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27. Februar 2020

PM: Spahn gegen das Krankenhaussterben? Gesundheitsministerium nimmt 64.700 Unterschriften entgegen

Übergabeposter der Petition. Foto: openPetition (cc-by-sa)

Berlin, 12. Februar 2020. Übergabe von über 64.700 Unterschriften an Gesundheitsminister Spahn am 14. Februar in Berlin. Die Unterzeichner zwingen die Politik, gegen Krankenhaussterben auf dem Land zu handeln.

Erstmals erhält eine Petition zu diesem Thema öffentliche Aufmerksamkeit von der Politik. “Stoppt das Krankenhaussterben im ländlichen Raum!” – dies fordert ehemaliger Chefarzt Dr. Rainer Hoffmann auf openPetition. Er nimmt die Politik in die Pflicht, im ländlichen Raum eine wohnungsnahe Krankenhausversorgung zu sichern. 

Über 64.700 Menschen haben bei openPetition bereits unterschrieben. Am 14. Februar wurde die Petition in Berlin an das Gesundheitsministerium übergeben. “Das kann die Bundesregierung nicht ignorieren”, so openPetition-Geschäftsführer Jörg Mitzlaff.

Denn es ist höchste Eisenbahn: Bundesweit müssen immer mehr Krankenhäuser Insolvenz anmelden. In Niedersachsen seien laut Berichten in den letzten zehn Jahren rund zwei Dutzend Krankenhäuser geschlossen worden. Dr. Hoffmann sieht daher dringenden Handlungsbedarf: “Keine Gelegenheit wird von der Bundespolitik ausgelassen, um die Latte noch höher zu legen, die immer mehr Krankenhäuser nicht mehr überwinden können. Der ländliche Raum ist durch die unkoordinierten Krankenhausschließungen am stärksten betroffen”, kritisierte er gegenüber seinen Unterstützern auf der openPetition-Plattform.

Die openPetition fordert, es dürften nicht allein wirtschaftliche Kriterien der Maßstab für die Gesundheitsversorgung sein. Auch die Patientenzufriedenheit solle beispielsweise mit einbezogen werden.

Hintergrund der Krankenhausschließungen seien in erster Linie wirtschaftliche Betrachtungen, so Dr. Hoffmann. Der Gemeinsame Bundesausschuss legt fest, wie viele Operationen an einem Krankenhaus durchgeführt werden sollten. Häufig können kleinere Krankenhäuser diese Vorgaben nicht erfüllen und müssen schrittweise schließen. Laut dem Gesundheitsökonomen Prof. Ansgar Wübker waren 2017 zwölf Prozent der Krankenhäuser von Insolvenz bedroht, im Jahr zuvor waren es nur sechs Prozent. Kleinen Krankenhäusern ging es durchschnittlich schlechter.

Ende letzten Jahres hatten auch die Kliniken auf die Erosion der Krankenhausversorgung aufmerksam gemacht. Zuvor hatte Dr. Hoffmann bei “Hart aber fair” über die Problematik berichtet. Dabei diskutierten die Gäste der Sendung angeregt über die Frage, ob Krankenhäuser erhalten oder ihre Zahl sogar reduziert werden sollte. Einig waren sie sich darüber, dass manche Ballungszentren im Vergleich zum ländlichen Raum überversorgt sind.

Hier der Kurzlink zur Online-Petition: www.openpetition.de/!krankenhaussterben

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