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27. Januar 2014

Markus-Lanz-Petition: rein oder raus?

Sind Petitionen gegen Personen ein Gewinn für die Demokratie?

Als “Shitstorm” der “Netzgemeinde” wurde die Petition von Maren Müller in der Presse bezeichnet, mit der sie vom ZDF und vom Moderator Markus Lanz journalistische Mindeststandards fordert. “Online-Petition gegen Lanz” war die häufigste Formulierung in Zeitungen, Blogs und Tweets. Haben Petitionen “gegen Personen” irgend etwas mit Verbesserung der Demokratie zu tun? — Nein! Deshalb haben wir unsere Nutzungsbedingungen angepasst, um Petitionen gegen Personen auszuschließen.

Fragen und Antworten

Die in den letzten Tagen geäußerte Kritik, die Beurteilung von Personen sei kein Thema für Petitionen, ist berechtigt. Erziehung per Unterschriftensammlung ist nicht die Idee. Unsere Plattform dient nicht dazu, einzelne Personen zu kritisieren oder ein bestimmtes Verhalten von ihnen zu verlangen.

openPetition ist ein politisches Werkzeug, um mit demokratischen Mitteln Einfluss auf die Regeln unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens und der Entscheidungsfindung zu nehmen. Deshalb müssen sich Petitionen auf openPetition auf Sach-Entscheidungen oder Regelungen beziehen und nicht auf einzelne Personen und deren Verhalten.

Wir haben also unsere Nutzungsbedingungen überarbeitet, um diesem Anspruch weiter gerecht zu werden: „Petitionen, die über das Verhalten einzelner Personen urteilen, werden beendet und gelöscht. Petitionen, die auf eine Veränderung der Regeln und Strukturen zielen, die ein bestimmtes Verhalten erst ermöglichen, sind dagegen zulässig.“

Warum ist die Markus-Lanz-Petition noch online?

Wir sehen in der Petition von Maren Müller in erster Linie eine Forderung an das ZDF nach journalistischen Qualitätsstandards. Die Sendung vom 16.01.2014 mit Markus Lanz war für sie der Anlass, ein generelles Problem zu adressieren. In der Petition schreibt Maren Müller: „Der Bildungsauftrag [des öffentlich-rechtlichen Fernsehens] sowie die Wahrung der politischen und wirtschaftlichen Unabhängigkeit wird durch die von Lanz demonstrierte tendenziöse Diskussionskultur grob vernachlässigt.“ Aus diesem Grund ist die Petition weiter online.

Die Forderung nach einem Publikumsrat durch die Leiterin des Instituts für Medienverantwortung in Erlangen, Sabine Schiffer, zeigt zudem, dass die Petition bereits eine inhaltliche Debatte ausgelöst hat.

 

11 Kommentar(e)
  • Roland Alteneder — 27. Januar 2014 um 17:30

    Die Frage ist nun werden sie vom ZDF gesponsert ?

  • Fritz Schadow — 27. Januar 2014 um 17:36

    openPetition finanziert sich über Spenden. Ein Blick in unseren Transparenzbericht zeigt, woher sie kommen und wie wir sie verwenden: https://www.openpetition.de/blog/tranzparenzinitiative/
    Gruß,
    Fritz Schadow, openPetition

  • Edda Dietrich — 27. Januar 2014 um 17:40

    Eure Entscheidung freut mich.
    Grüße von edda dietrich

  • Gerald — 27. Januar 2014 um 18:11

    Markus Lanz ist eine Person des öffentlichen Lebens und muss diese Kritk einstecken.

    Eine sau durchs Dorf treiben ist die eine Seite, aber auf kosten der Demokratie mit Hilfe der Medien (hier der Moderator) Meinungen zu unterdrücken die andere und ich bin kein Freund der Linken.

    Im übrigen ging es in dieser Petiton um das ZDF das Markus Lanz mit der Sendung vertritt!

    Ich nehme open Petiton nun nicht mehr ernst.

  • Bruno Fridrisch — 27. Januar 2014 um 19:31

    Ist das hier wieder peinlich!! Was soll das?
    Natürlich ist es nicht erlaubt, Privatpersonen einfach öffentlich anzugreifen.
    Aber was hat das mit Markus Lanz zu tun? Der ist eine Person des öffentlichen
    Lebens und damit, auch im juristischen Sinne, keine Privatperson mehr.

    Ich hoffe, den Machern von openPetition ist dieser kleine, aber entscheidende Unterschied klar.
    Die Umfrage um Markus Lanz ist hier jedenfalls vollkommen Legitim. Da gibts
    auch nichts zu löschen.

  • nene lisa — 27. Januar 2014 um 20:23

    Ich habe die Petition gegen die Sendung mit Lanz auch unterschrieben, weil es nicht nur um das peinliche Verhalten eines einzelnen Moderators geht, sondern um das ganze Format. Mir kann niemand erzählen, dass dieses als Entgleisung wirkende Verhalten von Lanz und übrigens auch Jörges zufällig war. Die Sendung hatte ein Konzept, angefangen bei der Wahl der Gäste, die neben Wagenknecht eingeladen waren, und bei denen m.E. bereits im Vorfeld klar war, dass sie sich nicht weit aus dem fenster lehnen würden, wenn Wagenknecht in die Zange genommen würde. (zwei wollten ihren Film promoten, einer sein Buch und einer zusätzlich zum Flm auch noch für seine Espresso bar werben) Die konnten sich Stellungnahmen nicht leisten. Mit zum Konzept gehörte m.E. auch die sexistische Einleitung des Gesprächs mit Wagenknecht. Das Konzept ist meiner Meinung in jeder Sendung ähnlichj. Es soll möglichst jemand aus der Reserve gelockt werden und dem Voyeurismus eines Massenpublikums dienen. Lanz moderiert das nie deskalierend, sondern gibt sich immer den Anschein, es nicht stoppen zu können. Bei Frau Wagenknecht ist die Rechnung nicht aufgegangen und plötzlich konnte jeder sehen, welche Art von Sendung sich hinter „bei Lanz“ verbirgt, nämlich eine, die nicht ins öffentliche TV gehört, sondern zu RTL und Co.
    Bedenklich finde ich die Auswüchse, wie Satire petitionen, oder pro lanz petitionen usw. hier auf open petiton. Damit wird die Seriösität von open petition untergraben. Daher begrüße ich eure Entscheidung.

  • Uwe — 27. Januar 2014 um 22:01

    d.h. eine Petition gegen das ZDF wäre erlaubt ? schön, dann bau ich drauf.

  • Ines — 28. Januar 2014 um 11:15

    Schließe mich an: ‚Gute Entscheidung!‘

  • Fritz Schadow — 28. Januar 2014 um 12:15

    Hallo Gerald,
    natürlich müssen Personen des öffentlichen Lebens auch Kritik einstecken können. Dafür wurde openPetiton jedoch nicht geschaffen. Uns geht es nicht um das individuelle Verhalten Einzelner. Uns geht es um die Regeln unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens und der Entscheidungsfindung. Das haben wir in den überarbeiteten Nutzungsbedingungen jetzt klar formuliert.
    Viele Grüße
    Fritz Schadow, openPetition

  • Herr Jüttgens — 28. Januar 2014 um 16:19

    Als Bürger hat man wohl das recht zu bezahlen und ansonsten die Schnauze tu halten.
    Auf der Strasse will man uns nicht (siehe S21 oder Hamburg) und jetzt sollen wir nicht von zuhause unseren unmut sorgen.
    Man hält uns für Vieh.
    Der Lanz persöhnlich ist ein niemand der auch von der Wagenknecht an dem Abend gefressen und ausgespuckt wurde aber die Inquisition die er gegen andersdenkende betreiben wollte soll halt nicht aus meinem Geld mitfinnanziert werden.
    Die neoliberalen können genug gel zusammenschmeissen um Mobbing zu betreiben (siehe Trittin mobbing im letzten Sommer) die sollen nicht das Öffentlich Rechtliche auch noch mit solchen Lakaffen wie den Lanz besetzten und mobbuing in einer Live sendung gegen eine misslibige person betreiben auf auch noch auf unterstem Niveau.

  • Ulrich Wackerbarth — 28. Januar 2014 um 20:24

    Selbstverständlich handelt es sich bei der Petition von Frau Müller auch um eine gegen die Person Markus Lanz gerichtete Petition. Warum wird sie nicht so umformuliert, dass die Person Lanz dort nicht mehr erwähnt wird, wenn Sie meinen, da gäbe es noch andere, schützenswerte Aspekte? Dass Sie die Gegenpetitionen (siehe nur die Herausnahmen der Petition von Dieter Nuhr und der Petition „Markus Lanz soll mal bitte seine Show so machen wie er will …“) nicht zulassen bzw. sperren, zeigt wes Geistes Kind Sie sind. Ihr Umgang mit Andersdenkenden ist einer Plattform unwürdig, die sich selbst auf die Fahnen geschrieben hat, Instrumente der partizipativen Demokratie weiterzuentwickeln. Für mich ist das hier gleichzeitig Hetze gegen Menschen und schlimmste Zensur.

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