In vielen anderen Bundesländern ist es üblich, die lange Zeit zwischen Weihnachten und Ostern zum Halbjahreswechsel durch ein ein- oder zweiwöchige Winterferien zu unterbrechen und die Kinder sich erholen zu lassen. Leider sind die Winterferien in Schleswig-Holstein unbekannt. Unsere Kinder müssen nun, abhängig vom Osterdatum, bis zu 14 Wochen ununterbrochen die Schule besuchen. Gerade aber in der dunklen und kalten Jahreszeit sollten Kinder die Möglichkeit haben, auch außerhalb von Wochenenden sich draußen aufzuhalten und so Energie für die Unterrichtszeit zu tanken. Daher fordern wir die Einführung von einwöchigen Winterferien in Schleswig-Holstein im Februar oder Anfang März.

Begründung

Abgrenzung der beiden Schulhalbjahre

Zwischen den beiden Schulhalbjahren liegt lediglich ein ganz normales Wochenende. Die Kinder bekommen also am Freitag ihre Halbjahreszeugnisse und bevor diese richtig verarbeitet und reflektiert wurden und neue Motivation durch ausreichend Abstand zur Schule entstanden ist, müssen sie nur drei Tage später wieder mit voller Konzentration einsteigen.

Gesundheitlicher Aspekt

Kinderärzte beobachten durch Ferien immer wieder einen Rückgang von Erkrankungsgipfeln durch Infekte, da die Übertragungswege für ein oder zwei Wochen unterbrochen werden. Gerade in der infektgefährdeten Winterzeit wären Ferien demnach eine wirksame Maßnahme gegen die Ausbreitung von Erkältungskrankheiten.

Wintererholung möglich

In Winterferien bietet sich die Möglichkeit für einen Aktivurlaub im Schnee oder auf dem Eis; mit Skifahren, Snowboarden, Rodeln oder Schlittschuhlaufen. Auch in Schleswig-Holstein hält zu dieser Zeit häufig der Winter Einzug. Was kann es besseres für die Erholung der Kinder geben, als den ganzen Tag an der frischen Luft unterwegs zu sein? Sogar in Mecklenburg-Vorpommern, das nicht gerade für seine Skigebiete bekannt ist, gibt es ganze zwei Wochen Winterferien.

Skiurlaub auch für wenig Geld

Häufig gibt es das Argument, dass Winterurlaub nur für die gehobenen Einkommensschichten in Frage kommt. Aber gerade für Familien, die nicht tausende von Euro für einen Winterurlaub aufbringen können, bietet sich mit passenden Winterferien die Möglichkeit, in 3-5 Stunden in deutsche Mittelgebirge wie das Sauerland, Harz oder das Erzgebirge zu reisen, um dort zu erschwinglichen Preisen und im Februar in dann nahezu schneesicheren Regionen einen preiswerten Winterurlaub zu verbringen. Skiurlaub über Silvester ist dazu keine Alternative, da die Urlaubsgebiete zu dieser Zeit restlos überfüllt und damit überteuert sind und es für Schnee in deutschen Mittelgebirgen häufig zu früh im Jahr ist. Gerade für Familien mit kleineren Kindern sind diese Gebiete aber eine tolle Alternative zu Norwegen, Österreich und der Schweiz. Über Ostern können es sich dann wirklich nur noch Familien mit viel Geld leisten, auf einem weit entfernten Gletscher Ski zu fahren.

Gleichmäßigere Verteilung der Ferien

Die Schulzeit zwischen Weihnachten und Ostern ist für Schulkinder in Schleswig-Holstein mit bis zu 14 Wochen die längste im Schuljahr ohne Unterbrechung. Nach den 6-wöchigen Sommerferien schließen sich lediglich 6 Unterrichtswochen an, die dann wieder von 2-wöchigen Herbstferien (die in diesem Jahr sogar ganze 3 Wochen betragen!) abgelöst werden. Mit einer einwöchigen Winterpause würden die Ferien gleichmäßiger auf das Jahr und die verschiedenen Freizeitaktivitäten verteilt werden.

Welche anderen Ferien sollen für eine Woche Winterferien wegfallen?

Keine. Für eine Woche Winterferien müssten lediglich die sehr langen Oster-, Herbst- und/oder Weihnachtsferien um einzelne Tage gekürzt werden. In diesem Jahr könnte beispielsweise fast eine komplette Woche der Herbstferien dafür genutzt werden, im letzten Jahr der Freitag vor Osterferienbeginn und der Donnerstag und Freitag vor den Weihnachtsferien. Mit zusätzlich ein bis zwei der ohnehin vorhandenen beweglichen Ferientage erhielte man somit 5 Tage für Winterferien im Februar oder Anfang März. An der Gesamtzahl der Ferientage ändert sich somit nichts.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Volker Barthel aus Kiel
Frage an den Initiator

Übersetzen Sie jetzt diese Petition

Neue Sprachversion

  • openPetition hat die von Ihnen unterstützte Petition offiziell im Petitionsausschuss von Schleswig-Holstein eingereicht. Jetzt ist die Politik dran: Über Mitteilungen des Petitionsausschusses werden wir Sie auf dem Laufenden halten und transparent in den Petitionsneuigkeiten veröffentlichen.

    Für die Zukunft wünschen wir uns, dass alle Petitionen, die auf unserer Plattform gestartet werden, einen formalen Beteiligungsprozess anstoßen. Als Bürgerlobby vertreten wir die Interessen von Bürgerinnen und Bürgern. Deswegen helfen wir unseren Petenten, dass ihre Anliegen eingereicht und behandelt werden.

    Damit wir auch anderen Petitions-Startern und Unterstützern helfen können, würden wir uns als gemeinnützige Organisation über eine Spende von Ihnen sehr freuen.

    Jetzt Bürgerbeteiligung fördern unter www.openpetition.de/spenden

    Schön, dass Sie sich beteiligen.

    Mit besten Grüßen,
    das Team von openPetition

  • Liebe Unterstützer für Winterferien in Schlewig-Holstein,

    vielen Dank für die Unterstützung der Petition zur Einführung von Winterferien in Schleswig-Holstein, die mittlerweile vor über 2 Monaten beendet wurde. In der Zwischenzeit habe ich viel versucht, um einen Adressaten für eine öffentliche Übergabe der Unterschriftenliste zu finden. Leider habe ich jedoch weder vom Landtagspräsidenten noch von der Kultusministerin eine Antwort auf meine Anfrage erhalten. Auch die Presse scheint nun mit Frühlingsbeginn kein großes Interesse mehr an dem Thema zu haben. Daher werden wir wohl auf eine solche öffentliche Übergabe verzichten müssen und die Petition direkt beim Landtag einreichen.

    Allerdings hat der Landtag zur Einreichung von Massenpetitionen eine aus meiner Sicht nicht sehr transparente Hürde aufgestellt: Als öffentliche Petitionen oder Massenpetitionen werden nur solche Petitionen anerkannt, bei denen Unterschriften über die Webseite des Landtags gesammelt werden. Bekommt man über diesen Weg mindestens 2000 Unterschriften zusammen, erwirbt man damit das Recht auf eine öffentliche Anhörung, die jedoch auch von den Mitgliedern des Petitionsausschusses abgelehnt werden kann. Da aber jede Petition, auch von einer einzelnen Person, vom Petitionsausschuss behandelt werden muss und zu dieser Jahreszeit ein erneuter Unterschriftenaufruf sicher nicht so erfolgreich würde, wird die Petition nun direkt beim Landtag eingereicht. OpenPetition hat mit diesem Vorgehen bereits Erfahrung und wird die Einreichung übernehmen, so dass es hoffentlich zu einer öffentlichen Anhörung kommen wird. Über den Fortschritt werden wir auf diesem Weg informieren.

    Bis dahin grüßt
    Volker Barthel

  • Im Folgenden ein Brief, den ich als Antwort auf die Stellungsnahme von Kai Vogel, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, an ihn gesendet habe:

    Hallo Herr Vogel,

    vielen Dank für Ihre Stellungnahme zu meiner Petition auf openPetition und vor allem Danke für die Befürwortung einer öffentlichen Anhörung! Ich hoffe sehr, dass es zu einer konstruktiven Diskussion über die Einführung von Winterferien kommt.

    Ich möchte gern schon im Vorfeld nacheinander auf Ihre Argumente eingehen. Vielleicht belebt das die Diskussion in der Fraktion. Ich werde diesen Brief auch auf der Petitionsseite veröffentlichen.

    Die Ablehnung des Winterferienmodells im Jahr 2003 ist aus meiner Sicht kein Wunder: Es waren lediglich vorgezogene Osterferien, die für Wintersport zu spät und für Osteraktivitäten zu früh waren. Auch wird auf die Osterferien, die in diesem Jahr nicht stattfanden, kaum jemand verzichten wollen.

    Wenn pädagogische Aspekte der wesentliche Maßstab sind, dann ist es Tatsache, dass am Ende eines Schulhalbjahres jeweils sehr intensive Arbeits- und Lernphasen anliegen. Nach einem solchen Halbjahresendspurt ist sowohl bei den Schülern als auch bei den Lehrern die Luft raus. Das Erholungsbedürfnis von Kindern sollte bei der pädagogischen Argumentation dann auch mit in Betracht gezogen werden. Hinzu kommt, dass durch den Halbjahreswechsel und die damit verbundenen Zeugnisse der Lernprozess sowieso schon unterbrochen ist und von Kontinuität keine Rede sein kann. Die Kinder arbeiten in einer Art Endspurt auf die Zeugnisse hin und sollten sich dann eine Pause verdient haben. Auch müsste sich der von Ihnen als positiv hervorgehobene kontinuierliche Lernprozess zumindest im Bildungsergebnis messen lassen. Mir ist allerdings kein Bundesländervergleich bekannt, bei dem sich erkennen lässt, dass es Lernerfolgsunterschiede durch unterschiedliche Ferienregelungen gibt.

    Aus der Tourismuswirtschaft hat die Petition ganz besonders viele Unterschriften erhalten, da es für viele Familien, die in der Gastronomie tätig sind, der einzige Zeitraum im Jahr wäre, gemeinsam Urlaub zu machen.

    Die Argumente "nasskaltes Wetter" und "zu teurer Urlaub" gelten noch viel mehr für die erste Januarwoche. Statistisch gesehen ist es dann viel nasser, wärmer (kälteres Wetter ist im Winter viel angenehmer) und auch dunkler als im Februar. Mit diesem Argument sollte es dann kein Probem sein, diese Woche einfach in den Februar zu verlegen. Skifahren kann man im Februar für wesentlich weniger Geld, aber man muss es noch nicht einmal. Rodeln und Schlittschulaufen sind auch häufig zu dieser Zeit bei uns möglich, wie zum Beispiel in diesem Jahr.

    Es gibt auch im Winter geöffnete Hotels und Ferienwohnungen bei uns, und diese sind dann zu regelrechten Schleuderpreisen buchbar. Außerdem bestimmt bekanntlich die Nachfrage das Angebot, so dass es dann sicher zu zusätzlichen Angeboten käme.

    Ich möchte außerdem nicht an der klassischen Ferienverteilung (6 Wochen Sommer-, je 2 Wochen Herbst, Weihnachts- und Osterferien) rütteln, laut meiner Berechnung (siehe Neuigkeiten) müsste man nur angestückelte Tage bzw. die zusätzliche Woche Herbst- oder Osterferien dafür nutzen. Auf Ferien in der warmen Zeit müsste somit niemand verzichten.

    Dem Begriff der "Zerstückelung des Schuljahres" möchte ich die in meinen Augen positivere Formulierung der Harmonisierung der Ferienzeiten entgegensetzen. In diesem Jahr gibt es ganze 10 Wochen Ferien im zweiten Halbjahr, aber nur 3 Wochen im ersten. Auch verstehe ich nicht, woher der Vorschlag der Verkürzung der Sommerferien kommt. Dieser wird nicht in der Petition erwähnt und ich lehne diesen auch ab. Ein Blick in die Bundesländer mit Winterferien reicht aus, um Vorschläge für die Einrichtung von Winterferien zu erhalten. Auf die 6 Wochen Sommerferien verzichtet keines. Übrigens gibt es in allen skandinavischen Ländern und allen Nachbarländern Deutschlands Winterferien im Februar, ganz so ausgefallen kann die Idee nicht sein.

    Herzliche Grüße
    Volker Barthel

Pro

Auch im Winter können und sollten die Kinder sich erholen. Wer nicht wegfahren mag, kann immer noch Ausschlafen, sich mit Freunden treffen, shoppen gehen und Indoor-Aktivitäten nachgehen wie Klettern, Schwimmen, Kino und Bouldern. Und selbst im Februar soll es Menschen geben, die den Fuß vor die Tür setzen, um spazieren zu gehen und die frische Luft zu genießen. Vitamin-D-Mangel lässt sich damit relativ einfach beheben. Eine Erholungspause tut den Kindern auch im Winter gut!

Contra

Ich bin froh inzwischen in Schleswig-Holstein zu wohnen und die Osterferien zu genießen. Ich bin kein Freund von Wintersport und finde es von Vorteil Anfang April das meist gute Wetter für andere Aktivitäten mit den Kindern nutzen zu können. Anfang März ist das Wetter meist schlecht und es profitieren ausschließlich Wintersportler. Deswegen ein klares Nein zu Skiferien in Schleswig-Holstein.