In Bergheim-Oberaußem thront am alten Friedhof, wohl eine der ältesten Kastanien in Europa - die "Grass-Kastanie". Dieser majestätische Baum, 18 Meter hoch und mit über 4 Metern Stammumfang, soll im März 2016 so stark zurückgeschnitten / gekappt werden, dass er höchstwahrscheinlich daran zu Grunde geht.

Nach drei Jahren aufwändiger ehrenamtlicher Pflege und mehr als 2000€ finanziellem Aufwand, der ebenfalls von den Ehrenamtlern getragen wurde, fordern wir den Baum botanisch sinnvoll, für den Baum förderlich zurück zu schneiden und den Baum weiterhin in seiner Entwicklung zu beobachten - es ist mit Abstand der größte und älteste Vertreter seiner Art in unserem Kreise und ein Wahrzeichen unseres Ortes.

Begründung

Die alte Kastanie wurde nach dem Schriftsteller Günter Grass benannt, da dieser in seinem preisgekröntem Buch "Die Blechtrommel", die Aussicht vom Plateau unterhalb der Kastanie auf das Kraftwerk Fortuna Nord beschreibt - "Welch eine Aussicht..." heißt es dort. Auch Boxweltmeister Max Schmeling soll schon unter dem schönen Baum den ein oder anderen Abend verbracht haben, als er seinerzeit im Kraftwerk Fortuna arbeitete.

Der alte Baum leidet jedoch seit Jahren, wie fast alle Kastanien in NRW auch, unter der Kastanien-Miniermotte. Aufgrund von Vitalitätsverlusten, wurde 2012 ein Gutachter mit der Begutachtung des Baumzustandes beauftragt. Das Gutachten kam zu dem Schluss das der Treppenaufgang, der unter der Kastanie zum Friedhof hoch führt, wegen der Kastanie nicht mehr verkehrssicher sei. Der Treppenaufgang wurde daraufhin gesperrt und die Kastanie sollte ein Jahr beobachtet werden. Es wurde eine dramatische Verschlechterung des Baumzustandes und ein Astbruch von Starkästen befürchtet.

Ein Zusammenschluss von ehrenamtlich tätigen Bürgern, das Stadteilforum Oberaußem (mittlerweile eingetragener Verein) nahm sich der Pflege des Baumes an. So wurde der Baum in der Vegetationsperiode von April bis Oktober mindestens alle 14 Tage mit sogenannten effektiven Mikroorganismen "EM" gewässert und besprüht. Hierfür wurde von den Ehrenamtlern extra ein mehrere hundert Euro teures Sprühgerät angeschafft. Im Herbst wurde das Laub der Kastanie eingesammelt und entsorgt, da dies ist der effektivste Weg ist, die Kastanien-Miniermotte zu bekämpfen. Um das Einsammeln der Blätter zu ermöglichen musste jedoch erst einmal der Hang, an dem die Kastanie steht, aufwändig von Gestrüpp befreit werden.

Nach einem Jahr hatte sich der Baumzustand nicht, wie erwartet dramatisch verschlechtert, aber auch nicht wesentlich verbessert. Der Baum trug sehr lange Laub und man entschied sich die Treppe unter der Kastanie weiterhin gesperrt zu lassen und den Baum weiter zu pflegen und seine Entwicklung zu beobachten.

Auch in den Jahren 2013 und 2014 und 2015 wurde die Kastanie ehrenamtlich gepflegt, dass Laub im Herbst aufwändig eingesammelt und es wurden über die Jahre mehr als 2000 € von den Ehrenamtlern für die Pflegemaßnahmen aufgebracht. Es zeigten sich weitere Erfolge, sodass die Baumgutachter Anfang 2015 die Aussage trafen, dass der Miniermottenbefall nun kaum noch nennenswert vorhanden wäre, aber man leider immer noch keine deutlichen Vitalitätsverbesserungen attestieren könne, jedoch auch keine dramatischen Vitalitätseinbußen.

Natürlich kamen in den drei Jahren der Pflege auch immer wieder Forderungen zur Wiederöffnung der gesperrten Treppe aus der Bevölkerung auf. Im Oktober 2015 sah sich die Stadtverwaltung Bergheim zum Handeln veranlasst und es wurde ein Gesprächstermin zwischen Stadt, den Gutachtern und den tätigen Ehrenamtlern einberufen. Dort machte die Stadt Bergheim deutlich, dass man die Treppe nun nicht länger gesperrt lassen könne, da sich die Forderungen nach Öffnung der Treppe häufen würden. Die Baumgutachter sagten, dass man zur Zeit die Treppe noch nicht, ohne weitere kostenintensive Sicherungs-Maßnahmen, als verkehrssicher freigeben könne. Am besten für den Baum sei es, den Zustand weiter zu beobachten und die Treppensperrung aufrecht zu erhalten, um abzusehen ob sich der Baum erholt und kostenintensive Sicherungsmaßnahmen lohnenswert wären. Um die Treppe, ohne weitere Sicherungsmaßnahmen, wieder freigeben zu können, müsse man die Kastanie so stark ein kürzen, dass man ihr die vitalitätsstärksten Bereiche nehmen würde und sie somit mit hoher Wahrscheinlichkeit kaputt schneidet. Es bestünde nur eine kleine Chance, dass der Baum neu ausschlagen würde. Dies hätte dieser schöne alte Baum jedoch nicht verdient und dann sollte man ihn lieber direkt fällen. Im Hinblick auf den großen ehrenamtlichen Arbeits- und Finanzeinsatz wurde beschlossen dem Baum diese letzte Chance noch zu gewähren und ihn im März so stark zurück zu schneiden, dass die Treppe wieder freigegeben werden kann. Man könne den Rest dann ja auch ein Jahr später fällen... :(

Wir fordern, nach drei Jahren aufwändiger ehrenamtlicher Pflege und dem großen finanziellen Aufwand den Baum nicht so dramatisch zu Kappen, dass er daran zu Grunde geht! Wir fordern einen botanisch für den Baum förderlichen Rückschnitt und das man einen Weg finden soll den Baum zu erhalten - es ist mit Abstand der größte und älteste Vertreter seiner Art in unserem Kreise und er ist noch bei Weitem nicht in dem Zustand, dass er deswegen gefällt werden müsste.

Unterstützen Sie diese Petition mit Ihrer Unterschrift und zeigen Sie der Stadtverwaltung Bergheim und unserem Ortsbürgermeister, dass es der Wille der Bevölkerungsmehrheit ist, den Baum zu erhalten und ihm weiter Zeit zu geben sich zu erholen, auch wenn dafür der Treppenaufgang gesperrt bleiben muss.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Stadtteilforum Oberaußem e.V. aus Bergheim Oberaußem
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Neuigkeiten

  • Liebe Unterstützende,
    der Petent oder die Petentin hat innerhalb der letzten 12 Monate nach dem Einreichen der Petition keine Neuigkeiten erstellt und den Status nicht geändert. openPetition geht davon aus, dass der Petitionsempfänger nicht reagiert hat.

    Wir bedanken uns herzlich für Ihr Engagement und die Unterstützung,
    Ihr openPetition-Team

  • Liebe Freunde der Grass-Kastanie, liebe Petitionsunterzeichner,

    heute haben wir gute Nachrichten. Die Stadt Bergheim hat den Bürgerwillen erhört und unsere "Grass-Kastanie" darf vorerst uneingeschränkt weiter bestehen! Der wohl baumzerstörende Rückschnitt, der für März dieses Jahres vorgesehen war, ist vom Tisch - der Baum wird nicht mehr zurückgeschnitten. Leider erfolgt aber auch kein baumfördernder Rückschnitt mehr. Das Totholz soll auch aus ökologischen Gesichtspunkten im Baum verbleiben, weil es so zur ökologischen Qualität des Baumes beitrage.

    Das bedeutet im Gegenzug, dass sich die Verkehrssicherungsproblematik vor Ort weiter zuspitzt. Weiterhin rechnet die Stadt Bergheim damit, dass jederzeit starke Äste ausbrechen und auf die Verkehrsflächen unterhalb des Baumes stürzen könnten. Für alle Personen, die im Umfeld des Baumes aktiv sind, ist damit auch eine größere Verantwortung verbunden, den Aufenthalt im Bereich des Baumes auf das Notwendigste wie Untersuchungen und Baumpflege zu beschränken.

    Da der Treppenaufgang offensichtlich weiterhin von einigen Bürgern genutzt wird und der Raum unter der Kastanie auch als Treffpunkt von Jugendlichen genutzt wird, müssen bessere Vorkehrungen zur Verkehrssicherung getroffen werden. Aus diesem Grunde werden die Absperrungen der Treppe verstärkt und das Friedhofstor mit einer Kette verschlossen. Dies ist nötig, damit die Mitarbeiter der Stadt wirklich alles Ihnen Mögliche für den Erhalt der Verkehrssicherheit unternommen haben und dies im Falle eines Personenschadens auch nachweisen können.

    Wir bitten alle die für den Erhalt des Baumes sind, die Sperrungen des Raumes unter dem Baume und der Friedhofstreppe zu akzeptieren und sich daran zu halten. Wer sich nicht an die Absperrungen hält schadet dem Baume! Wenn die Absperrungen in Zukunft akzeptiert werden, können wir uns sicher noch einige Jahre oder auch Jahrzehnte am Anblick dieses prächtigen Baumes erfreuen.

    Wir freuen uns, dass wir mit Ihrer Unterstützung den wohl baumzerstörenden Rückschnitt abwenden konnten und danken Ihnen für Ihre Teilnahme an der Petition.

    Stadtteilforum Oberaußem e.V.

  • Liebe Unterstützer,

    nun wurde ein Termin für die Übergabe der Petition gefunden. Diesen wird am 15.01.2016 im Rahmen des Neujahrsempfang des Stadtteilforum Oberaußem e.V. an den Oberaußemer Ortsbürgermeister Norbert Otto übergeben. Im gleichen Rahmen wird auch das Ergebnis der Bürgerbefragung, welche vom Stadtteilforum Oberaußem e.V. in ganz Oberaußem, über die Verteilung eines Flyers stattgefunden hat, an den Ortsbürgermeister übergeben. Dieser trägt das Anliegen der Bürger dann bei der Stadtverwaltung vor.

    Wollen wir alle hoffen, dass der Bürgerwille, in der Schicksalsfrage der Kastanie, gebührend berücksichtigt wird und der Baum weiterhin die Zeit bekommt sich zu erholen, so wie es von den Baumgutachtern vorgeschlagen wurde.

    MfG
    Dominic Unger
    Projektleiter Grass-Kastanie
    Stadtteilforum Oberaußem e.V.

Pro

Noch kein PRO Argument.

Contra

Noch kein CONTRA Argument.