Wir, die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner, wollen erreichen, dass

  • die Viehhaltung umweltverträglich erfolgt und an die lokalen Flächen angepasst wird;

  • die Gesetze zum Grundwasserschutz konsequent eingehalten werden und dies auch im Vollzug durchgesetzt wird;

  • die Umweltbehörden gestärkt werden und die Landwirtschaftskammer konsequent Wasser-, Boden- und Landschaftsschutzstrategien entwickelt und umsetzt;

  • die Gülle und die Gärsubstrate nicht nur als Dünger, sondern auch als ökologisch problematische Substanzen eingestuft werden, die gesundheits- und gewässergefährdend wirken können;

  • alternative Formen der direkten Umwandlung von Flüssigstoffen wie Gülle in umweltverträgliche Feststoffe unterstützt und gefördert werden;

  • die Nährstoffkonzentration aus Biogasanlagen in die Stickstoffbilanz eines landwirtschaftlichen Betriebes mit eingerechnet wird;

  • ein genehmigter Anteil Plastik als Bestandteil von Gärsubstraten umgehend verboten wird, da dies Wiesen, Weiden und Äcker kontaminiert und die landwirtschaftliche Nutzbarkeit der Böden schwer beeinträchtigt. Tierfuttergewinnung ist auf so belasteten Flächen nicht zu verantworten.

Siehe auch: www.Gülle-Forum.de

Begründung

Petition zur Problematik der Gewässer- und Landschaftskontamination durch zunehmenden Einsatz von Gülle und Gärresten aus der Intensivlandwirtschaft in der Eifel (NRW und Rheinland-Pfalz)

Die Eifel ist eine vielfältige Mittelgebirgslandschaft mit reichhaltiger Tier- und Pflanzenwelt, einer im Wesentlichen extensiven Grünlandwirtschaft bei lokaler Konzentration von Ackerbau und einem von Bewohnern und Gästen geschätzten hohen Erholungswert. Diese Landschaft mit ihren regional angepassten Landnutzungsformen ist seit einigen Jahren durch extreme Nährstoffeinträge in Böden und Gewässer gefährdet.

Vor allem das Grundwasser sowie die Bäche und Flüsse werden durch die zunehmenden Einträge von Gülle aus der Massentierhaltung und von Gärsubstraten aus Biogasanlagen belastet. Erste Brunnen mussten aufgrund von Keim und Nitratbelastungen bereits stillgelegt werden.

Schon heute lässt sich feststellen, dass vor allem die Artenvielfalt bei Pflanzen in Wiesen, Weiden und an Wegrändern dramatisch zurückgegangen ist. Da die Heuwirtschaft zunehmend durch Silierung des bis zu einem halben Dutzend Mal pro Jahr geschnittenen Grases zurückgedrängt wird, überleben nur noch wenige Grasarten und Stickstoffzeiger wie etwa Löwenzahn.

Die auf nährstoffarme Böden angewiesene Tier- und Pflanzenvielfalt geht in atemberaubender Geschwindigkeit zurück. In dieser neuen Landschaftsmonotonie finden Kräuter, Wildblumen, Wiesenbrüter wie die Feldlerche und Insekten kaum noch Lebensräume.

Die Quellen der zunehmenden Gülle- und Gärsubstratfrachten kommen zu einem Teil aus Tiermastanlagen der nahegelegenen Rheinischen Bucht, zu einem anderen Teil stammen sie von Großbetrieben aus den expandierenden Massentierhaltungszentren des Niederrheins, des Münsterlandes, des Emslandes, des Oldenburgischen, des Belgischen und des Niederländischen Raumes, weil dort die Güllefluten nicht mehr gesetzeskonform ausgebracht werden können.

In Niedersachsen sind bereits 60 Prozent der Grundwasservorkommen nitratverseucht und für Trinkwasserzwecke nicht mehr nutzbar, in Nordrhein Westfalen mehr als ein Drittel.

Die Bewohnerinnen und Bewohner der Eifel sind nicht gewillt, die Region zu einer Entsorgungsfläche für die Exkremente der Massentierhaltung und für die Reststoffe aus der Biogasgewinnung werden zu lassen. Wir wollen die Trinkwasserqualität unserer Gewässer ebenso bewahren wie die Vielfalt unserer Landschaft.

Siehe auch: www.Gülle-Forum.de

Vielen Dank für Ihre Unterstützung

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Neuigkeiten

  • Sehr geehrte Damen und Herren,
    wir haben eine Antwort vom Landtag Rheinland-Pfalz erhalten.
    Es ist eine politische Antwort. Die Aussagen entsprechen dem derzeitigen Stand des gesetzlichen Status in Rheinland-Pfalz, der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union.
    Auch wenn wir "mehr" gefordert haben, möchte ich diese Reaktion positiv bewerten; und für uns bedeutet dies, dass wir weiterhin zum Thema Umweltschutz der Tiere und Pflanzen und natürlich des Menschen selbst aktiv bleiben müssen. Unser Thema des Grund- und Trinkwasserschutzes steht auf der Agenda der politischen Entscheider und hier wollen wir fortlaufend das Bewußtsein sensibilisieren.
    Die Antwort aus Rheinland-Pfalz finden Sie als PDF Download auf unseren Infoseiten:
    www.gülle-forum.de/laenderantwort-rlp.html
    Vielen Dank
    Otfried Siefert

  • Sehr geehrte Damen und Herren, Liebe UnterstützerInnen der Petition gegen Güllefluten. Wir haben die Online Petition sowie unsere Unterschriftensammlungen bei den Petitionsausschüssen des Bundes und der Länder Nordrhein-Westfalen sowie Rheinland-Pfalz eingereicht. Wir bedanken uns herzlich für Ihre Mithilfe. Wir haben insgesamt mehr als 2000 Unterstützer der Petition gewinnen können. Dabei ist im Besonderen hervor zu heben, daß viele Gemeindemitglieder unserer kleinen Gemeinden in der Eifel, die Petition in Gaststätten sowie in kleinen Geschäften gezeichnet haben. Auch wenn die Anzahl der Stimmen nicht sehr groß erscheint, so haben wir doch eine sehr positive engagierte Resonanz aus der Kommunalen- und der Landespolitik, aus allen Parteien erhalten. Wir denken positiv und haben das Bewusstsein zum Grundwasserschutz erhöhen können. Vielen Dank: Otfried Siefert

Pro

Als Naturcoach, Ernährungsberater und Mykotherapeut ist mir sowohl an der originalen Funktion un dem Wesen der Natur mitsamt den eingebundenen Menschen gelegen. Auf die Vermittlung und Pflege von diesbezüglichen Werten und Maximen an diese wie auch die zukünftigen Gestalter unseres täglichen Lebens lege ich sehr großen Wert und werde alles tun, dass das Gewinnstreben und die Macht der Lobbyisten gestoppt werden. Ich wünsche uns als Initiatoren einer zukünftigen "Gesundwelt" Erfolg und alles Gute. M.Riehl, Mykotherapeut aus Mayen

Contra

Noch kein CONTRA Argument.