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  • Von: Fachverband Werte und Normen - Ethische und ...
  • An: An den Präsidenten des Niedersächsischen ...
  • Region: Niedersachsen mehr
    Kategorie: Bildung mehr
  • Status: Die Petition ist bereit zur Übergabe
  • Zeichnung beendet
  • 1.099 Unterstützende
    634 in Niedersachsen
    Sammlung abgeschlossen.

Wir fordern die Einführung des Faches Werte und Normen an Grundschulen!

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Die Freiheit der Weltanschauungen hat in unserer Gesellschaft einen hohen Stellenwert. Das ist auch daran zu erkennen, dass sie mehrmals im Grundgesetz verankert ist, z. B. in Artikel 33: „Niemandem darf aus seiner […] Nichtzugehörigkeit zu einem Bekenntnis [...] ein Nachteil erwachsen.“ (GG der Bundesrepublik Deutschland, Art. 33)

Man mag meinen: Das ist eindeutig und eine große Errungenschaft für unsere freiheitliche Gesellschaft. In niedersächsischen Grundschulen ist dies allerdings nicht die Realität. Zwar kann niemand zur Teilnahme am (evangelischen oder katholischen) Religionsunterricht gezwungen werden, meldet man sein Kind jedoch vom Religionsunterricht ab, wird keine verbindliche unterrichtliche Alternative geboten. Die Kinder werden in den entsprechenden Stunden in eine Nachbarklasse geschickt, bekommen Ausmalbilder oder schauen Disney-Filme. Manche werden auch einfach vor die Tür geschickt, so als hätten sie etwas ausgefressen. Dies gilt auch für Schulveranstaltungen wie Erntedank-, Weihnachts- oder Abschlussgottesdienste, die während der Unterrichtszeit stattfinden. Diese Praxis ist eine Praxis der Ausgrenzung!

Darüber hinaus sind wir der Auffassung: Diese Praxis ist grundgesetzwidrig! Grundschulkinder, deren Eltern sich gegen eine religiöse Unterweisung ihrer Kinder entscheiden, dürfen nicht benachteiligt werden. (Vgl. auch das folgende Urteil des Bundesverfassungsgerichts BVerfG, 16.05.1995 - 1 BvR 1087/91) Einige Grundschulen haben schon versucht, in Eigenregie Lösungen zu finden. Dies kann und darf aber nicht der Königsweg sein.

Das niedersächsische Kultusministerium sieht bis heute – trotz Protesten von Eltern – keinerlei unterrichtliche Betreuung der Kinder vor - es gibt also einige, die das Glück haben, an eine engagierte Schulleitung zu geraten und viele andere, die ca. 10% der Unterrichtszeit mit dem Sitzen auf Schulfluren oder dem Ausmalen von Mandalas verbringen müssen.

Unsere Lösung des Problems ist denkbar einfach: Werte und Normen soll auch an Grundschulen als ordentliches Unterrichtsfach eingeführt werden!

Begründung:

Das Fach Werte und Normen bietet allen niedersächsischen Schülerinnen und Schülern ab der 5. Klasse eine Alternative zum Religionsunterricht. Werte und Normen vermittelt – wie in anderen Bundesländern das Fach Ethik – grundlegende Wertevorstellungen unabhängig von religiösen Überzeugungen. Diese Wertevorstellungen sind für ein demokratisches, tolerantes und aufgeklärtes Zusammenleben aller Kulturen, Religionen und Weltanschauungen unabdingbar. Mit einer solchen Wertevermittlung sollte bereits mit Beginn der Schulzeit, also ab der ersten Klasse begonnen werden. Im Fach Werte und Normen wird über verschiedene Religionen und Weltanschauungen neutral informiert.

Darüber hinaus werden die Schülerinnen und Schüler mit ethischen und philosophischen Fragen in Berührung gebracht und angeregt, sich mit ihrer eigenen Persönlichkeit und der Gesellschaft auseinander zu setzen. Dagegen hat der Religionsunterricht grundsätzlich den Charakter eines Bekenntnisunterrichts, in dem die vermittelten Inhalte als richtig und wahr dargestellt werden sollen. (vgl. www.bmi.bund.de/DE/Themen/Gesellschaft-Verfassung/Staat-Religion/Religionsverfassungsrecht/religionsverfassungsrecht_node.html) Schülerinnen und Schüler werden beispielsweise über „die Schöpfung“ aus christlicher Sicht unterrichtet – eine Darstellung der Evolutionslehre oder eine an den Naturwissenschaften orientierte Geschichte der Entstehung der Natur und des Menschen fehlt hingegen.

Wir fordern daher die Erweiterungen des Faches Werte und Normen auf den Primarbereich und eine Einführung von Werte und Normen als ordentliches Unterrichtsfach, um eine Gleichberechtigung derjenigen Kinder, deren Eltern sich gegen den Religionsunterricht entscheiden, zu gewährleisten und eine neutrale, den Werten des Grundgesetzes und der Landesverfassung verpflichtete Wertevermittlung anzubieten. Genau wie Kinder, die am Religionsunterricht teilnehmen, haben auch alle anderen das Recht auf einen qualifizierten Unterricht mit ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrern. Daher fordern wir zudem eine Qualifizierung von Grundschullehrerinnen und -lehrern sowie die Ausarbeitung eines Kerncurriculums Werte und Normen für die Grundschule.

Bitte unterstützen sie uns mit Ihrer Unterschrift.
Informieren Sie sich gerne auf www.fv-wun.de

Herzlichen Dank!

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

Hannover, 30.06.2016 (aktiv bis 29.12.2016)


Debatte zur Petition

PRO: Weil W+N kein Atheisten-Unterricht ist, sondern für alle geeignet. Integrativ statt ausgrenzend.

PRO: Namen Tanzen und Stricken sowei Esotherik einzuführen, dafür kann man auf Mathe und Informatik und Physik verzichten - das versteht eh niemand und ist für die angestrebte Stelle im öffentlichen Dienst völlig entbehrlich ...

CONTRA: Eine nicht praktikable Idee, weil nicht alle Klassen zur gleichen Stunde Religionsunterricht haben. Wenn Eltern keine Unterrichting der Kinder zu den Religionen wünschen(was ich nachvollziehen kann) kann man nicht für 3 Schüler ein neues Unterrichtsfach, ...

CONTRA: Es geht hier nicht um ein Fach Werte und Normen, sondern es geht darum, dass Eltern nicht wollen, dass Ihr Kind nicht am Religionsunterricht teilnimmt. Diesen Wunsch vernünftig zu respektieren obliegt nunmal der selbstbestimmten Schule. Da müssen die ...

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Petitionsverlauf

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