Region: Offenburg

Erhalt des Offenburger Flugfeldes in seiner gesamten Größe.

Petition richtet sich an
Stadt Offenburg, Gemeinderat

4.606 Unterschriften

Sammlung beendet

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Sammlung beendet

  1. Gestartet 2023
  2. Sammlung beendet
  3. Eingereicht am 08.05.2024
  4. Dialog mit Empfänger
  5. Entscheidung

Neuigkeiten

23.01.2026, 16:02

Die BI Pro Flugplatz sieht die Situation ähnlich wie der Bund für Umweltschutz, da die
Landebahn und das Vorfeld des Flugplatzes das kleinere Problem darstellen.
Ein entscheidender Umweltfaktor jeder Gewerbe- und Verkehrsentwicklung ist der
hohe „Flächenverbrauch“.
Wir hatten vor vielen Jahren ein Gutachten eingeholt und die unversiegelten Flächen
am Landeplatz wurden für erhaltenswert eingestuft. Ungestört vom Flugbetrieb lassen
sich auf dem umzäunten Flugplatzgelände seltene Tier- und Pflanzenarten beobachten.
Hier finden sich noch bedrohte Arten wie Gelbbauchunken, Kiebitze, Feldlerchen,
Goldammer und viele Schmetterlingsarten sowie Greifvögel, Feldhasen und Wild.
Wegen der vorhandenen Infrastruktur, Tower/Asphaltierte Landebahn würden wir
einen kleinen Flugbetrieb (PPR-Sonderlandeplatz, Tagesbetrieb, öffentlicher
Landeplatz) befürworten. Ein langjähriger Pachtvertrag gebe der Fliegergruppe
Offenburg die Sicherheit, diese verantwortungsvolle Aufgabe zu übernehmen, um damit
die Infrastruktur am Platze zu stärken. Eine geplante umweltfreundliche
Bebauung durch Kleingewerbe ist am Rande des Flugplatzes vorgesehen.
Flugplatz Offenburg ein lohnendes Ausflugsziel für Jung und Alt……..
Im Namen der BI Pro Flugplatz:
Rolf Leonhardt
www.proflog.de/wordpress/

Ihre Stimme zählt am 08.03.2026


23.01.2026, 16:00

Die Stadt Offenburg hat zur Vorbereitung auf den Bürgerentscheid am 8. März Gutachten unter www.buergerentscheid-offenburg.de bereitgestellt. Die Zwischenergebnisse der Potenzialanalyse zeigen demnach: In den Offenburger Gewerbegebieten seien kaum noch freie Flächen verfügbar. Die wenigen Baulücken verteilen sich auf verschiedene Standorte und befinden sich häufig in Privateigentum. Für größere Neuansiedlungen oder Erweiterungen seien sie kaum geeignet.

Eine stadtklimatische Untersuchung komme zu dem Ergebnis, dass eine Bebauung des Areals nur geringe Auswirkungen auf das Klima habe. Zudem liegen Gutachten zum Artenschutz und zu Biotoptypen vor. Untersucht wurden sowohl der Flugplatz als auch angrenzende Flächen. Ergänzt werden die Informationen durch Berichte zu einem Energiekonzept, das statt Erdgas auf Fernwärme und grünen Wasserstoff setzt. Die Unterlagen sind auf der Website unter „Wissenswertes“ hinterlegt.


23.01.2026, 15:59

Herr OB Marco Steffens erklärt uns Bürgern, dass einzig ein Gewerbegebiet
„Flugplatzareal“ die wirtschaftliche Prosperität der Stadt absichern kann.
Ja, die Wirtschaft ist wichtig. Und wie wichtig sind uns solch seltener werdende Güter
wie ein schutzwürdiges Flora-Fauna-Gebiet oder das kühlende Potential des
Kaltluftsees auf dem Flugplatzareal?
In einem Gutachten von GEO-NET wird (möglicherweise theoretisch berechnet) eine
nur mäßige Abkühlung durch nächtliche Windströmungen über den Königswald für
Hildboltsweier und Uffhofen aufgeführt. Nach Ihren Aussagen würde eine Bebauung
des Flugplatzes keine negative Rolle spielen. Jeder Offenburger kennt allerdings den
frischen „Kinzigtäler“ Abendwind, der bis ins Zentrum hinein die aufgewärmte Stadt
abkühlt. Er vermag dies unter anderem, weil er noch einigermaßen ungehindert durch
das Kaltluftbecken des Flugplatzareals hindurchstreichen und die Stadt durchlüften
kann. In der stadtklimatischen Analyse von GEO NET spielt der „Kinzigtäler“ jedoch
keine Rolle. Wir denken allerdings, dass dessen Bedeutung im Hinblick auf kommende
Sommer und der Lebensqualität von Kleinkindern, Kranken und älteren Menschen
immer gewichtiger wird.
Ein Gewerbegebiet „Flugplatzareal“ wird trotz gutgemeinter Begrünung nie den Verlust
einer Intakten Naturlandschaft ausgleichen können. Es wird Jahrzehnte dauern, bis
Ausgleichsmaßnahmen, so sie gelingen, ihr berechnetes Potential erreichen können.
Auch wird nichts über die zusätzliche Verkehrsbelastung auf den Zu- und
Abfahrtsstraßen verlautet. Doch der Stau auf B3/33 würde zu Stoßzeiten zunehmen
und auch den Südring stärker belasten. Darunter wird auch die Gesundheit der
betroffenen Bewohner leiden.
Aber wenn doch Raum für Industrie geschaffen werden muss, wieso nicht in einem
verringerten, erträglichen Maße, quasi als Kompromiss? Da böte sich auf Grund des
Standortvorteils die flugaffine Zukunftsbranche an. Avionik mit ihren wissenschaftlich
experimentellen Forschungs- und Start-Up Unternehmen, Simulationszentren, Drohnen-
Dienstleistungen und Lufttaxiverkehr ist ein wachsender Wirtschaftszweige, welcher der
Stadt Zukunftschancen eröffnen könnten.
Und die Weinbauern würden sich über den Erhalt der Hagelflieger freuen, die hier bei
Bedarf jederzeit, wie bisher schon, aufsteigen und schnell Hagelabwehr leisten könnten.
Die Stadt darf ihre Natur nicht preisgeben, solange nicht alle Firmen ihr Potential an
Höhewachstum ausgeschöpft haben oder über Parkplätzen auf zweier Ebene und mehr
Gewerberäume gebaut worden sind.

Mit freundlichen Grüßen, Karl Bäuerle
für den „Arbeitskreis Autobahnzubringer-Süd“


17.12.2025, 03:58

Zu "Freie Gewerbeflächen sind rar" (OT, 11. Dezember): Die Debatte über den Sonderlandeplatz in Offenburg ist symptomatisch für ein tiefer liegendes Problem: Wir planen und denken zu klein und zu kurzfristig. Während anderswo Zukunftstechnologien wie autonome Personen‑ und Fracht‑Drohnen längst Teil strategischer Infrastrukturüberlegungen sind, dreht sich unsere Diskussion um Quadratmeterpreise und Gewerbeflächen – ohne Weitblick, was unsere Region morgen braucht.

Der Markt für elektrische Passagier‑ und Fracht‑Drohnen beziehungsweise „Lufttaxis“ gilt international als hochdynamisches Zukunftsfeld. Laut Roland‑Berger‑Studie wird die Zahl der in der Luft eingesetzten autonomen Fluggeräte bis 2050 weltweit auf rund 160.000 steigen und einen Jahresumsatz von fast 90 Milliarden US-Dollar erzielen. Dass China in vielen technologischen Feldern inzwischen deutlich schneller lernt als Europa, bestätigen nicht nur die aktuellen Nachrichten aus der Automobilindustrie: China übernimmt in Kernbereichen wie Elektromobilität, Ladeinfrastruktur und KI‑Systemen die technologische Spitzenposition.

Strategisch denken

Wenn der globale Wettbewerb der Zukunft über Geschwindigkeit, Innovationskraft und strategische Infrastruktur entschieden wird, dann kann es nicht die Antwort sein, einen Flugplatz aus der Perspektive einer einzigen Wirtschaftlichkeitsrechnung für heute zu betrachten. Gerade in Zeiten, in denen Start‑ups, Städte und Staaten gemeinsam an neuen Mobilitätskonzepten arbeiten, muss eine Kommune strategisch denken.

Fehler nicht wiederholen

Ein Blick auf den Marktplatz zeigt, wohin kurzsichtige Planung führt: Als steinerne Fläche über der Tiefgarage gebaut, gilt er heute offiziell als größter Hitze-Hot-Spot der Stadt. Nun wird teuer nachgebessert. Genau diesen Fehler sollten wir beim Flugplatz nicht wiederholen.

Der Flugplatz ist zudem die größte unversiegelte Fläche im Stadtgebiet. Wer sie aufgibt, verspielt sowohl Zukunftschancen als auch eine klimatische Ausgleichsfläche für Offenburg.

Die Frage für den Bürgerentscheid im März sollte daher eher lauten: Wollen wir eine Stadt, die Visionen aufschiebt oder eine, die Zukunft gestaltet?

Ben Hübner

Berghaupten

Ein Leser äußert seine Ansicht zum Offenburger Flugplatz.©Christoph Breithaupt



12.12.2025, 13:41

Liebe Offenburger Bürger, gehen Sie zum dritten Offenburger Bürgerentscheid um den Erhalt des über 100 Jahre alten Flugplatz Offenburg.
Stimmen sie in diesem Fall mit einem klaren """NEIN""" auf dem Abstimmungsvormular.
Wir setzen uns für die Infrastruktur, Kleingewerbe und natürlich den Naturschutz am Flugplatz ein.


12.11.2025, 08:38

Das geplante Gewerbegebiet am Flugplatz bleibt eines der emotionalsten Themen in Offenburg. Das wurde in der Sitzung des Gemeinderats schon in der Bürgerfragestunde deutlich, als sich Vertreter der Fliegergruppe, der Wirtschaft und Alt-Stadtrat Klaus Binkert zu Wort meldeten. Am Ende hatte sich der Gemeinderat nach hitziger Debatte mit 31 Ja- und acht Nein-Stimmen für einen Bürgerentscheid am 8. März entschieden (wir berichteten). Die Frage wird wie folgt lauten: "Sind Sie für die Entwicklung des Sonderlandeplatzes (Flugplatzes) zu einem Gewerbegebiet auf Offenburger Gemarkung?“

Gutachten-Ergebnis

Erst wird am 8. März das Ergebnis der Landtagswahl ausgezählt, dann das Ergebnis des Bürgerentscheids, erklärte OB Marco Steffens am Dienstag im Pressegespräch im Rathaus. Zudem kündigte er an, dass das von den Grünen angemahnte Gutachten über potenzielle Flächen für Gewerbe voraussichtlich "Richtung Weihnachten" vorliegen werde. Hinsichtlich Flächen, die in Besitz der Stadt seien und für Handel oder produzierendes Gewerbe infrage kämen, sei da allerdings nichts zu erwarten. "Wir haben nichts, was wir anbieten können", sagte der OB. Potenzial wäre allenfalls bei Flächen in Privatbesitz vorhanden. Die Stadt sehe zwar teilweise, dass Flächen nicht optimal genutzt werden, aber sie könne den Eigentümern nichts vorschreiben.

Auf der Suche

Dass aus Sicht der Wirtschaft Handlungsbedarf für ein Gewerbegebiet besteht, machte Marco Geiler (Foto), Geschäftsführer von J. Schneider Elektrotechnik, deutlich. Die Firma beschäftige rund 500 Mitarbeiter, von denen auch die Mehrzahl in Offenburg wohne. Mit Freude höre er von Projekten wie der Belebung des Schlachthofareals, der Renaturierung der Kinzig im Zuge der Landesgartenschau, dem Sportpark oder der Neugestaltung des Bahnhofs. Ihm fehle aber eine Aussage pro Industrie. Seine Firma suche seit Monaten 6000 bis 8000 Quadratmeter großes Gelände zur Erweiterung.

Die Stadt Offenburg sei nicht in der Lage, der Firma ein solches Grundstück anzubieten. "Auch wenn wir grade in einer wirtschaftlichen Stagnation sind, glaube ich nicht, dass wir die einzigen sind, die suchen", so Geiler weiter. Wenn es kein Angebot gebe, sei die automatische Folge, "dass wir uns auf eine andere Gemarkung verlagern müssen".

Pro Bürgerentscheid

Ganz anders war natürlich die Position von Herbert Patsch (Foto rechts), Vorsitzender der 1929 gegründeten Fliegergruppe Offenburg. Der Flugplatz sei von 1967 bis 1996 als Verkehrslandeplatz mit viel Geschäftsbetrieb genutzt und danach zum Sonderlandeplatz umfunktioniert worden. Über GPS-Technik lasse sich ohne größere Kosten und ohne Personaleinsatz wieder eine größere Flugtätigkeit abbilden: "Wir brauchen kein Instrumentenlandesystem." Dem Bürgerentscheid stehe die Fliegergruppe positiv gegenüber, machte Patsch deutlich.

"Die geplante Umnutzung des Flugplatzes macht mir große Sorgen", sagte CDU-Alt-Stadtrat Klaus Binkert in der Fragestunde. Er erinnerte daran, dass sich der Flugplatz einst auf dem Areal des Ponyhofs und der Autobahnpolizei befunden habe. Dann habe man den Flugplatz auf das heutige Areal gedreht, um die Geschäftsflüge von Burda und Co. möglich zu machen. Eine lange Landebahn, eine richtige Zufahrt, alles sei seither vorhanden.

"Zeitenwende"

Binkert stellte die Frage, ob es klug sei, den Offenburger Flugplatz in ein Gewerbegebiet umzuwandeln und die Fliegergruppe nach Lahr zu verlegen. Denn im Zuge der "Zeitenwende" biete der Lahrer Flughafen alle Voraussetzungen, um wieder wie früher zum Militärflughafen zu werden.

Bildnachweis

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- Jörg Wilhelm/J. Schneider Elektrotechnik GmbH

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- Grüne Ortenau



11.11.2025, 08:22

"Es zieht sich wie ein Kaugummi", verwies OB Marco Steffens auf die seit 20 Jahren währenden Diskussionen um ein Gewerbegebiet auf dem Offenburger Flugplatzareal. Und zunächst sah es so aus, dass dieser Kaugummi noch länger gekaut wird: Für den Vorschlag der Verwaltung, die Offenburger bei einem Bürgerentscheid am 8. März über die Zukunft des Flugplatzareals entscheiden zu lassen, zeichnete sich am Montagabend in einer turbulenten Sitzung des Gemeinderats zunächst keine Mehrheit ab. Während sich CDU/FDP-Fraktion, Freie Wähler und SPD klar für ein Gewerbegebiet und für einen Bürgerentscheid aussprachen, äußerten sich Grüne, AfD und Freie Bürger demgegenüber sehr kritisch, sodass Steffens seine Felle für die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit für den Bürgerentscheid davonschwimmen sah.

OB: "Es ist Ihre Verantwortung!"

Mit einem eindringlichen Appell versuchte der Rathauschef, das Blatt noch zu wenden. "Es ist Ihre Verantwortung", rief er dem Gremium zu, "es braucht kein Gemeinderat bei mir aufzuschlagen, wenn eine Firma sagt, wir wandern ab!" Letztlich gab es bei der Abstimmung dann mit 31 Ja- und acht Nein-Stimmen doch die erforderliche Mehrheit für den Bürgerentscheid. Damit haben nun am 8. März die Offenburger das Wort, ob aus dem Flugplatzgelände ein Gewerbegebiet werden soll oder nicht.

Stadtplaner Leon Feuerlein hatte zuvor die Gemengelage vorgestellt. Eine Anfrage der Freien Wähler, wie viele Gewerbeflächen in Offenburg noch verfügbar sind, hatte 2018 erneut Fahrt in die Diskussion gebracht. Das Ergebnis der Untersuchung lautete, dass es kaum noch freie Gebiete gibt. Eine Untersuchung von 17 Potenzialflächen in Offenburg habe ergeben, dass das Königswaldfeld mit Gewerbepark und Flugplatz am geeignetsten sei. Ende 2023 sei die Verwaltung beauftragt worden, ein vertieftes Konzept zu entwickeln.

Das Ergebnis bezeichnete OB Steffens als Kompromiss in alle Richtungen. Statt um 35 gehe es nur noch um 20 Hektar. Feuerlein erläuterte die Position der Verwaltung, dass ein großes Gewerbegebiet gegenüber einer kleinteiligen Variante, bei der der Flugplatz erhalten werden könnte, Vorteile biete. Er sagte auch, dass aktuell 180 aktive Piloten der Fliegergruppe eine Fläche von rund 25 Hektar in Beschlag nehmen würden.

CDU: Es geht um Arbeitskräfte!

"Wir vertrauen auf die Urteilskraft der Bürger", machte CDU/FDP-Fraktionschef Werner Maier klar, dass seine Fraktion den Bürgerentscheid "in vollem Umfang mitträgt". Es gehe nicht nur um Gewerbesteuer, sondern auch um Arbeits- und Ausbildungsplätze. Das Gewerbegebiet solle ökologisch hochwertig entwickelt werden: "Eine Ansiedlung von Speditionen und Logistik schließen wir aus."

Freie Wähler: Firmen an uns binden

Ähnlich äußerte sich Freie-Wähler-Fraktionschef Stefan Konprecht: "Offenburg steht für Wirtschaftskraft." Es gebe im Oberzentrum innovative und gut aufgestellte Unternehmen, "die wir an uns binden müssen". Nur so könne man die positiven Effekte für das soziale Miteinander in der Stadt weiter genießen.

SPD: Wichtiger als Hobbyfliegerei

Die Stadt sei es den Unternehmen schuldig, diese Möglichkeit zu bieten, sagte SPD-Fraktionssprecherin Martina Bregler. Ein Gewerbegebiet lasse sich heutzutage ökologisch ansprechend mit Holzständer-Bauweise, Begrünung und Photovoltaik entwickeln – das könne man im Unteren Angel anschauen. Die wirtschaftliche Stabilität Offenburgs sei wichtiger "als die Hobbyfliegerei einiger weniger".

Grüne: Wichtige Untersuchung fehlt

Grünen-Fraktionssprecherin Maren Seifert kritisierte scharf, dass die Stadt eine Untersuchung, welche Flächen im Zuge von Nachverdichtung für Firmen im Stadtgebiet verfügbar sind, noch nicht präsentiert habe. Dabei sei dies 2023 in Auftrag gegeben und sogar mit einem Landeszuschuss in Höhe von 50.000 Euro gefördert worden. Seifert schlug deshalb vor, den Bürgerentscheid erst später durchzuführen, wenn die Untersuchung vorliegt, was Steffens auf die Palme brachte: "Sie haben null Ahnung von Wirtschaft." Ein Unternehmen könne keine Zehn-Jahres-Planung machen, "manchmal gibt es auch Entwicklungen".

AfD: Firmen nicht benannt

AfD-Fraktionschef Taras Maygutiak kritisierte wie Seifert, dass die Stadtverwaltung weder öffentlich noch nichtöffentlich die expansionswilligen Firmen benannt habe. Außerdem herrsche aktuell keine Hochkonjunktur. Die Firmen zögen nicht mangels Flächen weg, sondern "weil in anderen Ländern die Produktionskosten günstiger sind".

Freie Bürger: "Pflastern Fläche zu"

Als Gegner des Gewerbegebiets zeigte sich auch Fritz Düker (Freie Bürger): "Wir sprechen über Ökologie und pflastern eine grüne Fläche zu!", echauffierte er sich. Er befürchtete klimatische Auswirkungen, wenn auf dem Flugplatzareal "eng und hoch" gebaut werde, und er verwies auf die gestiegene Zahl der Insolvenzen. Der Flugplatz sei identitätsstiftend für die Offenburger. Auch die Fragestellung kritisierte er: "Die Bürger dürfen für die Wirtschaft abstimmen, Sie dürfen nicht für den Erhalt des Flugplatzes abstimmen."

Letztlic


04.11.2025, 09:55

"Es kommt nicht oft vor, dass der Oberbürgermeister einen Bürgerentscheid vorschlägt", sagte Marco Steffens am Montag im Sitzungssaal des Historischen Rathauses. Der Offenburger OB hatte die Presse eingeladen, um über den Verwaltungsvorschlag zu informieren, die Bürger über die Zukunft des Offenburger Flugplatzes abstimmen zu lassen. Am kommenden Montag, 10. November, 17 Uhr, soll der Gemeinderat im Salmen über den Bürgerentscheid entscheiden. Er soll am Sonntag, 8. März, parallel zur Landtagswahl stattfinden (wir berichteten).

Die Entscheidung zum Thema Flugplatz sei mehr als drängend, betonte Steffens. "Denn wir müssen schauen, dass sich unsere Unternehmen entwickeln können." In den vergangenen elf Jahren seien zehn Unternehmen mit knapp 500 Arbeitsplätzen sang- und klanglos aus Offenburg abgewandert, sprang ihm Wirtschaftsförderer Marco Butz zur Seite. In der Gesamtstadt sei zwar noch ein Wachstum zu erkennen, sagte der OB. Aber beim produzierenden Gewerbe, das sich in Baden-Württemberg derzeit ohnehin in der Schieflage befinde, lasse das Wachstum nach.

Perspektive in Lahr?

Zumindest ein Teil der 35.000 Hektar großen Flugplatz-Fläche, die sich im Eigentum der Stadt befindet, soll daher dem Gewerbe zugutekommen. Da man aber Ressourcen sparen und möglichst hoch bauen wolle, präferiere die Stadtverwaltung die Version, bei der der Sonderlandeplatz aufgegeben wird. Natürlich werde er sich, sollten die Bürger so entscheiden, für die Fliegergruppe einsetzen. So habe er vor einiger Zeit schon mit Martin Herrenknecht gesprochen, ob es nicht in Lahr ("15 Kilometer Luftlinie entfernt") Möglichkeiten gebe. "Er war sehr aufgeschlossen", bemerkte Steffens.

Im Leben könne man oft Kompromisse eingehen, "aber manchmal gibt es die auch nicht", sagte der OB. "Offenburg ist Wirtschaft" und daher benötige die Stadt Flächen, um zu wachsen. Die wirtschaftliche Stärke und die damit einhergehende Gewerbesteuer hätten auch dafür gesorgt, dass Offenburg nun deutlich mehr finanzielle Möglichkeiten beim aktuellen Haushalt habe, während andere Städte den Gürtel enger schnallen müssten. "Wir dürfen uns nicht in die Krise sparen, sondern müssen in die Zukunft investieren", warnte der OB.

Im Gemeinderat komme man leider nur in kleinen Schritten voran. "Ich habe das Gefühl, dort ist man bei dem Thema nicht entschlossen genug, Entscheidungen zu treffen", sagte der OB, der bei einer Abstimmung zum Flugplatz erneut von einer engen Kiste ausgeht. Einem Bürgerentscheid sieht er positiver entgegen: Das gesamtstädtische Interesse stehe im Vordergrund. "Und deshalb will ich von den Bürgern wissen, was ihnen wichtiger ist." Im Vorfeld des Bürgerentscheids sollen natürlich auch die anderen Parteien gehört werden. Sobald der Gemeinderat entschieden hat, will der OB mit Fliegergruppe und BI Pro Flugplatz ins Gespräch gehen. Er kann sich ab Januar auch sehr gut Podien vorstellen, bei denen den Wählern die Meinungsvielfalt zu diesem Thema zur Verfügung gestellt werden soll.

Wahlen kosten Geld

"Wir sind mehr als bereit für die Entscheidung", wiederholte Steffens. Er freue sich schon auf den Austausch mit den Bürgern. Rund 110.000 Euro werde der Bürgerentscheid kosten: "Wahlen kosten Geld. Aber das muss es uns wert sein", erklärte er. Die Unterlagen müssten rechtzeitig vorbereitet werden und diverse Info-Veranstaltungen müssten geplant werden. Parallel sei man im ganzen Stadtgebiet auf der Suche nach Restflächen fürs Gewerbe, sagte Wirtschaftsförderer Butz. "Doch für das produzierende Gewerbe werden diese Flächen nicht reichen", trat er auf die Bremse.

Ein wichtiger Baustein ist für OB Steffens auch die Zusammenarbeit im interkommunalen Gewerbegebiet "Hoch Drei". Zwar stelle Offenburg die Fläche für die JVA. Die Gewerbesteuer, von der Offenburg mit 60 Prozent wesentlich profitiere, werde aber auf Hohberger und Schutterwälder Gemarkung erzielt. "Es geht auch um den Ruf der Stadt, wir sind eine Zweckverbandsgemeinschaft und sollten auch Fläche zur Verfügung stellen", sagte Steffens, der ergänzte: "Flächenentwicklung passiert nicht über Nacht." Die Unternehmen würden sich gerne am Standort in Offenburg weiterentwickeln, "dafür brauchen sie und auch die Arbeitnehmer eine Perspektive". Diese will der OB ihnen geben. Doch zuvor benötigt er die Zustimmung der Offenburger.

Bildnachweis

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- ULRICH MARX


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