Hallo lieber Leser,

ich heiße Jonas, bin 9 Jahre alt und wohne in Dortmund. Ich finde es traurig, dass Menschen draußen schlafen müssen und jetzt im Winter sogar erfrieren.

Deswegen möchte ich Unterschriften sammeln und die unserem Bürgermeister geben, damit die Obdachlosen hoffentlich bald einen warmen Platz zum Schlafen haben. Warum können nicht wieder Container mit Heizung und Bett aufgebaut werden, wo die Menschen drin schlafen können so wie Flüchtlinge? Ich finde, es soll allen Menschen geholfen werden, den Flüchtlingen und den Menschen, die keine Wohnung haben!

Bei uns hat auch schon mal ein Obdachloser gewohnt. Er ist sehr nett. Er hat keine Familie und ist deshalb oft traurig. Jetzt hat er aber eine eigene Wohnung.

Es soll keiner mehr draußen schlafen müssen und erfrieren!

Bitte unterschreibt alle, damit unser Oberbürgermeister Sierau etwas für die Wohnungslosen tut!!! Besonders für die, die draußen schlafen müssen!!!

Danke, viele Grüße und schöne Weihnachten wünscht Euch Jonas

Begründung

Da wir selber schon mal einen wohnungslosen Menschen bei uns beherbergt haben, weiß Jonas durch unsere Erzählungen, dass in Dortmund und anderen Städten von Deutschland jedes Jahr Menschen erfrieren.

Menschen, die durch Schicksalsschläge, wie Tod eines nahen Angehörigen, Arbeitslosigkeit, oder persönliche Krisen in die Obdachlosigkeit geraten sind. Da der Wohnungsmarkt in Dortmund aufgrund der Flüchtlingskrise, des Studentenbooms und der Schließung des Hannibalhochhauses, bei der 750 Menschen (auch Großfamilien!!!) von jetzt auf gleich wohnungslos geworden sind, sehr angespannt ist, gibt es kaum noch Sozialwohnungen.

Deswegen ist es wichtig Notlösungen für ALLE Wohnungslosen, ähnlich wie in der Flüchtlingskrise zu schaffen und möglichst schnell das Angebot an sozialem Wohnraum zu erweitern, damit keiner mehr wohnungslos, bzw. obdachlos sein muss, oder gar erfrieren muss!!!

Weil wir jetzt auch einem der 750 wohnungslos gewordenen aus dem Hochhaus unsere Einliegerwohnung anbieten wollten und Jonas mitbekam, dass wir einen Leserbrief zu dem Thema schreiben wollten, sagte er: "Ihr müsst keinen Leserbrief schreiben, sondern Unterschriften für die armen Leute, die jetzt draußen schlafen müssen, sammeln."

Bitte unterstützt seine Initiative!!! Es wäre genial, wenn er mit Eurer Hilfe etwas erreichen könnte!!! Herzliche Grüße Jonas‘ Eltern


Weiterführender Link: www.derwesten.de/region/obdachlose-elli-48-in-duesseldorf-erfroren-ihr-tagebuch-ist-bewegend-und-furchtbar-traurig-id209178511.html

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Anja Naujokat aus Dortmund
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Neuigkeiten

  • Der ursprüngliche Text für den Leserbrief lautete:

    Anja Naujokat zu dem Artikel:"Stadt denkt über Verbesserungen in der Nothilfe nach"( 7.3.18)
    Ich schliesse mich der Meinung des Obdachlosenpfarrers Daniel Schwarzmann voll und ganz an, der meint, es sei ein Wunder, dass noch niemand erfroren ist. Ich verstehe sehr gut, dass er dem Apell von Frau Zörner, sich an dem offenen Prozess der Neuausrichtung der Wohnungslosenhilfe zu beteiligen nicht folgt. Es kann und darf nicht sein, dass bei einem Anstieg der Obdachlosigkeit um 50 ÷ in den letzten 2 Jahren ein Dringlichkeitsantrag von Grünen, Linken und Piraten zum Thema Obdachlosigkeit nicht einmal diskutiert wird, weil die"christliche" und die "soziale" Partei keine Dringlichkeit erkennen können
    Stattdessen fordern sie von der Verwaltung erstmal ein Konzept für die nächsten Jahre... Diese "alles ist gut Politik" schreit zum Himmel und ist alles andere als verantwortungsbewusst, christlich, oder sozial !!! Wohnungslosigkeit kann JEDEN treffen, durch Kündigung des Vermieters wegen Eigenbedarf, Arbeitslosigkeit, Brand (gefahr) s. HANNIBAL, Verlust des Partners duch Trennung , oder Tod, Krankheit... Es ist schon lange kein Randgruppenproblem mehr und auch kein selbstgewähltes Schicksal, sondern FOLGE VON VIEL ZU WENIG ERSCHWINGLICHEN WOHNUNGEN!!! Als Zwischenlösung wäre
    die Bereitstellung von Wohncontainern, die vorher den Flüchtlingen zur Verfügung gestellt wurden, eine Möglichkeit.
    Und da sehe ich in der Politik einen sehr dringlichen Handlungsbedarf, der keinesfalls auf die lange Bank geschoben werden darf!!!
    Die Realität der Obdachlosigkeit hier in Dortmund wird in dem Beitrag von Radio 91.2 "Kümmert sich die Stadt genug?" sehr deutlich. www.radio912.de/home/mediathek/diobeitraege/art757,1548642

    Mit freundlichem Gruss
    Anja Naujokat

  • Am 27.02.2018 verliest eine Nachrichtensprecherin in den Lokalnachrichten von Radio 91.2 folgende"alles ist gut Nachricht“: Laut Stadt gibt genug Schlafplätze für alle obdachlosen Menschen in unserer Stadt. Keiner muss bei diesen Temperaturen draussen schlafen! Falls die Übernachtungsstellen nicht ausreichen sollten , werden städt. Wohnungen zur Verfügung gestellt. Ich frage mich welche, wo doch schon alle Notfallwohnungen mit ehemaligen Hannibalbewohnern besetzt sind...Eine Sprecherin der Stadt ließ verkünden, dass die Öffnung von Wohncontainern für obdachlose Menschen nicht vorgesehen sei...

    Das Barometer geht in der Nacht zum 28. Februar auf minus 10 Grad Celsius. Wahrscheinlich soll diese Nachricht die Bürger genauso beruhigen, wie der Brief, den Herr Sierau an Jonas (9) geschickt hat, der sich Sorgen um die vielen obdachlosen Menschen und die über 500 Menschen macht, die im September letzten Jahres ihre Wohnung verloren haben, weil ihr Haus aus Brandschutzgründen geschlossen wurde. Bis heute lebt die Hälfte von ihnen in Übergsngswohnheimen, auch Familien mit vielen Kindern... In den Lokalnachrichten wird allerdings nur berichtet, dass viele von ihnen in Wohnungen der Stadt untergekommen seien....
    In dem Brief an Jonas schreibt Oberbürgermeister Ullrich Sierau am 19.12.2017 :
    " In Dortmund haben wir ausreichend Schlafplätze für Menschen ohne Wohnung. Wir haben Häuser für Männer und Frauen, die keine Wohnung haben. Dort können sie übernachten, duschen und ihre Wäsche waschen. In Dortmund muss niemand draussen schlafen.Allerdings müssen die obdachlosen Menschen unsere Hilfe auch annehmen. Wir können Menschen unsere Hilfe anbieten, wir können mit ihnen reden und versuchen sie zu überzeugen, aber wir können nichts tun, wenn sie keine Hilfe möchten-das kommt auch manchmal vor."
    In dem Beitrag von Radio 91.2 NOXX " OBDACHLOSIGKEIT IN DORTMUND- KÜMMERT SICH DIE STADT GENUG?" vom 26.Januar 2018 wird allerdings berichtet, dass die Frauenunterkunft zu 150 Prozent überbelegt ist. Über Abhilfe wird seitens der Stadt nachgedacht...
    Auch die rund 70 Betten der städt. Übernachtungsstelle für Männer reichen für die offiziell 350 obdachlosrn Menschen nicht aus, von denen überwiegend Männer sind. Einige Schätzungen gehen in Dortmund sogar von 400-500 obdachlosen Menschen aus- Tendenz steigend sagt Katrin Lauterborn von der Obdachloseninitiative" Gasthaus".Einige Betroffene gaben an, dass auch das Beklautwerden, die vielen Menschen auf engstem Raum, die Geräusche und Gerüche, die mangelhaften hygienischen Verhältnisse
    und das Hundeverbot einen Grossteil der obdachlosen Menschen davon abhalten würden , dort zu übernachten.
    In dem Bericht von Radio 91.2 meint Thomas Bohne von der Diakonie, dass man viel früher mit der Prävention beginnen müsse, damit aus den 1900 Menschen, die im letzten Jahr Hilfe bei der zentralen Beratungsstelle der Diakonie gesucht haben, nicht die Obdachlosen von morgen werden. Man habe “im letzten Jahr weder räumlich, noch personell eine Veränderung herbeiführen können, so dass sie auf allen Ebenen bereits an der Grenze, bzw. über der Grenze arbeiten...“
    Herr Sierau schreibt auch in seinem Brief an Jonas:
    " Wenn die obdachlosen Menschen weitere Hilfe brauchen und wünschen, kümmern sich die Stadt Dortmund, oder die vielen Menschen darum ,die bei den Kirchen, oder in Vereinen freiwillig den obdachlosen Menschen helfen."
    In dem Rundbrief Winter 2017/2018 von der Kana Suppenküche schreibt Bernd Büscher, ein Mitgründer der Obdachloseninitiative:
    „Muss ich das verstehen?
    ……... Wir hören immer wieder von Gästen, denen aufgrund von Sanktionen der Hartz IV-Bezug gekürzt oder sogar gestrichen wurde, dass ihnen Sachbearbeiter raten, zur Tafel, zum Gast-Haus oder zu Kana zu gehen, um etwas zu essen zu bekommen. Das bedeutet: Das Geld, welches der Sozialstaat spart, indem er es Menschen verweigert, die Regeln des Leistungsempfangs verletzen, wird dann eben durch SpenderInnen und Spender, welche die genannten Einrichtungen unterstützen, privat aufgebracht. Diese Einrichtungen, privat finanziert, von freiwillig Helfenden unentgeltlich organisiert, bekommen jetzt aber vermehrt Auflagen vom Ordnungsamt, ihre Räumlichkeiten kostspielig umzubauen, um neu aufgetauchte Hygienestandards zu erfüllen. Auch dazu
    sind tausende von Euros aus Spenden notwendig. Verstehe ich das richtig? Die Gesellschaft verlässt sich auf das freiwillige Engagement von Bürgerinnen und Bürgern als „letztes Netz“ für verarmte Mitglieder, holt sich erbetteltes Geld über Sanktionsmaßnahmen zurück, belegt die solidarisch Helfenden mit Auflagen, zu deren Erfüllung die wiederum selbst Geldspenden sammeln müssen. Wäre es dann nicht
    einfacher, wenn Spenderinnen und Spender das Geld direkt zum Jobcenter bringen würden?
    Ein Zitat von Dorothy Day, Gründerin der Catholic Worker-Bewegung, lautet: „Wir dürfen die Armen nicht der unpersönlichen Fürsorge des Staates überlassen.“ Langsam begreife ich, was sie gemeint hat.
    (Bernd Büscher)

  • Brief vom OB Sierau

    am 21.01.2018

    Jonas hat ein sehr nettes, einfühlsames, aber eher beschwichtigendes Antwortschreiben vom Oberbürgermeister Sierau bekommen, das leider nur die halbe Wahrheit enthält... Herr Sierau ist der Meinung, dass es genug Hilfe von Seiten der Stadt und ehrenamtlichen Initiativen gäbe," allerdings müssen die obdachlosen Menschen die Hilfe auch annehmen"
    Aus eigener Erfahrung mit der Stadt( s. ZEITUNGSARTIKEL VOM 15.12.17) und auch mit einigen obdachlosen bzw. ehemals obdachlosen Menschen wissen wir, dass das Gegenteil der Fall ist und dass sie sehr darunter leiden, keine eigene Wohnung zu haben, bzw. grosse Angst davor haben, ihre Wohnung wieder zu verlieren. Der soziale Wohnungsmarkt in Dortmund ist dermassen angespannt, dass über 500 Menschen, darunterauch Grossfamilien nach über 3 Monaten immer noch unter ganz schlimmen Umständen in Übergangswohnheimen leben müssen!
    Herr Sierau schreibt auch nichts davon, dass die städt. Übernachtungsstellen, in denen oft unzumutbare Zustände herrschen, 8,50€ pro Nacht kosten und ein Antrag beim Sozialamt notwendig ist, wenn das Geld nicht bezahlt werden kann.... alles Hürden, die für viele obdachlose Menschen unüberwindlich sind!!!

    Weiterer Link:

    www1.wdr.de/nachrichten/ruhrgebiet/hannibal-mieter-fremde-wohnungen-100.html

Pro

KEINER entschliesst sich Freiwillig dazu auf der Strasse zu leben!!! Der Artikel Und wohin im Winter? Aus der Oktoberausgabe der Obdschlosenzeitschrift Bodo gibt Aufschluss über die prekäre Wohnungsmarktlage in Dortmund und die unzureichenden Notschlafstellen. htt://bodoev.de/artikel/ und-wohin-im-winter.html

Contra

Die Neuigkeiten beinhalten: -Hintergrundinformationen des Strassenmagazins Bodo: ...und Wohin im Winter, bzw. Lebensgefahr und eine Einladung zu einem sozialen Stadtrundgang mit einem Bodoverkäufer -einen Zeitungsbericht zur Wohnungsmarktsituation in Dortmund am Beispiel der Hannibalbewohner auf Initiative von Familie Naujokat - einen Erfahrungsbericht einer obdachlosen Frau , die wir über die Petition kennenlernen durften