An der Prinzbrücke in Münster-Hiltrup ist ein altes, ökologisch wertvolles Waldstück (zwischen Bahnstrecke und Kanal) von fast 8.000m² von der Abholzung bedroht.

Grund sind alte Pläne der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung aufgrund einer überholten Bauplanung sowie ein Jahre alter Beschluss des Stadtrates von CDU und SPD: Die alte, baufällige Prinzbrücke in Münster-Hiltrup soll durch einen Neubau ausschließlich für Fußgänger*innen und Radfahrende ersetzt werden. Der Kfz-Verkehr (zur Nobelstraße) soll über eine neu zu bauende Straßenverbindung („Auffahrtsohr“) geleitet werden, für die allerdings das anliegende Waldstück gerodet werden müsste.

Die Grundlagen, auf denen die Planungen beruhen, überzeugen allerdings nicht: Sie verharmlosen die ökologische Bedeutung des Eingriffs aufgrund nicht belastbarer Argumente. Es gäbe eine Alternative: Ein vollwertiger Brückenneubau, der ohne Eingriffe in anliegende Waldflächen auskäme.

Während das Wasser- und Schifffahrtsamt im Oktober 2018 einlenkte und erklärte, von der nicht vertretbaren Rodung des Waldstücks Abstand nehmen zu wollen, bleiben Vertreter der Stadt und der befürwortenden Parteien hartnäckig und versuchen weiter, die Pläne voranzutreiben. Hiermit sind wir als Unterzeichner dieser Petition nicht einverstanden! Wir fordern den Erhalt des Waldes an der Prinzbrücke!

  • Wir fordern daher den Rat der Stadt Münster auf, sich von den alten Plänen (Abholzung des Waldstücks an der Prinzbrücke zwecks Straßenbau) zu verabschieden und über einen neuen Ratsentscheid zu beschließen: Der Wald soll beibehalten werden. Die Stadt Münster schließt sich der aktuellen Entscheidung des Wasser- und Schifffahrtsamtes Rheine an. Die Stadt Münster befürwortet die alternative Planungsvariante 1 (vollständiger Brückenneubau -"Brücke für alle"- und Verschonung der Waldflächen).

  • Wir fordern die Bezirksvertretung Münster-Hiltrup auf, ein Votum gegen die Rodung des Waldstücks und für eine „Brücke für alle“ auszusprechen.

  • Wir fordern die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV West, WSA Rheine) auf, die Entscheidung aus Oktober 2018 beizubehalten und auf jegliche Pläne zu verzichten, die Eingriffe in das angrenzende Waldgebiet bedeuten würden.

Begründung

Worum geht es?

Die alte Prinzbrücke am Dortmund-Ems-Kanal in Münster-Hiltrup ist baufällig und muss ersetzt werden. CDU und SPD beschlossen vor einigen Jahren, Kfz- und Fahrradverkehr voneinander zu trennen. Aus Sicherheitsgründen sollten künftig nur noch Radfahrer*innen über die neu zu bauende Prinzbrücke fahren. Für Kfz müsste demnach eine neue Straße entstehen ("Auffahrtsohr"). Das Problem: Hierfür müsste das Waldgebiet zwischen Bahnstrecke und Kanal gerodet werden - ein Waldstück von fast 8.000m² Fläche.

Wo ist das Problem?

Diese Planung ist der falsche Weg: In Zeiten massiver Umweltzerstörung, zunehmender Flächenversiegelungen und in Folge der allgegenwärtigen Herausforderung Klimawandel lässt sich eine Zerstörung dieses Waldstücks nicht mit einem ernst gemeinten Naturschutz vereinbaren. Für das "Auffahrtsohr" soll ein Waldstück von fast 8.000 m² Fläche gerodet werden - so groß wie ein ganzes Fußballfeld! Ein alter Eichen-Hainbuchen-Wald mit über 150 Jahre alten Bäumen und ökologisch wertvollen "Habitatbäumen", die Tieren besondere Lebensräume bieten, soll weichen. Specht, Fledermaus, Eichelhäher, Waldkauz und Wanderfalke - eine solche Artenvielfalt auf lokal begrenztem Raum ist selten und schützenswert! Dieses ökologisch wertvolle Biotop für den Bau einer Straße zu vernichten, wäre fatal. So ist beispielsweise der dort wohnhafte Mittelspecht durch EU- und Bundesvorschriften gesetzlich streng geschützt. Eingriffe in seine Brut- und Lebensgebiete sind zu so gut wie möglich zu vermeiden. Spechte benötigen in ihren Lebensräumen alte Bäume, die in unseren Wäldern aufgrund intensiver Forstwirtschaft seltener sind als früher. Eine neu anzulegende „Ausgleichsfläche“, die für Baumaßnahmen nötig wäre, könnte in frühestens 100 Jahren eine ähnliche ökologische Funktion wahrnehmen, wie der innerstädtische Wald, der hier von der Abholzung bedroht ist.

"Euch Grünen sind Bäume doch wichtiger als Schulkinder!"

Nein! Was wir fordern, ist eine sachliche Debatte. Fakt ist: Die Prinzbrücke war nie ein Unfallschwerpunkt. Nie kam dort ein Radfahrer ernsthaft zu Schaden. Auf der Prinzbrücke gab es seit Jahren keinen Unfall. Auch die örtliche Verkehrspolizei sieht vor Ort keinen Handlungsbedarf. Das Argument angeblich mangelnder Verkehrssicherheit ist daher unseriös. Ein besseres, subjektives Sicherheitsgefühl lässt sich auch durch andere Maßnahmen herstellen. Die Rodung eines ganzen Waldstücks zugunsten eines subjektiven Sicherheitsempfindens ist unverantwortlich – auch für künftige Generationen, denen wir für immer diesen Wald entziehen. Die direkten Auswirkungen des trockenen Sommers 2018 erleben wir derzeit unmittelbar. Spätfolgen sind noch nicht abzusehen. Liegt es nicht in unserer Verantwortung, hier die Möglichkeit zu nutzen, NEIN zu sagen, uns gegen unnötige Umweltzerstörung und weitere Flächenversiegelung zu stellen? Zerstörung von Waldflächen bedeutet auch die Zerstörung unserer eigenen Lebensgrundlagen.

Warum ausgerechnet jetzt?

Die für den Bau zuständige Behörde, das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Rheine, erklärte im Oktober 2018, von den Planungen Abstand zu nehmen. Der Wald ist zu wertvoll, um ihn zu zerstören. Auch das WSA fordert nun eine Alternative, die ohne "Auffahrtsohr" auskommt. Doch Stadtverwaltung und einige Parteien halten an ihren Plänen fest: Sie verfolgen weiterhin ihre Straßenbaupläne und nehmen in Kauf, den Wald roden zu lassen. Aktuell gibt es Hintergrundgespräche, um die zuständige Planungsbehörde wieder auf ihre Straßenbau-Linie zu bringen. Dabei hat sich die Ausgangssituation geändert: Das Umweltgutachten ist veraltet und entspricht nicht mehr den aktuellen Gegebenheiten – ein Eingriff in den Wald wäre gravierender, als im 5 Jahre alten Gutachten prognostiziert. Zudem ist auf der parallel verlaufenden Hochbrücke ein neuer Geh- und Radweg entstanden, der bei den Planungen noch nicht existierte. Dies verändert die Lage zugunsten des Waldes: So sind Radfahrende, die sich auf der Prinzbrücke unsicher fühlen, nicht mehr auf die Prinzbrücke angewiesen. Die Rodung des Waldes erscheint daher noch unsinniger als zuvor. Wir müssen daher aktiv werden, um den Wald und damit unseren Stadtteil dauerhaft zu schützen!

Was ist die Alternative?

Alternative ist die "Brücke für alle": Ein vollständiger Brückenneubau, der die alte Brücke "1:1" ersetzt. Die neue Brücke soll genug Platz für Fußgänger, Radfahrer und Kfz bieten. Damit sich Radfahrende sicher fühlen, fordern wir eine durchgängige Fahrradstraße aus Hiltrup-Ost bis über die Prinzbrücke. Radfahrer und Fußgänger bekommen Vorrang. Dies soll auch das Fahrradfahren attraktiver machen – denn für die Zukunft brauchen wir leistungsstarke Verkehrswege nicht nur für den motorisierten Verkehr, sondern auch attraktive, umweltfreundliche Alternativen für den Umstieg auf’s Rad. Und: Der Wald bleibt erhalten, Fledermaus & Co. behalten ihren Lebensraum.

Weitere Infos: www.gruene-hiltrup.de/prinzbruecke

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Grüne Hiltrup aus Münster
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Neuigkeiten

  • Liebe Unterstützer*innen der Petition,

    für unser gemeinsames Anliegen, das Waldstück an der Prinzbrücke in Münster zu retten, sind bereits über 450 Unterschriften, davon über 300 unmittelbar aus Münster, zusammen gekommen.

    Das ist großartig! Vielen Dank für euren Einsatz!

    In die Auseinandersetzung kommt Bewegung: Die SPD hat beantragt, dass die Stadtverwaltung und die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung in der Bezirksvertretung zum den aktuellen Sachstand Stellung beziehen sollen. CDU, SPD und Stadtverwaltung verfolgen weiterhin den alten Ratsbeschluss: Der Wald soll gerodet werden, um eine neue Straßenanbindung im Zuge des Brückenneubaus zu schaffen.

    Unterdessen haben wir erfahren, dass die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (der "Vorhabenträger") im März 2019 ihre verbindlichen Pläne zum Brücken- und Straßenneubau bekannt geben will. Es geht also in die heiße Phase!

    Wir haben daher die Petition bis Ende März 2019 verlängert.

    Auch danach geht es weiter: Auch die Stadt muss entscheiden, wie sie weiter vorgehen will und ob sie den Wald schützen will.

    Deswegen: Es bleibt spannend! Der Wald ist noch immer nicht gerettet! Wir bitten weiterhin um Unterstützung!

    Bitte werbt aktiv für diese Petition! Unter Bekannten, Freunden, in der Nachbarschaft, mit unserem Flyer, in den sozialen Medien.

    Ihr erreicht auch Interessierte ohne Internetzugang: Einfach den Unterschriftenbogen ausdrucken, unterschreiben lassen, einscannen und fertig. Alternativ schreibt uns einfach an, dann helfen wir euch mit den Unterschriftenbögen.

    An alle Interessierten zur Terminplanung:

    Die nächsten Sitzungen der Bezirksvertretung Münster-Hiltrup finden am 24.01., 21.02. und 21.03.2019 statt. Wahrscheinlich wird die Prinzbrücke und unser Wald dort Thema. Die Sitzungen sind öffentlich (Sitzungssaal der Stadthalle Hiltrup, Westfalenstr. 197, 48165 Münster).

    Wir informieren euch über den Ausgang unserer Aktion!

    Herzliche Grüße

    Eure Grünen in Hiltrup
    Web: www.gruene-hiltrup.de
    E-Mail: info@gruene-hiltrup.de

Pro

Noch kein PRO Argument.

Contra

Noch kein CONTRA Argument.

Warum Menschen unterschreiben

  • vor 5 Std.

    Das Land, der Bund kann nicht einfach machen, was die wollen. Naturschutz ist wichtig !!! Natur vor Mensch !!!

  • vor 6 Std.

    Weil der Lebensraum für die Arterhaltung der Tiere überlebenswichtig ist und Wälder die Luft verbessern.

  • vor 7 Std.

    Ich liebe den kleinen Waldstück, und fahre dort regelmäßig und gerne mit dem Rad entlang. Sie ist zudem sehr wichtig für den lokalen Vogelbestand, und weiteres kleinwild.

  • vor 10 Std.

    Ich wohne direkt in nächster Nähe des Waldes. Meine Kinder haben dort immer gespielt als sie kleiner waren. Es ist ein wichtiger grüner Ort für uns Hiltruper ....

  • vor 18 Std.

    Natur sollte erhalten bleiben und nicht für Straßen beschädigt werden!

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