• Rutschen Böschungen an Roitzscher Grube?

    at 02 Oct 2019 09:52

    Rutschen Böschungen an Roitzscher Grube?
    Südufer-Verein schlägt Alarm

    Roitzsch - In Roitzsch wächst die riesige Bauschutt-Deponie der Papenburg AG immer weiter in die Höhe. Daneben rollt der Verkehr auf der Bundesstraße 100 rund um die Uhr.
    Tausende Autos und hunderte Lkw pro Tag. Wenige hundert Meter entfernt, hinter dem Tor und den Zäunen mit den Schildern „Privatgelände“, beginnt dann die Idylle. Am Ufer der Roitzscher Grube stehen Wochenendhäuschen, Bungalows mit eigenem Steg im Wasser, Sonnenliegen

    auf der Veranda. Hier ist das Revier des Vereins „Roitzsch Südufer“. Diese Idylle ist nach Ansicht einiger Anlieger in Gefahr - sie sorgen sich um das Steilufer, auf dessen Kopf die Bundesstraße verläuft.
    Anfang der 90er Jahre hat die vormalige Interessengemeinschaft der Bungalow-Besitzer den kompletten See von der Chemie AG Bitterfeld gekauft. Mit der Übernahme hatten sie auch die Probleme auf dem Tisch, die das Grundwasser über Jahrzehnte in der ehemaligen Braunkohlegrube Freiheit II verursachte.
    „Unsere Stromkosten für das Abpumpen des Wassers betragen zwischen 80 000 und 90 000 Euro im Jahr“, erklärt Annegret Gutjahr, die Vorsitzende des Südufer-Vereins. Im Durchschnitt werden pro Stunde hunderte Kubikmeter Seewasser in den Strengbach gepumpt, damit der Wasserspiegel konstant gehalten wird. Im Untergrund strömt ständig neues Grundwasser in den See.

    Schon 1970 beschäftigten sich Geologen mit der Standsicherheit der Böschungen an der Grube. Diese sei gegeben, hieß es damals - allerdings unter der Voraussetzung, dass der Wasserstand konstant bei 72 Metern über Normalnull gehalten wird. Daran hat sich bis heute im Prinzip nichts geändert.
    „Wir befürchten, dass sich der Grundwasserspiegel durch den Einfluss der Deponie auf der anderen Seite der Bundesstraße ändert“, sagt Gutjahr. Das könnte Folgen für die Wasserhaltung und die Wasserqualität im See haben und damit auch für die Böschung an der B 100. „Kleinere Abrutschungen gibt es dort auch jetzt immer mal wieder“, sagt Gutjahr.
    Die B 100 verläuft bei Roitzsch auf einer Länge von etwa 1,8 Kilometern auf einem wenige hundert Meter breiten Sockel natürlichen Bodens. Auf einer Seite geht es steil zum See hinab, auf der anderen Seite ist die Deponie-Landschaft um die berühmt-berüchtigte „Freiheit III“ und die neu entstehende Papenburg-Halde. Ende der 80er Jahre wurde die Straße schon einmal einige Meter vom See weg verlegt weil offenbar die Standsicherheit der Böschung gefährdet war.
    Die heute für die Bundesstraße zuständige Landesstraßenbaubehörde (LSBB) hat dazu allerdings keine Unterlagen, wie sie auf Anfrage mitteilt. Derzeit gebe es keine Hinweise auf eine Gefährdung der Standsicherheit. Zuletzt sei die Straße in den Jahren 2012 und 2013 saniert und dabei auch bis in eine Tiefe von zwei Metern untersucht worden. „Die damaligen Ergebnisse ergaben keine Hinweise auf Probleme der Standsicherheit der Bundesstraße für den seit Ende der 80er Jahre genutzten Trassenbereich“, heißt es von der LSBB.
    Auch gebe es derzeit keine Hinweise auf Änderungen oder eine Gefährdung des Straßenzustands. Die Behörde verlässt sich dabei auf ihre Mitarbeiter, die auch den Bereich an der Roitzscher Grube mehrfach wöchentlich als „motorisierte Straßenaufsicht“ begutachten.
    Derweil befürchtet unter anderem die Bürgerinitiative Pro Roitzsch, die sich gegen den Bau der Deponien wendet, eine Zunahme des Schwerlastverkehrs auf der Bundesstraße. Bei einer öffentlichen Anhörung zur Erweiterung einer bestehenden Abfallanlage der Strabag AG gab es sogar Bedenken von Anwohnern, dass die Straße durch mehr Lkw so belastet wird, dass sie in den See abrutscht.
    Doch das Land rechnet im Gegenteil sogar mit etwas weniger Verkehr. Statt täglich 877 Lkw wie im Jahr 2015 sollen laut Verkehrsprognose im Jahr 2030 nur noch 800 Lastkraftwagen über diesen Abschnitt der B 100 rollen.

    Quelle: MZ-Bitterfeld-Wolfen / Von Tilo Krippendorf / p30.09.19,

    www.mz-web.de/bitterfeld/rutschen-boeschungen-an-roitzscher-grube--suedufer-verein-schlaegt-alarm-33243284

    Das Luftbild zeigt die Bundesstraße mit Blickrichtung Südwest. Links liegt die Roitzscher Grube, rechts entsteht die neue Deponie.
    Foto: Tilo Krippendorf

  • Deponie Freiheit III Müll-Anlage in Sandersdorf-Brehna soll weiter wachsen

    at 30 Aug 2019 12:20

    Deponie Freiheit III Müll-Anlage in Sandersdorf-Brehna soll weiter wachsen

    Foto: Tilo Krippendorf;
    Mit dutzenden Lkw wird der Betrieb jeden Tag beliefert. Gearbeitet wird hier von 6 bis 22 Uhr.

    Nach MZ-Informationen soll eine bestehende so genannte Rost- und Kesselaschen-Aufbereitungsanlage künftig 2.000 Tonnen Schlacken und Aschen aus Müllverbrennungsanlagen verarbeiten können.
    Die Anlage sei bereits seit sechs Jahren in Betrieb und bisher für eine Verarbeitung 1.120 Tonnen zugelassen.
    Bei vielen Anwohnern im Umkreis regt sich angesichts der Erweiterungspläne Unmut.

    Sandersdorf-Brehna -
    Auf dem Gelände der Deponie Freiheit III in Sandersdorf-Brehna will die Firma Strabag die Kapazität einer Abfallbehandlungsanlage annähernd verdoppeln. Nach MZ-Informationen soll eine bestehende so genannte Rost- und Kesselaschen-Aufbereitungsanlage künftig 2.000 Tonnen Schlacken und Aschen aus Müllverbrennungsanlagen verarbeiten können. Allerdings investiert der österreichische Konzern dazu offenbar keinen Cent.

    Weiter und Quelle: www.mz-web.de/bitterfeld/deponie-freiheit-iii-muell-anlage-in-sandersdorf-brehna-soll-weiter-wachsen-32919062

  • Deponie Freiheit III Müll-Anlage in Sandersdorf-Brehna soll weiter wachsen

    at 30 Aug 2019 12:18

    Deponie Freiheit III Müll-Anlage in Sandersdorf-Brehna soll weiter wachsen

    Foto: Tilo Krippendorf;
    Mit dutzenden Lkw wird der Betrieb jeden Tag beliefert. Gearbeitet wird hier von 6 bis 22 Uhr.

    Nach MZ-Informationen soll eine bestehende so genannte Rost- und Kesselaschen-Aufbereitungsanlage künftig 2.000 Tonnen Schlacken und Aschen aus Müllverbrennungsanlagen verarbeiten können.
    Die Anlage sei bereits seit sechs Jahren in Betrieb und bisher für eine Verarbeitung 1.120 Tonnen zugelassen.
    Bei vielen Anwohnern im Umkreis regt sich angesichts der Erweiterungspläne Unmut.

    Sandersdorf-Brehna -

    Auf dem Gelände der Deponie Freiheit III in Sandersdorf-Brehna will die Firma Strabag die Kapazität einer Abfallbehandlungsanlage annähernd verdoppeln. Nach MZ-Informationen soll eine bestehende so genannte Rost- und Kesselaschen-Aufbereitungsanlage künftig 2.000 Tonnen Schlacken und Aschen aus Müllverbrennungsanlagen verarbeiten können. Allerdings investiert der österreichische Konzern dazu offenbar keinen Cent.

    Weiter und Quelle: www.mz-web.de/bitterfeld/deponie-freiheit-iii-muell-anlage-in-sandersdorf-brehna-soll-weiter-wachsen-32919062

  • Die Petition befindet sich in der Prüfung beim Empfänger

    at 08 Mar 2019 13:42

    Es sind heute auf den Tag genau 730 Tage, da haben wir Euch aufgefordert, Gesicht zu zeigen.

    Haben Euch gebeten, Euch vor diese Stadt zu stellen, Euch gebeten, mit uns gemeinsam gegen den ohne Genehmigung errichteten Deponie-Wall zu demonstrieren.

    In den letzten 730 Tagen ist viel passiert. Es gibt eine Arbeitsgruppe unter Vorsitz des Bürgermeisters Andy Grabner, die gemeinsam mit dem Netzwerk und der BI Pro Roitzsch sowie externen Experten die Deponieerweiterung, die der Vorhabenträger plant, versucht zu verhindern.

    Es gibt zwei Petitionen, die beim Landtag von Sachsen-Anhalt anhängig sind - alle Abgeordneten fordern hier Gutachten um Gutachten vom LVWA an, um wirklich zu gewährleisten, dass wir hier das Problem in voller Transparenz bearbeiten können.

    Der Landkreis Anhalt-Bitterfeld musste zum zweiten Mal die Antragsunterlagen von GP Papenburg an alle Träger der öffentlichen Belange aussenden, weil die erste Version zu fehlerhaft war. Auch die zweite Version wurde vom Stadtrat und in 11 Seiten vom Fachamt der Stadt einstimmig abgelehnt.

    Es geht uns nicht nur um die Ablehnung der Deponie, es geht uns darum, trotz aller individuellen Unterschiede zwischen den Ortsteilen im Blick zu behalten, dass wir nur gemeinsam eine Stadt Sandersdorf-Brehna entwickeln können.

    Komplexe Fragen, ob es nun die Deponieerweiterung ist oder ein Erweiterungsbau einer Kita oder jedes andere beliebige Problem mit verschiedenen Handlungsebenen, löst man nur zusammen.

    Das soll und darf nicht heißen, dass es dazu nicht verschiedene Meinungen oder Sichtweisen geben kann, aber es soll unbedingt so verstanden werden, dass man den Tag nach seinem aktuellen Problem immer im Blick haben muss, sich Respekt, Redlichkeit und Konsensfähigkeit erhalten muss, wenn man sich wirklich Entwicklung für diese Stadt wünscht.

    Aus unserer Sicht gehört es absolut zum Lebensgefühl unserer Stadt, dass man sich eben nicht über die Zeitung unterhält, wenn man anderer Auffassung ist, wie man das in Nachbarkommunen manchmal beobachten kann, sonst von Angesicht zu Angesicht.
    Das man sich so unterhält, dass man sich problemlos morgen noch an einem Tisch setzen kann und übers Wetter sprechen kann.

    Miteinander leben heißt für uns, füreinander einzustehen.
    Aus diesem Grund unterstützen wir in jedem Jahr den Sonntagsmarkt der Stadt und organisieren gemeinsam mit der Frauen Union das Benefizcafe, das in jedem Jahr ein besonderes Projekt unterstützt.
    Im ersten Jahr haben uns alle Feuerwehrleute „Atemlos“ gemacht und den Erlös des Benefizcafe’s erhalten. Im zweiten Jahr haben wir die Dankeschön-Veranstaltung für das Ehrenamt der Stadt unterstützt und in diesem Jahr werden die United 4 Lions und die SG Union Sandersdorf den Erlös des Benefizcafe’s für ihre Nachwuchsarbeit erhalten.

    Lasst uns das Miteinander und Füreinander weiter leben, genau das ist unser Sandersdorf-Brehna!!

    Und deshalb gibt es seit Dezember 2016 auch unsere Facebook-Seite. Eine Menge Menschen folgen uns, senden uns Bilder und ihre Meinung über Kommentare zu.
    Wir haben uns über jeden Einzelnen sehr gefreut und sind dankbar über den Kontakt mit euch.

    Erinnern wir uns heute an den 08.März 2017 und bleiben wir weiter zusammen und stehen für unsere Stadt ein - als eine große Verantwortungsgemeinschaft. In dem Bewusstsein, dass wir alle gern hier leben.

    Danke sagen Euch:

    Doreen Scheffler und Torsten Wolf
    Vom Netzwerk „Unser Sandersdorf-Brehna“

    --> m.facebook.com/story.php?story_fbid=1177746189070492&id=685063095005473

  • Stadt wehrt sich gegen Erweiterung

    at 16 Oct 2018 12:59

    Stadt wehrt sich gegen Erweiterung

    Die Stadt Sandersdorf-Brehna bleibt bei ihrer kritischen Haltung zur geplanten neuen Mülldeponie bei Roitzsch. Das hat Bürgermeister Andy Grabner (CDU) im Stadtrat deutlich gemacht. Die Firma GP Papenburg Entsorgung Ost GmbH will das Deponiegelände um eine neue Anlage der Klassen null und eins erweitern. Die überarbeiteten Unterlagen dafür wurden beim Landkreis eingereicht. Sie sollen noch in diesem Jahr öffentlich ausgelegt werden.
    „Wir werden uns die Unterlagen auf jeden Fall ansehen, um zu entscheiden, ob wir ein Veto einlegen oder nicht“, sagte der Bürgermeister. Wenn die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange vorliegen, können dann beispielsweise auch die Bürger ihre Einwände vorbringen.

    „Wir haben genügend Zeit, um zu den Deponie-Unterlagen Stellung zu nehmen“, betonte Grabner. Zudem habe die Stadt bereits den Auftrag für ein Gutachten erteilt, das die Belastbarkeit des inhomogenen Kippenbodens untersuchen soll. Dazu sei die Stadtverwaltung zudem mit ihrer Kanzlei im Gespräch.
    Grabner machte noch einmal sehr deutlich, dass man gegen die Erweiterung der Deponie sei und forderte die Mobilisierung der Öffentlichkeit gegen die Papenburg-Pläne. „Ich hoffe, dass wir auf eine breite Masse der Bevölkerung zählen können und sich möglichst viele unserer Einwohner dagegen positionieren“, sagte Grabner unter großer Zustimmung der Ratsmitglieder.

    Damit liegt man auf der selben Linie wie der Verein „Pro Roitzsch“. Dessen Vorsitzender Dietmund Wolf, der die Antragsunterlagen vorliegen hat, hatte vor wenigen Tagen in der öffentlichen Mitgliederversammlung des Vereins als Ziel mindestens 50 Einwände von Bürgern formuliert. „Denn in diesem Fall muss dann zwingend eine öffentliche Erörterung erfolgen. Darauf bauen wir.“ (mz)

    Quelle: MZ, Bitterfeld-Wolfen, 10.10.2018, www.mz-web.de/bitterfeld/stadt-wehrt-sich-gegen-erweiterung-gutachten-zum-deponieboden-in-roitzsch-beauftragt-31416828

  • Druck aus der Bürgerschaft

    at 04 Oct 2018 10:53

    Druck aus der Bürgerschaft: Verein Pro Roitzsch will Deponieausweitung verhindern
    Roitzsch- Der Widerstand gegen die Ausweitung des Deponiegeländes vor den Toren von Roitzsch reißt nicht ab. Die Firma GP Papenburg Entsorgung Ost GmbH plant hier eine neue Anlage der Klassen null und eins. Grünes Licht der Behörden vorausgesetzt, könnte das Unternehmen dann gering belastete mineralische Abfälle (Klasse null) und Abfälle mit sehr geringem organischem Anteil (Klasse eins) entsorgen.
    „Wir reden hier von Riesenbergen“, sagt Dietmund Wolf. Er ist Vorsitzender des Vereins Pro Roitzsch und hat die Papenburgschen Antragsunterlagen vorliegen. Die neue Deponie ist in Summe fast 28 Hektar groß. Der Müllberg kann bis zu 30 Meter hoch werden. Damit würde er die Höhe der bereits genehmigten Deponie der Klasse zwei noch um acht Meter übersteigen. Die Betriebszeit ist auf 45 Jahre festgelegt.
    Unterlagen werden von Gutachtern, Vereinsmitgliedern und Stadt geprüft
    Ein Unding für die Roitzscher, die sich bei ihrem Widerstand gegen die Deponie nicht zuletzt auf das deutliche Nein des Ortschafts- und des Sandersdorf-Brehnaer Stadtrates stützen können. „Wir werden die Unterlagen sehr genau prüfen“, kündigt Wolf an. Seit Mitte September durchforsten Gutachter, Vereinsmitglieder und Mitarbeiter der Stadtverwaltung die von Papenburg eingereichten Unterlagen.
    „Ich traue dem Frieden nicht“, erklärt Wolf während einer öffentlichen Versammlung von Pro Roitzsch am Freitagabend. Der Kampf für und gegen die Deponie wird offensichtlich mit harten Bandagen geführt. „Ich bitte um Verständnis, dass ich nicht alle Einzelheiten öffentlich nennen kann.“ Wolf und Mitstreiter wollen ihr Pulver nicht im Vorhinein verschießen. Zumal sie nun der Meinung sind, dass der Branchenriese Papenburg jede Menge wirtschaftliche Argumente für die Deponie ins Spiel bringen wird.
    Nur braucht es tatsächlich noch mehr Müllberge mitten in der Stadt Sandersdorf-Brehna? Muss Roitzsch zum „größten Müllhaufen Deutschlands“ werden, wie die Vereinsmitglieder befürchten? Sie sagen klar Nein. Über das von Papenburg genannte Argument, dass eine Deponie in Roitzsch für die Sicherstellung der unternehmerischen Zukunft wichtig wäre, schütteln sie nur den Kopf.
    „Wir kämpfen für Roitzsch und für die Zukunft unserer Kinder“
    „Papenburg hat 19 Deponien in Deutschland und acht in Sachsen-Anhalt. Wenn sie außerdem sagen, dass Deponien wirtschaftlich kaum tragbar sind, dann frage ich mich, warum sie so großes Interesse an weiteren Anlagen haben.“ Dietmund Wolf ist nicht kleinzukriegen. „Wir kämpfen für Roitzsch und für die Zukunft unserer Kinder.“
    Ob das Engagement Erfolg haben wird, bleibt abzuwarten. Fest steht, dass auch die Papenburgschen Antragsunterlagen öffentlich ausgelegt werden müssen. Stellungnahmen können dann nicht nur die so genannten Träger der öffentlichen Belange äußern. Auch alle Bürger haben dann das Recht, sich dazu zu positionieren.
    Gut 5.000 Tonnen Abfall dürften in der geplanten Anlage pro Tag angeliefert werden
    Genau hier setzt der Verein Pro Roitzsch an. Die Mitglieder hoffen auf wenigstens 50 Einwände, die von Bürgern eingebracht werden. Damit hätten sie eine wichtige Schallmauer durchbrochen. „Dann muss zwingend eine öffentliche Erörterung erfolgen. Darauf bauen wir. Das werden wir auch erreichen“, ist Dietmund Wolf sicher.
    Eine Zahl hat er auch noch bei der Hand. Gut 5.000 Tonnen Abfall dürften in der geplanten Anlage pro Tag angeliefert werden. Mit den bestehenden Deponien zusammengerechnet, gehen die Roitzscher nun von 125 Ladungen von Lastkraftwagen pro Tag aus. An- und Abfahrt gerechnet, sind 250 Fahrzeugbewegungen realistisch. (mz)

    Im Blickpunkt der Öffentlichkeit
    Die Firma Papenburg und ihr Deponiegeschäft in Roitzsch stehen seit Jahren im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Dabei geht es nicht nur um den Kampf der zum Verein gewordenen Bürgerinitiative gegen den Betrieb der mittlerweile genehmigten Deponie der Klasse zwei (Abfälle mit geringem organischem Anteil).
    Stein des Anstoßes sind auch vermeintliche und offensichtliche Verstöße gegen geltendes Recht. So ist Papenburg zum Beispiel wegen eines nicht genehmigten Staubschutzwalls belangt worden. Roitzscher Bürger haben außerdem mehrfach außerhalb der Norm liegende Staub- und Geruchsbelästigung angezeigt.

    Von Ulf Rostalsky
    Quelle MZ-Bitterfeld-Wolfen-02.10.18 www.mz-web.de/bitterfeld/druck-aus-der-buergerschaft-verein-pro-roitzsch-will-deponieausweitung-verhindern-31378660
    Foto: André Kehrer

  • Antragsunterlagen zur Errichtung der Deponien DK I und 0 bei der Genehmigungsbehörde des Landkreises eingegangen

    at 16 Mar 2018 11:10

    Die Firma GP Papenburg Entsorgung Ost GmbH hat mittlerweile einen Antrag zur Errichtung weiterer Deponien der Deponieklassen 0 und I am Standort Roitzsch gestellt. Die entsprechenden Unterlagen wurden der Stadt im Rahmen der Stellungnahme des gemeindlichen Einvernehmens am 25.01.2018 übersandt. In seiner Sitzung vom 22.02.2018 wurde der Stadtrat der Stadt Sandersdorf-Brehna über diesen Sachverhalt informiert. Die Antragsunterlagen und damit die beabsichtigten Deponien weichen in erheblichem Maße von den im Scoping-Termin im August 2016 vorgelegten Unterlagen ab. So soll nunmehr die Deponiegröße auf 32,8 ha anwachsen (nur DK I und DK 0), eine Höhe von 30 m statt 20 m innehaben und 40 Jahre betrieben werden. Die dann entstehende Gesamtfläche der gigantischen Deponienlandschaft (DK 0, I, II) wird eine Größe von etwa 65 ha, was in etwa 90 Fußballfeldern entspricht, erreichen. Die Errichtung der in Rede stehenden Deponie zieht zweifelsfrei unabwendbare Beeinträchtigungen hinsichtlich des Landschaftsbildes, des Zuzuges junger Menschen und Familien, der Ansiedlung weiterer Unternehmen sowie des Naherholungsaspektes nach sich. Die positive Lebensqualität in unserer Stadt Sandersdorf-Brehna soll auch künftig für alle Bürgerinnen und Bürger erhalten bleiben. Mithin hat der Stadtrat einstimmig folgenden Beschluss gefasst: „Der Stadtrat der Stadt Sandersdorf-Brehna lehnt die Errichtung der Deponie DK I und DK 0 am Standort Roitzsch, insbesondere im Interesse und im Sinne des Schutzgutes Mensch, der Natur, des Lebensraumes und im Hinblick auf die zukunftsfähige Entwicklung unserer Stadt, ab.“ Die Versagung des gemeindlichen Einvernehmens wird rechtlich fundiert fristgerecht bis zum 23.03.2018 der Genehmigungsbehörde übermittelt. Nach Auswertung der Stellungnahmen aller Träger öffentlicher Belange werden die Antragsunterlagen sowohl beim Landkreis, als auch bei der Stadt Sandersdorf-Brehna für einen Monat zur Einsichtnahme ausgelegt. Dabei kann dann jeder Betroffene, der sich durch das Vorhaben berührt sieht, innerhalb einer Frist Einwendungen erheben. (Hier hoffen wir natürlich auf eine zahlreiche Beteiligung!) Der genaue Auslegungszeitraum wird rechtzeitig bekannt gegeben. Die Stadt hat bereits unter Vorsitz des Bürgermeisters eine Arbeitsgruppe gebildet, welche die weiteren Schritte und Maßnahmen im „Kampf“ gegen die Deponienlandschaft vorbereitet. Es werden alle rechtlich möglichen Schritte geprüft, um die Deponie DK I und DK 0 am Standort Roitzsch zu verhindern.“
    Andy Grabner
    Bürgermeister
    www.sandersdorf-brehna.de/de/datei/anzeigen/id/234131,1,1/ausgabe_06_2018_16.03.2018_.pdf

  • Roitzscher Deponie - Wut über Zehntausende Tonnen Abfall aus dem Ausland

    at 12 Mar 2018 16:05

    Auf der Deponie liegen mittlerweile mindestens 30 000 Tonnen Abfall aus Italien.

    Sandersdorf-Brehna - Zehntausende Tonnen Abfall auf der Roitzscher Deponie kommen aus dem Ausland. Dabei handelt es sich unter anderem um 23 700 Tonnen asbestbelasteten Gleisschotter aus Italien, wie das Umweltministerium des Landes auf MZ-Nachfrage berichtet.

    Diese Zahlen aus dem Jahr 2016 schüren weiter die Wut auf die Deponiebetreiber. „Die Befürchtungen der Bürger vor einem möglichen Mülltourismus in die Region bestätigten sich nun“, sagt der AfD-Landtagsabgeordnete Daniel Roi. Er und viele Sanderdorf-Brehnaer Einwohner werfen dem Deponiebetreiber Wortbruch vor.

    Denn in der Vergangenheit hieß es, dass die Abfälle für die Deponie aus der Region kommen. Ein Deponieplaner sagte zum Beispiel bei einer Einwohnerversammlung im November 2010 in Roitzsch zur Abfallherkunft, „dass es sich um die umliegenden Landkreise - Landkreis Anhalt-Bitterfeld, Wittenberg und den Landkreis Delitzsch - handelt“. Von Italien war damals keine Rede.

    Heute erklärt der Geschäftsführer von GP Papenburg Entsorgung Ost, dass er das Material aus Italien für den Grundkörper der Deponie verwendet hat. „Das konnten wir gut gebrauchen“, sagt Andreas Heilmann.

    Im Jahr 2017 seien nur noch 3 400 Tonnen Material aus dem Ausland nach Roitzsch gebracht worden. Künftig verzichte das Unternehmen in Sandersdorf-Brehna ganz auf Abfälle aus dem Ausland. „Wir wollen das nicht mehr.“
    Wer Müll aus dem Ausland nach Deutschland einführt, muss das beantragen. Derzeit gelten für die Roitzscher Deponie noch drei Genehmigungen. „Dabei handelt es sich jeweils um die Verbringung von Böden mit Eternitbruchstücken (Faserzement, d. Red.) aus Italien“, erklärt eine Sprecherin des Ministeriums. Laut Deponie-Betreiber Andreas Heilmann handelt es sich um „alte“ Genehmigungen.
    Landesverwaltungsamt schob Antrag aus Italien einen Riegel vor
    Eine weitere sollte Anfang 2017 hinzukommen. Doch das Landesverwaltungsamt (LVwA) schob dem Antrag aus Italien einen Riegel vor. Dadurch bleibt die Region laut dem Umweltministerium vor weiteren 10 000 Tonnen Gleisschotter mit gefährlichen Stoffen verschont.
    Der Abfallerzeuger hat gegen den Einwand des LVwA Klage erhoben, eine Entscheidung steht noch aus. Zuletzt berichtete Umweltministerin Claudia Dalbert (Grüne) bereits im Landtag auf eine AfD-Anfrage, dass Abfallimporteuren bereits gekündigt worden sei. Die drei noch laufenden Roitzscher Genehmigungen für italienische Abfälle laufen nach Angaben des Ministeriums 2018 aus. Sie würden nach maximal einem Jahr ihre Gültigkeit verlieren.
    Zur Roitzscher Deponie rollen auch viele Lkw aus anderen Bundesländern. Laut Umweltministerium stammten im Jahr 2016 39 000 Tonnen Abfall allein aus Sachsen, 4 500 aus Brandenburg, 2 600 aus Niedersachsen, und 2 200 Tonnen aus Bayern.

    Deponiebetreiber Andreas Heilmann erklärt die Lieferungen mit anderen Bauvorhaben des Papenburg-Konzerns in Deutschland. Es sei eine unternehmerische Entscheidung, diese Abfälle auch auf die eigene Deponie zu bringen. Heilmann betont aber auch: „Mehr als die Hälfte der Menge kam 2016 aus Sachsen-Anhalt.“

    Dennoch stimmt für den Renneritzer Torsten Wolf das Verhältnis nicht: „Wir wollen hier nicht auf unsere Kosten die Wirtschaft von Bayern ankurbeln.“ Er fürchtet wegen der Deponie um das Image der Region sowie Nachteile für Wirtschaft und Tourismus.
    Koalitionsvertrag strebt an, Abfallimporte in Zukunft zu reduzieren
    Die Deponie Roitzsch nimmt seit dem Jahr 2015 Abfälle an. Informationen zu Abfallmengen und Herkunft für 2017 liegen dem Ministerium noch nicht vor.
    Im Koalitionsvertrag des Landes streben CDU, SPD und Grüne an, Abfallimporte mittel- und langfristig zu reduzieren. Laut Andreas Heilmann hat die Wirtschaft aber großen Bedarf an einer Deponie wie der Roitzscher sowie weiteren neuen. Lange Fahrtwege zu Deponien würden die Preise im Bau steigen lassen. (mz)

    MZ - Bitterfeld-Wolfen - Von Stefan Schröter - 12.03.18
    – Quelle: www.mz-web.de/29854442 ©2018

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