Environment

Weniger Emissionen durch Dienstreisen: Ein offener Brief an die Universität Freiburg

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Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
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  1. Launched 28/10/2019
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Sehr geehrter Prof. Dr. Dr. h.c. Schiewer,

Sehr geehrte Mitglieder des Senats,

Sehr geehrte Mitglieder weiterer Leitungsgremien der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg,

mit diesem Schreiben wollen wir als Angehörige der Universität anregen, dass die Albert-Ludwigs-Universität in puncto Ressourcen- und Klimaschutz insbesondere im Bereich der Dienstreisen aktiver wird und zukünftig eine Vorreiterrolle einnimmt.

In Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen und zur Erfüllung der Beschlüsse des Pariser Abkommens ist eine substantielle Reduktion der Treibhausgasemissionen in allen Gesellschaftsbereichen dringend geboten. Immer mehr Körperschaften und zivilgesellschaftliche Akteure sehen sich in der Pflicht, aus eigener Verantwortung einen Beitrag zu leisten. WissenschaftlerInnen tragen in diesem Zusammenhang eine besondere Verantwortung und haben auch eine Vorbildfunktion innerhalb der Gesellschaft. Aber gerade wir Wissenschaftler*innen verursachen vor allem durch unsere Reisen zu Konferenzen, Workshops, Arbeitsgruppentreffen und Feldforschungseinsätzen einen sehr hohen CO2-Äquivalent-Ausstoß (CO2e). Beispielsweise schlägt eine einzige Konferenzreise von Freiburg nach Atlanta via Direktflug von Frankfurt mit etwa 3 Tonnen CO2e zu Buche (Emissionsfaktoren nach Umweltbundesamt 2018).

Um das Reduktionsziel der internationalen Staatengemeinschaft zu erreichen, muss in Deutschland der jährliche Pro-Kopf-CO2e-Ausstoß von aktuell durchschnittlich 11,6 Tonnen CO2e bis 2050 auf unter 1 Tonne CO2e pro Person und Jahr sinken. Alleine die geschilderte Reise nach Atlanta würde bereits deutlich das einer Person rechnerisch zur Verfügung stehende Jahresbudget übersteigen. Unser derzeitiger Klimafußabdruck steht im starken Kontrast zu den notwendigen Reduktionen der Treibhausgasemissionen, was prominent und öffentlichkeitswirksam auch von 26 800 deutschsprachigen WissenschaftlerIinnen in einem Unterstützungsschreiben für Fridays For Future unterstrichen wurde (Scientists for Future 2019).

Für die Gesamtemissionen von Universitäten spielen Dienstreisen eine zentrale Rolle. Die ETH Zürich gibt beispielsweise an, dass mehr als die Hälfte der universitären CO2e-Emissionen von Dienstreisen verursacht werden – und von diesen wiederum allein 93 % durch Flugreisen (ETH Zürich 2019). Als zentrale Stellschraube müssen daher Dienstreisen im Fokus aller Reduktionsbemühungen stehen.

Aktuell hinkt die Universität Freiburg – im Gegensatz zu vielen anderen Hochschulen und Universitäten im In- und Ausland – beim Thema Klimaschutz deutlich hinterher, was in starkem Kontrast zu ihrer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung steht. Die UnterzeichnerInnen dieses Briefes fordern die Leitungsgremien der Universität daher auf:

  • Klare Regeln für eine Reduzierung der Emissionen durch Dienstreisen vorzulegen. Der dazu notwendige Diskurs und die partizipative Erarbeitung von klaren, überprüfbaren, verbindlichen (Reduktions-)Regeln sollte innerhalb eines Jahres abgeschlossen werden. Alle MitarbeiterInnen sind in den Prozess einzubinden.
  • Das Ergebnis dieses Prozesses transparent auch für die nicht-universitäre Öffentlichkeit darzustellen.
  • In den verantwortlichen Entscheidungsebenen auf landes-, bundes- und europäischer Ebene auf eine klimafreundliche Anpassung von Vorschriften, z.B. des Landesreisekostengesetzes, hinzuwirken.

Dieser offene Brief wird mit den bis dahin gesammelten Unterschriften am 17.12.2019 dem Rektor und den Mitgliedern des Senats überreicht.

Hiermit unterstütze ich als Angehörige/Angehöriger der Universität Freiburg die obigen Forderungen.

Reason

Mit unseren Forderungen streben wir eine verstärkte Reflektion des Themas „klimabewusste Dienstreisen“ an (siehe das Beispiel der Wissenschaftlichen Gesellschaft Freiburg 2019). Dies könnte beispielsweise den Verzicht auf Flugreisen bei bestimmten Entfernungen oder Reisedauern umfassen (siehe ClimateWednesdays 2019). Ob die Kompensation von CO2e-Emissionen aus Dienstreisen einen sinnvollen und gangbaren Weg darstellt, müsste ebenfalls diskutiert werden.

Quellen:

Thank you for your support, Mareike Blum from Freiburg
Question to the initiator

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News

Here are some examples of other Universities that are more advanced in the debate about academics flying less 1) German Universities: https://climatewednesday.org/selbstverpflichtung/ 2) University of Lund, Sweden: https://www.staff.lu.se/article/heads-should-help-reduce-flying http://www.kimnicholas.com/academics-flying-less.html 3) University support for Web-Conferences and online meetings: e.g. University of Heidelberg (and many others) https://www.uni-heidelberg.de/studium/imstudium/elearning/adobeconnect.html

No CONTRA argument yet.

Why people sign

  • Nicola Nesa Freiburg

    5 h. ago

    Gerade WissenschaftlerInnen und AkademikerInnen sollten an der Frontlinie sein, um solche Änderungen in der Gesellschaft weiterzubringen.

  • 7 h. ago

    Es ist höchste Zeit zu handeln!

  • Verena Kremling Emmendingen

    1 day ago

    "Die Wissenschaft" ist das wichtigste Referenzsystem zum Verständnis des Klimawandels und zur Entwicklung nachhaltiger Lösungen. Ihre Akteur*innen müssen mit gutem Beispiel vorangehen, um dem Kampf gegen den Klimawandel Glaubwürdigkeit zu verleihen.

  • 6 days ago

    KlimaKATASROPHE können wir nur stoppen, wenn wir alles tun was möglich ist. Also Verhalten ändern! Skypen statt Reisen wann immer möglich...

  • 6 days ago

    because I care about our planet and especially for small distances its easy to change something!

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