openPetition wird europäisch. Wenn Sie uns bei der Übersetzung der Plattform von Deutsch nach Deutsch helfen wollen, schreiben Sie uns.
close
Bild zur Petition mit dem Thema: Braunkohle-Verstromung sofort beenden  Importsteinkohle als Brückentechnologie Braunkohle-Verstromung sofort beenden Importsteinkohle als Brückentechnologie
  • Von: Nicht öffentlich
  • An: Wirtschaftsministerien der Länder Brandenburg, ...
  • Region: Braunkohletagebau-Area...
    Kategorie: Energie mehr
  • Status: Die Petition wurde vom Petenten zurückgezogen bzw. wird nicht weiter verfolgt
    Sprache: Deutsch
  • Gescheitert
  • 111 Unterstützende
    Sammlung abgeschlossen

Braunkohle-Verstromung sofort beenden Importsteinkohle als Brückentechnologie

-

Braunkohle-Tagebaue vernichten gewachsene Kulturlandschaftene. Dörfer und Städte werden zerstört, den dort wohnenden Menschen wird die Heimat unwiederbringlich genommen. Dorfgemeinschaften werden zerrissen, natürliche Kreisläufe werden unterbrochen, Grundwasservorkommen werden geschädigt - und all dies ausschließlich zur Gewinnerzielung privater Gesellschaften.

Seit dem Start der Petition im Nov. 2013 verschärft sich die Situation an allen Fronten. Die "niedrigen Preise heimischer Braunkohle" werden gegen "hohe Kosten für Wind- und Solarstrom" gestellt. Regierungen, Wirtschaftsverbände, IG BCE steuern eine Energiewende rückwärts, hin zu zentraler Versorgung mit Braunkohlestrom.

Wirtschaftsminister Gabriel beharrt auf der Notwendigkeit nach billiger einheimischer Braunkohle zur Begrenzung der Endverbraucher-Strompreise. Bayern-Ministerin Aigner will offenbar die Ausnahmen für die Wirtschaft bei der EEG-Umlage mittels "Zukunftsfonds" zementieren und teilweise zu Lasten der Endverbraucher auf die kommenden Generationen verlagern. Das BVerfGericht erklärt Braunkohleabbau und -verstromung der RWE in Garzweiler II zu einem politischen Problem ohne Verfassungsrelevanz. MIBRAG kauft ein großes potenzielles Abbaugebiet hinzu (Helmstedt). Vattenfall erweitert sein Abbaugebiet um Welzow herum (Welzow II). Der CO2-Emissionshandel ist bei den EU-Bürokraten in sicherer Verwahrung. Windkraft-Parks erleben in Nordbayern eine unsägliche Genehmigungs-Hängepartie. Und inzwischen finanzieren die nicht Ausnahme-fähigen Endkunden die Stillstände von abgeschalteten fossilen (Bereitstellungsausgleich) und regenerativen (Überschussangebot) Anlagen.

Bundesregierung und Länderregierungen machen aus der Energiewende eine Wende rückwärts, hin zur Zentralversorgung aus Großkraftwerken (auch Offshore-Windparks) des letzten Jahrhunderts, die auf ein riesiges, leistungsfähiges Übertragungs- und Verteilnetz, betrieben durch Großkonzerne, angewiesen sind.

Die Grundlastversorgung kann mittelfristig (0 - 15 Jahre) auch durch dezentrale, siedlungs-nahe Erdgaskraftwerke mit hohem KWK-Anteil erfolgen. Langfristig muss auch Erdgas als fossile, zugekaufte Primärenergiequelle ersetzt werden. Kurzfristig kann als unmittelbare Zwischenlösung sofort auf Steinkohle umgestellt werden. Die Versorgung der Kraftwerksstandorte mit Import-Steinkohle zu Weltmarktpreisen kann mittels Schiffs-/Bahntransport erfolgen.

Die Zerstörung natürlicher Lebensräume und seit Jahrhunderten dort angesiedelter, dörflicher und städtischer Wohngemeinschaften muss ein Ende haben. Vorteile aus der Ausbeutung von Braunkohlelagerstätten im Tagebau sind ausschließlich für die Anteilseigner der abbauenden Unternehmen zu erkennen.

Die gesetzlichen Genehmigungsgrundlagen müssen dergestalt novelliert werden, dass: 1. Der Brennstoff Braunkohle in Kraftwerken nicht mehr zugelassen wird. 2. Der großflächige Abbau von Braunkohle in Tagebauen in Deutschland nicht mehr zulässig ist. 3. Der CO2-Emissionshandel durch ständige, dynamische Herausnahme von Zertifikaten seine Wirksamkeit zurück erhält.

Begründung:

Braunkohle ist zur Stromerzeugung der Grundlast-Versorgung nicht zwingend erforderlich. Jedes (!) Kohlekraftwerk kann bis zur endgültigen Abschaltung mit Steinkohle weniger schädlich betrieben werden.

Braunkohle erzeugt im Tagebau doppelt so viel Abraum wie verbrannt wird. Sie hat gerade einmal 40% des Energieinhalts von Steinkohle (11 vs. 28 MJoule/kg) Sie erzeugt (pro Wärmeeinheit) 3 mal so viel CO2 wie Erdgas Steinkohle wäre als "Brückentechnologie" (geringfügig) verträglicher als Braunkohle Sie kostet frei Grenze 75,64 Euro/t (3. Quart.'13) = 7,56 ct/kg = 1 ct/kWh (ab Grenze) Sie braucht ~40% der Transport-Ressource von Braunkohle Sie kann per Bahn/Schiff kraftwerksnah angeliefert werden Besser ist heute schon Erdgas Erdgas-Verstromung wird durch Kohlesubventionen und Netzverstopfung aus Kohle-Verstromung blockiert Erdgas wird in Pipelines transportiert Es verbrennt sauber (ohne Rückstände) mit weniger CO2 Erdgaskraftwerke können in beliebiger Größe dezentral betrieben werden Erdgaskraftwerke sind minutenschnell gestartet und gestoppt (Netzregulierung) Erdgas kann mit Wasserstoffgas "gestreckt" werden (Speicher für Überschussstrom)

Windparks und Gaskraftwerke werden abgeschaltet - (subventionierte) Kohlekraftwerke verstopfen die Stromnetze. Die Stillstandskosten der abgeschalteten Kraftwerke zahlen die nicht privilegierten Endverbraucher über die Netzabgabe. CO2-Emissionszertifikate haben wegen überhöhter Ausgabemengen keineWirkung. Der Zertifikatehandel ist funktionsunfähig - Kohlestrom-Emissionen von CO2 (fast) nichts. Die externen Kosten des "billigen" einheimischen Braunkohlestroms betragen 10 ct/kWh. Die korrekten Kosten sind vergleichbar erneuerbaren Energieträgern und Erdgas.

Was ist zu tun? 1. Braunkohle ist als Rohstoff für die Verstromung in Deutschland zu verbieten, weil sie weder technisch erforderlich ist, anderseits aber nach dem Stand der Wissenschaft und Technik hohes Schadenspotenzial für den Schutz von Natur, Umwelt und Gesundheit aufweist. 2. Der Abbau der Braunkohle im Tagebau ist sofort mittels Verordnung der Landes-Bergämter aus den gleichen Gründen zu stoppen. 3. Die Betreiber von Braunkohle-Kraftwerken sind mittels Verordnung der Genehmigungsbehörden anzuweisen, die Prozesse auf Steinkohle-Verstromung umzustellen. 4. Dazu dürfen die Ausstiegsplanungen aus dem Steinkohleabbau in heimischen Kohlerevieren nicht verändert werden. 5. In einer bundesweiten Erhebung aller Erzeugungskapazitäten ist die Grundlastsicherung unter Berücksichtigung des Atomausstieges und der verfügbaren Gaskraftwerkskapazität auf minimale CO2-Emissionen hin zu ermitteln. Die verfügbare Anzahl an CO2-Zertifikaten ist soweit zu beschränken, dass die minimierte Menge um nicht mehr als 15 % überschritten wird. 6. Neue Kraftwerksprojekte sind in der Priorisierung der Genehmigung danach zu staffeln, dass die Anzahl an CO2-Zertifikaten durch das zu genehmigende Projekt nicht erhöht werden muss. 7. Die Erhebung nach Pos. 5 und 6 ist jährlich fortzuschreiben und mittels Verordnungen umzusetzen. 8. Die Energiewende ist eine politisch begründete Verpflichtung der grundgesetzlichen Vorsorge. Die Kosten sind aus dem Steueraufkommen zu tragen. Sofern Industriebereiche einer Standortunterstützung bedürfen muss diese als EU-konforme Beihilfe ausgewiesen werden. 9. Eine Umlage der Stillstandsverluste durch fehlerhafte Bau- und Betriebsgenehmigungen die Stillstandsverlusten verursachen (keine Stromeinspeisung) auf die Stromkunden ist unzulässig. Umwelt-Aspekte Die Renaturierung ausgebeuteter Braunkohle-Tagebaue bestand in der Vergangenheit in der Auffüllung der riesigen Löcher mit Wasser - eine reine Retusche der hinterlassenen Mondlandschaften. Diese Form der "Renaturierung" verursacht selbst wieder Riesenschäden und die Gefährdung von angrenzenden Kommunen und deren Bewohnern und extreme Folgekosten. (Erdrutsch am Concordia-See in Nachterstedt, Eisenoxidverschlammung im Spreewald). Und: Flächenverbrauch von Ackerland zur Braunkohlegewinnung tritt ebenso in Konkurrenz zur Lebensmittelerzeugung durch Landwirtse wie die aus den Kreisen der Stromerzeuger gerügte "Vermaisung" der Landschaft zur Biogaserzeugung.. Fazit Die Stromerzeugung mit heimischer Braunkohle, gewonnen unter vollständiger Zerstörung natürlicher Landschaften aus Tagebauten, ist ein Relikt überkommener Zeiten. Zu Zeiten nationalistisch orientierter Politik, in der Deutschland Kriege gegen seine Nachbarn führte und auf eigene Energieressourcen angewiesen war, mussten alle Quellen ausgeschöpft werden. Heiße und kalte Kriege sind vorbei. Die nächsten Kriege werden Wirtschaftskriege um Ressourcen sein. Hier ist eine zukunftsgerichtete Politik die erforderliche Überlebensstrategie. Kohleverstromung und Landschaftszerstörung mittels Tagebau sind in den dicht besiedelten gebieten Deutschlands rückwärts gewandte Überlebensstrategien.

Hier die Original-Fassung der Petition vom Nov. 2013: www.s301094416.online.de/Onli

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

Burghausen, 15.11.2013 (aktiv bis 13.05.2014)


Neuigkeiten

Liebe Freunde und Unterstützer Wie bereits angekündigt ziehe ich die Petition zurück, 1 Tag vor Ablauf der Frist für die Unterstützer-Unterschriften. Mein Ziel mit dieser Petition war es, den verantwortlichen Politikern in den Bundesländern mit ...

>>> Zu den Neuigkeiten


Debatte zur Petition

PRO: Wie wäre es damit, die Energiewende stärker zu verfolgen? Herman Scheer hat kluges im Buch "Der energethische Imperativ" zum vollständigen Wechsel zu erneuerbaren Energien geschrieben. Wir brauchen eine dezentrale Energieversorgung statt zentrale Großkraftwerke, ...

PRO: Daoud war hier

CONTRA: Importkohle aus Übersee und Polen müsste per Schiff und Hunderte von Kilometern auf Schiene zum Kraftwerksstandort transportiert werden. Über die ökologische Sinnhaftigkeit kann man da streiten. Kohlenstoff aus Braunkohle und Steinkohle liefert das gleiche ...

CONTRA: ole junge

>>> Zur Debatte



Petitionsverlauf


aktuelle Petitionen