche Ausweisung des Ortskerns als Sanierungsgebiet mehrere, positive Effekte auf den gesamten Ort ausüben ohne gleichzeitig den Naturraum anzugreifen.

In Kurzform unsere Ziele:

  1. Erhaltung der biologischen Vielfalt
  2. Erhaltung des Naherholungsgebiets
  3. Wahrung der unversiegelten Flächen
  4. Erhalt der emissionsfreien Grünfläche
  5. Erhalt des Landschaftbildes
  6. Erhalt des klimatischen Ausgleichraums für das Wohnumfeld
  7. Ortskernaufwertung durch Sanierung: In den letzten Jahren sichtbar und förderbar.

-

Wir werden die Gelegenheit nutzen uns für den Erhalt der Arzheimer Schanze als Naturraum einzusetzen – und Sie können uns dabei unterstützen!

Reason

Neben der hohen Bedeutung für den Natur- und Artenschutz (siehe oben) , gibt es noch weitere Gründe für den Erhalt des Biotops "Arzheimer Schanze"

Landschafts- und regionalplanerische Gründe:

Der kürzlich fortgeschriebene regionale Raumordnungsplan (2017) sieht in diesem Bereich einen Grünzug vor. Eine Umwidmung des Gebiets im FNP steht im Konflikt zum Entwicklungsgebot aus dem reg. Raumordnungsplan und der Fortschreibung des Landschaftsplans (2019).

Die im Biotopverbund des Landschaftsplans (Fortschreibung 2019) deutlich sichtbare und wichtige Grünbrücke würde durch ein Baugebiet nachhaltig zerstört: Die Funktion des überaus wichtigen Trittsteinbiotops würde außer Kraft gesetzt und dauerhaft beschädigt.

Städtebauliche Gründe:

Neubaugebiete „auf der grünen Wiese“ im klassischen Sinn sind in der Stadtplanung schon seit Jahrzehnten nicht mehr als sinnvollstes Werkzeug zur Schaffung von Wohnraum angesehen. Der Flächenbedarf pro Kopf ist mit Abstand der höchste (je nach Bauform, hier: Einfamilienhäuser). Es werden Flächen neu versiegelt, verdichtet und Emissionen erzeugt, anstatt sie zu reduzieren. Hinzu kommen Folgekosten durch neu zu schaffende Infrastruktur (nebst deren Unterhalt).

Alternative und sinnvolle Maßnahmen nennt zum Beispiel der Masterplan der Stadt Koblenz „Leitlinien der Stadtentwicklung“ 3.0 – 2 ff.:

In den zentralen Lagen der Stadt existiert wiederum noch eine ganze Reihe von Potentialflächen für eine Innenentwicklung, insbesondere auch für die Schaffung von Wohnraum: Konversionsflächen, mindergenutzte Grundstücke, Baulücken und Bereiche für Nachverdichtungen.

Häufig wird eine den Ortsteil betreffende Maßnahme isoliert betrachtet. In Wirklichkeit sind städtische Planungen und Entwicklungsvorhaben aber im Verbund wirksam: Das Besondere an Koblenz ist, dass es überdurchschnittlich viele militärische „Konversionsflächen“ gibt. Es handelt sich hierbei vorrangig um ehemalige Bundeswehreinrichtungen und -flächen, die aufgrund des Strukturwandels in der Verteidigungspolitik zu Leerständen wurden und/oder nur noch verwaltet werden. Diese Flächen gelten als städtebaulich besonders interessant, da Umwelt- und Sozialaspekte in der Projektentwicklung solcher Objekte als günstig und sehr sinnvoll betrachtet werden. Man „schlägt mehrere Fliegen mit einer Klappe“. Häufig liegen diese Standorte (auch in Koblenz) an reizvollen Stellen, die sich für eine Umnutzung zur Wohnbebauung (und auch in alternative Wohnformen) ideal eignen (Stichwort: „Fritsch Kaserne“).

Die Stadt Koblenz ist bestrebt dieses Thema weiterzutreiben und kümmert sich um die Umnutzung solcher Objekte. Wir befürworten das ausdrücklich.

Wir lehnen hingegen die Idee ab, ein Neubaugebiet auf der Arzheimer Schanze zur nach unserer Auffassung unnötigen „Ortsteil-Arrondierung“ („Abrundung des Ortsrandes“) vorzusehen.

Demografische Gründe: Koblenz Arzheim zählt lt. KoStatIS (Monatliche Bevölkerungszahlen 2019, Seiten 36 ff.) zu den Stadtteilen mit einem hohen Anteil an Einwohnern, die das 65. Lebensjahr überschritten haben. Kombiniert mit der historisch gewachsenen, dorfartigen Struktur ist durch den hohen Hauseigentümer-Anteil in den nächsten Jahren mit einer steigenden Zahl an dem Markt zur Verfügung stehenden Häusern zu rechnen, insbesondere im und um den Ortskern herum. Die demografischen Daten anderer Stadtteile (Stolzenfels, Horchheim, etc.) lassen sich sogar noch deutlicher interpretieren.

Die demografische Entwicklung zeigt, dass es in den kommenden Jahren ein zunehmendes Wohnraum- und Immobilienangebot geben wird – auch ohne Neubaugebiet – und dies nicht nur in Koblenz Arzheim.

Intakter und wertvoller Naturraum soll nicht in Anspruch genommen und versiegelt werden.

Stattdessen befürworten wir die Alternative der Ausweisung des Ortskerns als Sanierungsgebiet: Dies würde mehrere, positive Effekte auf den gesamten Ort ausüben ohne gleichzeitig den Naturraum anzugreifen. Ein Neubaugebiet hingegen trägt nicht zum Ortsbild und dessen Wahrnehmung bei.

  • Die Natur braucht solche vermeintlich unscheinbaren Flächen im Stadtgebiet deutlich mehr, als man gemeinhin denkt.
  • Dem Ort und seiner Bevölkerung geht mit einem Baugebiet auf der Arzheimer Schanze ein wichtiger Natur- und Naherholungsraum verloren.
  • Es gibt kaum städtebauliche Gründe für ein Neubaugebiet an dieser Stelle, es gibt viele, bessere Alternativen. -„Arzheim ist als Wohnlage so attraktiv, weil man in direkter Stadtnähe lebt und gleichzeitig im Grünen ist“. Aussagen wie diese werden ad absurdum geführt, wenn man für das ersehnte „Im-Grünen-wohnen“ Naturraum und Grünflächen opfert.
  • Eine Ausweisung des Ortskerns zum Sanierungsgebiet ermöglicht Fördermittel, die den derzeit positiven Trend verstärken würden.

Weiteres und Bildmaterial unter: arzheimer-schanze.de

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