... denn das öffentliche Interesse wird nicht von ein paar Stadtplanern bestimmt.

Nach dem Einsturz des Historischen Archivs (03.03.2009) am Waidmarkt (1. Baustufe) und der Fehlplanung der oberirdischen Querung der Rheinuferstraße (2. Baustufe) forderten die Bürgervereine und Initiativen im Kölner Süden eine menschen- und umweltgerechte Planung der 3. Baustufe (von der Marktstraße bis zum Verteilerkreis Köln-Süd). Die 3. Baustufe ist sinnlos und verursacht zusätzliche Kosten, solange die 1. Baustufe wegen des Archiveinsturzes nicht komplett befahren werden kann, also bis ca. 2024. Bevor über 300 Bäume entlang der Bonner Straße und am Verteilerkreis Köln-Süd gefällt werden, sollen die Bürgerforderungen ernsthaft geprüft und Alternativen für eine lebenswertere Gestaltung der Trasse abgewogen werden.

Begründung

Seit Jahren werden fast alle Vorschläge und Einwendungen von der Stadtverwaltung ignoriert oder mit Scheinargumenten abgetan. Die Bürgerbeteiligungen waren Alibi-Veranstaltungen. Gegen den Umwelt- und Denkmalschutz wird verstoßen! Dazu stellt die Bezirksregierung Köln im Planfeststellungsbeschluss lediglich fest, dass diese Verstöße durch das "öffentliche Interesse" an der städtischen Planung gerechtfertigt seien.

Der Preis für alle drei Baustufen betrug ursprünglich 550 Mio. EUR. Er wird auf mindestens 1,3 Mrd. EUR ansteigen. Davon werden 806 Mio. EUR (1) aus Bundes- und Landessteuermitteln bezahlt. Die Differenz von über 485 Mio. EUR (1) zahlt die Stadt Köln, also rund das neunfache der ursprünglich veranschlagten 55 Mio. EUR. Dafür muss die Stadt einen Kredit mit 6% Schuldzinsen (zusätzlich zwischen 580 und 617 Mio. €) aufnehmen. In dieser Berechnung sind die weiteren 1,3 Mrd. EUR Schadens- und Untersuchungskosten für das Stadtarchiv noch nicht enthalten.

Die bevorstehende 3. Baustufe gibt im öffentlichen Nahverkehr nur Sinn, wenn auch die 4. Baustufe über den Verteilerkreis hinaus bis Meschenich zeitnah realisiert wird. Die ca. 5 km lange Strecke kostet rund 86 Mio. EUR. Das sei zu teuer, sagt die Stadt. Zum Vergleich: Die Tunnelgleise vom Dom bis zur Marktstraße haben pro 1 km 300 Mio. EUR verschlungen.

Wir Bürgerinnen und Bürger sowie die Bürgervereine und Initiativen wollen:

Keine vorschnelle Fällung von über 300 Bäumen entlang der Bonner Straße!

Eine stadtgestalterische Einbindung der Bahn auf der Bonner Straße zur Erhaltung und Erhöhung der Aufenthalts- und Wohnqualität:

Umgestaltung der Haltestelle Marktstraße zu einem Aufenthaltsraum für Bahn-Fahrgäste, Fußgänger und Radfahrer.

Ein befahrbares Straßengleis zwischen Gürtel und Schönhauser Straße, damit die Bonner Straße dort vierspurig bleibt.

Die Bonner Straße soll künftig nicht wie die Luxemburger Straße aussehen.

Eine Alternativlösung statt der "rückbaufähigen" Bahn-Endhaltestelle mit "temporärer" Bushaltestelle auf der Bonner Straße. Für den Buswender und die Busspur müssten doppelt so viele Bäume im verbindenden Grünzug zum Grüngürtel gefällt werden.

Ein Verkehrskonzept für die Stadt Köln, damit bei Änderungen der Verkehrsführung die Auswirkungen für den Kölner Süden abschätzbar und örtlich begrenzte Bauplanungen ohne Blick für die Zusammenhänge beendet werden.

Eine zeitnahe Realisierung der 4. Baustufe und nicht erst 2030 oder später.

P&R vor den Toren der Stadt, z.B. an den Standorten Godorf und nahe der Umgehungsstraße Meschenich, und nicht erst hinter dem Verteilerkreis.

Eine langfristige Planung für den Verteilerkreis und den Grüngürtel: - eine denkmal-, umwelt- und wasserschutzgerechte Querung der Nord-Süd-Bahn. - Optionen für den Abbau von Verkehrsstaus. - Bahnanbindung neuer Wohngebiete, wie Rondorf Nord-West und Parkstadt Süd. - Kein Abdrängen des Verkehrs in ruhige Wohngebiete. - Keine 21 Fahrspuren an der Kreuzung Schönhauser Straße / Bonner Straße.

Deshalb: Keine Baumfällungen vor einer Neuplanung!

Die unzureichende städtische Planung kann nicht im öffentlichen Interesse liegen!

Unterstützen Sie uns mit Ihrer Unterschrift. Vielen Dank! Weitere Informationen unter Planungsirrsinn.koeln4.de

(1) Die Zahlen wurden aufgrund von zwischenzeitlichen Mitteilungen der Stadt Köln und der Nahverkehr Rheinland GmbH angepasst. Übersicht und Quellenangaben unter: www.koeln4.de/s/pli/b/6601_gesamtkosten_nssb.pdf

Vielen Dank für Ihre Unterstützung

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  • Nach einem vorbereitenden Gespräch mit der Kölner Verkehrsdezernentin Andrea Blome am 27.03.2017 wurden bereits weitere Termine festgelegt, so eine Erkundungsfahrt am 01.07.2017 und ein Gespräch über noch realisierbare Änderungen zum Planfeststellungsbeschluss für die 3. Baustufe der Nord-Süd Stadtbahn.

    Viele der 300 Bäume, die von einer Fällung bedroht sind, sollen durch geringfügige Änderungen der bestehenden Planung an ihren Standorten erhalten bleiben. Die Stadt soll die geplanten Umleitungen während der Bauphasen, wie von der Bezirksregierung Köln vorgeschrieben, frühzeitig bekannt geben und ein Ausweichen der Pkw-Pendler auf den ÖPNV, z.B. durch eine ganztägige Takterhöhung an der P&R-Anlage in Godorf, prüfen.

    Die Bürgerinnen und Bürger erhoffen sich Antworten auf ihre Fragen zu technischen und zeitlichen Problemen der dringend benötigten Bahnanbindung und deren Verlängerung bis nach Meschenich sowie deren Einbindung in die geplanten Erweiterungen des S-Bahn-Netzes im Kölner Süden.

    Das Ziel der Petition wird erreicht, wenn es tatsächlich zu einem „offenen“ Dialog kommt.

  • Die für Januar und Februar 2017 angekündigten Fällungen der 300 Bäume entlang der Bonner Straße wurden zurückgestellt, insbesondere weil die weiteren Baumaßnahmen nicht vor 2018 beginnen werden. Die Kölner Verwaltung ist zu Gesprächen mit Vertretern der Initiativen und Bürgervereine bereit. Themen sind u.a. die in den letzten sieben Jahren immer wieder diskutierten Vorschläge und Forderungen für eine zeitnahe Stadtbahn-Anbindung der Stadtteile Rondorf und Meschenich (4. Baustufe), die nachhaltige Beseitigung der Verkehrsstaus, die Vermeidung von Durchgangsverkehren in Wohnviertel und die Optimierung der Streckenführung auf der Bonner Straße (3. Baustufe) - und zwar im Einklang mit einer lebenswerten Veedelsentwicklung und dem Erhalt der meisten Bäume an der Bonner, der Schönhauser und der Marktstraße. Als Petenten wünschen wir uns von den Mitarbeitern der Verwaltung, dass es uns offen, miteinander und mit Rücksicht füreinander gelingt, uns gemeinsam auf die besten finanzierbaren, umwelt-, denkmal- und wasserschutzgerechten Lösungen für unser Köln zu verständigen.

  • Die „Petition für einen offenen Dialog zur Nord-Süd-Bahn“ lief zunächst nur 2 Monate, um ein vorzeitiges Fällen der rund 300 Bäume entlang der Bonner Straße und im Wäldchen am Verteilerkreisel Köln-Süd ab Oktober 2016 (nach dem Ende der Vegetationsphase) zu verhindern.

    Das Quorum für den Stadtbezirk Rodenkirchen war schnell erreicht und führte am 29.08.2016 zu einem Antrag nach §24 Gemeindeordnung NRW in der Bezirksvertretung. In den Gremien der Stadt Köln wird allerdings nicht darüber beraten, weil eine Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss anhängig sei. Im Rahmen dieser Klage war auch beantragt worden, die Bäume nicht vor einer Klageentscheidung zu fällen. Diese einstweilige Anordnung wurde zwar vom Oberverwaltungsgericht Münster abgelehnt, aber die Stadtverwaltung hat offensichtlich eingesehen, dass die Bäume nicht bereits ab Januar 2017 gefällt werden müssen, wenn die Bauarbeiten auf der Bonner Straße erst 2018 beginnen. Wir bleiben dran!

    Die Verlängerung der Petition um 4 Monate und die Ausweitung vom Stadtbezirk Rodenkirchen auf ganz Köln führte leider nicht zum gewünschten Erfolg. Im Unterschied zum Informationsstand der Bürgerinnen und Bürger im Kölner Süden sind in den anderen Stadtbezirken die Ziele ( www.koeln4.de/s/p_v/presse/presseartikel/6b18_forderungskatalog.pdf ) und Vorschläge der Initiativen kaum bekannt, wie eine kleiner dimensionierte und dennoch leistungsfähigere Kreuzung Bonner / Schönhauser Straße, originelle Querungshilfen gegen die Trennwirkung der Gleistrasse und ein Vorschlag für sicherere Radwege, die Ermöglichung der Gassenbildung für Rettungsfahrzeuge und den Erhalt einer Vielzahl der vorhandenen Bäume, selbst bei einer vierspurigen Straße mit einer eigenen zweigleisigen Mitteltrasse für die Bahn ( www.koeln4.de/s/pli/l6/7127_vorteil_gleisparken.pdf ).

Pro

Die Bonner Straße soll eine Allee werden. Dafür werden 300 Großbäume gefällt? Eigentlich ist die Bonner Straße schon eine Allee, d. h. die großen Bäume werden gefällt und dafür werden kleinere gepflanzt. Der ökologische Wert der Bäume (siehe Quelle) spielte bei der Planung überhaupt keine Rolle! Bäume waren da nur "Gestaltungselemente". Ist das angesichts der klimatischen Veränderungen heute noch zeitgemäß?

Contra

Das Projekt ist durch sämtliche Gremien gegangen und wurde hinreichend diskutiert. Als wären sämtliche Verzögerungen nicht schon schlimm genug, jetzt muss erneut "offen" diskutiert werden. Dabei ist doch vollkommen klar, was so ein "offener Dialog" zu Tage bringen wird: Subjektiven Partikularismus, nicht mehr. Frei nach dem Motto "Mehr Bahnen sind wichtig, aber bitte nicht vor meiner Tür oder da wo ich weiter mit dem Auto lang fahren will."