Region: Meitingen
Environment

Unterstützung der „Meitinger Bannwald-Erklärung“

Petition is directed to
Bürgermeister Dr. Michael Higl
3.635 Supporters 859 in Meitingen
100% from 310 for quorum
  1. Launched 26/02/2021
  2. Time remaining > 4 Wochen
  3. Submission
  4. Dialog with recipient
  5. Decision
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In der Gemeinde Meitingen im Landkreis Augsburg sind die Lech-Stahlwerke (LSW) angesiedelt. Die jährliche Stahlproduktion der LSW am Standort Meitingen im Ortsteil Herbertshofen wird mit 1,1 Mio. Tonnen pro Jahr angegeben (Quelle: LSW Lech-Stahlwerke, https://www.lech-stahlwerke.de/de/unternehmen/lsw-gruppe.html [abgerufen am 26.02.2021]).

Aufgrund einer geplanten Werkserweiterung sollen zeitnah insgesamt 17 Hektar Bannwaldfläche des an das Stahlwerk angrenzenden Meitinger „Lohwaldes“ gerodet werden. Die Rodungsfläche stellt dabei 40 % der gesamten Waldfläche dar.

Wir, das Bannwald-Bündnis Unterer Lech, sprechen uns klar gegen die Rodung des Waldes aus und plädieren gleichzeitig für eine Vergrößerung desselbigen um das gesamte Werksgelände der LSW. Unsere Forderungen haben wir bereits in der sogenannten „Meitinger Bannwald-Erklärung“ festgehalten, deren Inhalt hier dargelegt werden soll:

Besonders zu Zeiten des Klimawandels kommt den Wäldern eine besondere Bedeutung zu, da sie als Kohlenstoff- und Wasserspeicher fungieren und zur Luftreinhaltung beitragen. Darüber hinaus stellen sie einen bedeutenden Lebensraum für Tiere und Pflanzen dar und dienen Menschen als Erholungsstätten, was unter anderem auf ihre Fähigkeit zur Lärmabsorption zurückgeht. Diese Aspekte treffen allesamt auch auf den Meitinger „Lohwald“ zu.

Neben diesen wichtigen Funktionen nimmt der Meitinger „Lohwald“ noch eine entscheidende Sonderstellung ein, da er in seiner gesamten Größe als Bannwald deklariert ist. Der Bannwald schützt die BewohnerInnen der Gemeinde Meitingen sowie die EinwohnerInnen umliegender Gemeinden vor den negativen Auswirkungen (Lärm, Staub, Wärme) der Schwerindustrie auf dem angrenzenden Betriebsgelände. Die besondere Bedeutung von Bannwäldern und dessen Schutz vor Rodung sind sogar im Bayerischen Waldgesetz (Art. 9, Art. 11) verankert. Darin ist festgeschrieben, dass Bannwälder aufgrund ihrer vielfältigen Funktion als besonders schützenswert eingestuft sind. Dies gilt besonders in waldarmen Gebieten, deren Flächensubstanz erhalten werden muss, wenn sie „eine außergewöhnliche Bedeutung für das Klima, den Wasserhaushalt oder die Luftreinigung“ (BayWaldG, Abschnitt II, Art. 9) einnehmen. Das trifft ebenfalls auf den Meitinger Bannwald zu und unterstreicht noch einmal dessen Bedeutung.

Zudem muss verdeutlicht werden, dass kein Ausgleich für die gerodete Fläche möglich ist! Eine Aufforstung westlich der angrenzenden Bahnlinie ist zwar grundsätzlich zu begrüßen, stellt aber kurz- und mittelfristig keinen gleichwertigen Ausgleich für die geplanten Rodungen im „Lohwald“ dar. Der Klimawandel mit seinen Folgen macht Sofortmaßnahmen nötig. Wir gehen jedoch von einem Zeitraum zwischen 50 und 100 Jahren aus, bis der neue Wald die Funktionen des bisherigen Waldes auch nur teilweise erfüllen könnte.

Außerdem gilt es zu bedenken, dass sich eine Neubesiedlung durch wenig ausbreitungsfähige oder flugunfähige Arten durch die Trennwirkung der vielen Verkehrswege rund um das Stahlwerk nicht oder nur schwer verwirklichen lässt.

Zwar ist die Gemeinde Meitingen befugt, über die Bebauungsplanung innerhalb ihrer Grenzen zu entscheiden. Allerdings sind wir der Meinung, dass die Gemeinde alleinig nicht die Befugnis hat, über die Rodung eines Bannwaldes zu entscheiden, dessen Relevanz in einem Landesgesetz festgeschrieben ist. Zudem sind von der Rodung des Waldes nicht nur unmittelbar die BewohnerInnen der Gemeinde Meitingen betroffen. Auch die EinwohnerInnen der angrenzenden Gemeinden Biberbach und Langweid wären durch eine Rodung negativen Konsequenzen wie einer gesteigerten Lärmbelästigung und Feinstaubbelastung ausgesetzt. 

Mit dieser Petition sucht das Bannwald-Bündnis Unterer Lech UnterstützerInnen für die Meitinger Bannwald-Erklärung, die konkret die Forderung beinhaltet, den heutigen Bannwald in Meitingen (der sogenannte „Lohwald“) in seiner vollen Größe zu erhalten und nicht aufgrund einer Werkserweiterung der LSW zu roden. Für den Klimaschutz, für den Schutz der AnwohnerInnen und zum Schutz der Umwelt sowie mit Blick auf zukünftige Generationen ist es zudem sinnvoll, um das gesamte Werksgelände einen neuen Bannwaldgürtel zu begründen.

Trotz unserer Forderungen möchten wir jedoch klar herausstellen, dass der Erhalt der LSW am Standort Herbertshofen wichtig ist und wir nicht wollen, dass Arbeitsplätze gegen Umweltbelange ausgespielt werden. Allerdings ist in diesem Bannwald die Ansiedlung von Betriebseinheiten geplant, die nicht zwingend eine Erweiterung auf dem Gelände des Bannwaldes erfordern, da es Alternativen an bereits bestehenden Standorten gibt.

Reason

Der Meitinger „Lohwald“ ist ein alter Wald. Schon auf den ersten Karten der Region von 1617 ist an dessen Stelle ein Waldgebiet eingezeichnet. Auch heute noch erfüllt dieser Bannwald wichtige Funktionen, die für dessen Erhalt sprechen. Diese sind wie folgt:

  1. Immissionsschutzwald: Für einen funktionierenden Immissionsschutzwald ist ein strukturreicher, gestufter Hochwald notwendig. Ein Hochwald mit seinem feuchten Waldklima absorbiert hervorragend Feinstäube und andere Luftschadstoffe. Zudem ist ein dichter Hochwald ein guter Lärmschutz.
  2. Klimaschutzwald: Wälder spielen als Kohlenstoffspeicher eine wichtige Rolle für den globalen Klimaschutz. Im Lechtal kommt den Lech-Auwäldern als Frischluftschneise für das Lokalklima eine besondere Bedeutung zu. Bei zunehmenden Wetterextremen wirkt der Wald temperaturausgleichend und der Waldboden kann viel Wasser aufnehmen und speichern.
  3. Biotopwald: Teile des Waldes haben sich auf Grund der halboffenen Waldstrukturen zu einem wertvollen Biotopwald, u. a. für die FFH-Schmetterlingsart Wald-Wiesenvögelchen, entwickelt. Es finden sich auch andere wertvolle Tier- und Pflanzenarten von halboffenen Wäldern. Als ehemaliger Lech-Auwald ist er ein wichtiges Verbundsystem der Biotopbrücke Lech. Der heutige „Lohwald“ zeichnet sich durch große Artenvielfalt aus. Diese wirkt sich, durch komplexe Zusammenhänge, entscheidend auf den Erhalt unserer Lebensgrundlagen aus.
  4. Landschaftsschutzwald: Als Teil der ehemaligen Lech-Auwälder in einer bereits heute extrem belasteten Landschaft hat der „Lohwald“ eine wichtige Funktion für den Landschaftsschutz.
  5. Erholungswald: Nördlich von Augsburg ist die Lechebene westlich des Lechs stark von Infrastruktur, Gewerbe, Industrie und Siedlungsstrukturen geprägt. Es gibt nur wenig Wald. Hier kommt naturnahen Erholungsmöglichkeiten eine besondere Bedeutung zu – eine Aufgabe, die gerade in Zeiten der Corona-Pandemie nicht hoch genug einzuschätzen ist.

Gemeinsam kämpfen wir, das Bannwald-Bündnis Unterer Lech, für den Erhalt des Meitinger Bannwaldes. Wir hoffen, dass auch Sie uns bei diesem Vorhaben unterstützen und wir Sie als MitunterzeichnerIn für die Meitinger Bannwald-Erklärung gewinnen können! Denn Umwelt- und Klimaschutz beginnt schon vor der eigenen Haustür, insbesondere in Zeiten des Klimawandels – einer der größten Herausforderungen unserer Zeit.

Unterzeichnende Organisationen der "Meitinger Bannwald-Erklärung":

  • Bürgerinitiative Lech-Schmuttertal e. V.
  • Aktionsgemeinschaft zum Erhalt der Lebensqualität im Raum Meitingen e. V.
  • BUND Naturschutz in Bayern e. V., Kreisgruppe Augsburg, Ortsgruppe Meitingen, Ortsgruppe Biberbach, Ortsgruppe Langweid
  • Landesbund für Vogelschutz in Bayern e. V., Kreisgruppe Augsburg
  • Naturwissenschaftlicher Verein für Schwaben e. V.
  • Greenpeace e. V. Augsburg
  • Klimacamp Augsburg
  • Fridays for Future Augsburg
  • Imkerverein Meitingen
  • Fischereiverband Schwaben e. V.
  • Imkerverein Biberbach e. V.
  • Katzenhilfe Augsburg und Umgebung e. V.
Thank you for your support, Bannwald-Bündnis Unterer Lech from Meitingen
Question to the initiator

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News

Unsere noch verbleibenden Wälder müssen unter allen Umständen geschont werden! Die Rodung durch wirtschaftliche Interessen muss unterbleiben. WIR ALLE HABEN VERANTWORTUNG FÜR MORGEN !

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    Wir müssen unsere Wälder schützen. Alle. Jeden Baum! Statt mehr industrielle Güter zu produzieren müssen wir langlebige Produkte herstellen, aus möglichst recycleten Grundstoffen. - Finger weg von den Wälder!

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    Klimaschutz und Artensterben beginnt auf Gemeindeebene!

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    Natur und Tierwelt zu schützen

  • Sailer Heinz Meitingen

    17 hours ago

    Ich bin für den Erhalt des Waldes, da er für unsere Umwelt und unser Klima ein wichtiger Bestandteil ist.

  • Katja Rasch Meitingen

    1 day ago

    Weil ich jede Woche in diesem Wald bin, und weil wir nicht noch mehr Industrie und weniger Natur brauchen!!!

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