• Von: Fachverband Werte und Normen - Ethische und ...
  • An: An den Präsidenten des Niedersächsischen ...
  • Region: Niedersachsen mehr
    Kategorie: Bildung mehr
  • Status: Petition in Zeichnung
  • 23 Tage verbleibend
  • 868 Unterstützer
    584 in Niedersachsen
    2% erreicht von
    26.000  für Quorum  (?)

Wir fordern die Einführung des Faches Werte und Normen an Grundschulen!

-

Die Freiheit der Weltanschauungen hat in unserer Gesellschaft einen hohen Stellenwert. Das ist auch daran zu erkennen, dass sie mehrmals im Grundgesetz verankert ist, z. B. in Artikel 33: „Niemandem darf aus seiner […] Nichtzugehörigkeit zu einem Bekenntnis [...] ein Nachteil erwachsen.“ (GG der Bundesrepublik Deutschland, Art. 33)

Man mag meinen: Das ist eindeutig und eine große Errungenschaft für unsere freiheitliche Gesellschaft. In niedersächsischen Grundschulen ist dies allerdings nicht die Realität. Zwar kann niemand zur Teilnahme am (evangelischen oder katholischen) Religionsunterricht gezwungen werden, meldet man sein Kind jedoch vom Religionsunterricht ab, wird keine verbindliche unterrichtliche Alternative geboten. Die Kinder werden in den entsprechenden Stunden in eine Nachbarklasse geschickt, bekommen Ausmalbilder oder schauen Disney-Filme. Manche werden auch einfach vor die Tür geschickt, so als hätten sie etwas ausgefressen. Dies gilt auch für Schulveranstaltungen wie Erntedank-, Weihnachts- oder Abschlussgottesdienste, die während der Unterrichtszeit stattfinden. Diese Praxis ist eine Praxis der Ausgrenzung!

Darüber hinaus sind wir der Auffassung: Diese Praxis ist grundgesetzwidrig! Grundschulkinder, deren Eltern sich gegen eine religiöse Unterweisung ihrer Kinder entscheiden, dürfen nicht benachteiligt werden. (Vgl. auch das folgende Urteil des Bundesverfassungsgerichts BVerfG, 16.05.1995 - 1 BvR 1087/91) Einige Grundschulen haben schon versucht, in Eigenregie Lösungen zu finden. Dies kann und darf aber nicht der Königsweg sein.

Das niedersächsische Kultusministerium sieht bis heute – trotz Protesten von Eltern – keinerlei unterrichtliche Betreuung der Kinder vor - es gibt also einige, die das Glück haben, an eine engagierte Schulleitung zu geraten und viele andere, die ca. 10% der Unterrichtszeit mit dem Sitzen auf Schulfluren oder dem Ausmalen von Mandalas verbringen müssen.

Unsere Lösung des Problems ist denkbar einfach: Werte und Normen soll auch an Grundschulen als ordentliches Unterrichtsfach eingeführt werden!

Begründung:

Das Fach Werte und Normen bietet allen niedersächsischen Schülerinnen und Schülern ab der 5. Klasse eine Alternative zum Religionsunterricht. Werte und Normen vermittelt – wie in anderen Bundesländern das Fach Ethik – grundlegende Wertevorstellungen unabhängig von religiösen Überzeugungen. Diese Wertevorstellungen sind für ein demokratisches, tolerantes und aufgeklärtes Zusammenleben aller Kulturen, Religionen und Weltanschauungen unabdingbar. Mit einer solchen Wertevermittlung sollte bereits mit Beginn der Schulzeit, also ab der ersten Klasse begonnen werden. Im Fach Werte und Normen wird über verschiedene Religionen und Weltanschauungen neutral informiert.

Darüber hinaus werden die Schülerinnen und Schüler mit ethischen und philosophischen Fragen in Berührung gebracht und angeregt, sich mit ihrer eigenen Persönlichkeit und der Gesellschaft auseinander zu setzen. Dagegen hat der Religionsunterricht grundsätzlich den Charakter eines Bekenntnisunterrichts, in dem die vermittelten Inhalte als richtig und wahr dargestellt werden sollen. (vgl. www.bmi.bund.de/DE/Themen/Gesellschaft-Verfassung/Staat-Religion/Religionsverfassungsrecht/religionsverfassungsrecht_node.html) Schülerinnen und Schüler werden beispielsweise über „die Schöpfung“ aus christlicher Sicht unterrichtet – eine Darstellung der Evolutionslehre oder eine an den Naturwissenschaften orientierte Geschichte der Entstehung der Natur und des Menschen fehlt hingegen.

Wir fordern daher die Erweiterungen des Faches Werte und Normen auf den Primarbereich und eine Einführung von Werte und Normen als ordentliches Unterrichtsfach, um eine Gleichberechtigung derjenigen Kinder, deren Eltern sich gegen den Religionsunterricht entscheiden, zu gewährleisten und eine neutrale, den Werten des Grundgesetzes und der Landesverfassung verpflichtete Wertevermittlung anzubieten. Genau wie Kinder, die am Religionsunterricht teilnehmen, haben auch alle anderen das Recht auf einen qualifizierten Unterricht mit ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrern. Daher fordern wir zudem eine Qualifizierung von Grundschullehrerinnen und -lehrern sowie die Ausarbeitung eines Kerncurriculums Werte und Normen für die Grundschule.

Bitte unterstützen sie uns mit Ihrer Unterschrift.
Informieren Sie sich gerne auf www.fv-wun.de

Herzlichen Dank!

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

Hannover, 30.06.2016 (aktiv bis 29.12.2016)


Debatte zur Petition

PRO: Weil W+N kein Atheisten-Unterricht ist, sondern für alle geeignet. Integrativ statt ausgrenzend.

PRO: Namen Tanzen und Stricken sowei Esotherik einzuführen, dafür kann man auf Mathe und Informatik und Physik verzichten - das versteht eh niemand und ist für die angestrebte Stelle im öffentlichen Dienst völlig entbehrlich ...

CONTRA: Eine nicht praktikable Idee, weil nicht alle Klassen zur gleichen Stunde Religionsunterricht haben. Wenn Eltern keine Unterrichting der Kinder zu den Religionen wünschen(was ich nachvollziehen kann) kann man nicht für 3 Schüler ein neues Unterrichtsfach, ...

CONTRA: Es geht hier nicht um ein Fach Werte und Normen, sondern es geht darum, dass Eltern nicht wollen, dass Ihr Kind nicht am Religionsunterricht teilnimmt. Diesen Wunsch vernünftig zu respektieren obliegt nunmal der selbstbestimmten Schule. Da müssen die ...

>>> Zur Debatte


Warum Unterstützer unterschreiben

Das Verständnis von ethischen Werten ist auch und gerade für junge Menschen wichtig, die in den unteren Rängen der sozialen Hierarchie zu finden sind.

Weil sie richtig ist.

Weil ich es wichtig finde, dass unsere Kinder Werte und Normen vermittelt bekommen.

Meine Tochter nimmt mangels Alternativen am evangelischen Religionsunterricht teil - damit sie nicht in der Nachbarklasse sitzen muss. Sie ist nicht in der Kirche und ich hätte sie lieber für das Fach Werte und Normen angemeldet. Ich arbeite als Förd ...

Mein Kind wird, in der Zeit des Religionsunterrichts (2Wochenstunden), in einer Deutsch Förderklasse unterrichtet. Ich denke nicht, dass sich mein Sohn nicht noch in Deutsch verbessern könnte. Er ist aber als Muttersprachler in einer Klasse zusammen ...

>>> Zu den Kommentaren


Formular auf der eigenen Webseite einbinden


Banner auf der eigenen Webseite einbinden

Code-Snippet Horizontal:      
Code-Snippet Vertikal:           
Code-Snippet Vertikal:           

Letzte Unterschriften

  • Ines Bamberg Hannover vor 1 Std.
  • Kolja Niber Hannover vor 2 Tagen
  • Franziska Brett Braunschweig vor 2 Tagen
  • Valentin Weindl München vor 3 Tagen
  • Tobias Guhl Berlin vor 3 Tagen
  • Marianne Schröder-Schramm Ilsede vor 3 Tagen
  • Nicht öffentlich 2 vor 3 Tagen
  • Nicht öffentlich Gronau vor 3 Tagen
  • Jürgen Helmerichs (PJP als B. Rastede vor 3 Tagen
  • Udo H. Hassendorf vor 4 Tagen
  • >>> Alle Unterschriften

Petitionsverlauf

Kurzlink