Region: Munich
Culture

Kolumbusplatz/-straße umbenennen!

Petition is directed to
Stadtrat
316 Supporters 155 in Munich
2% from 6.500 for quorum
  1. Launched 26/10/2020
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Wir – CAMBIO – möchten im Rahmen des Projektes “Umbenennung des Kolumbusplatzes/-straße” zusammen mit Münchner Bürger:innen zur Aufarbeitung kolonialer Geschichte der Stadt beitragen. Dazu beabsichtigen wir den Dialog über koloniale Straßennamen Münchens erneut ins Rollen zu bringen. Schon seit Jahren arbeiten Aktivist:innen an dieser Thematik und obwohl sich der Kolumbusplatz/-straße bereits auf einer Liste mit historisch umstrittenen Platz- und Straßennamen befindet, gehen die Fortschritte zur tatsächlichen Umbenennung von Seiten der Stadt nur schleppend bis gar nicht voran.

Unser Ziel ist es, eine Umbenennung des Kolumbusplatzes/-straße sowie der dazugehörigen U-Bahnstation in die Wege zu leiten. Denn durch die bestehende Benennung wird Geschichte verherrlicht und idealisiert.

Reason

Keine falsche Verehrung, denn Kolumbus

  • stellt den Beginn des Kolonialismus und der erzwungenen Christianisierung dar. Diese brachten Leid, Hass und Schmerz über ganz Amerika. [1]
  • verschiffte Sklaven nach Spanien und führte Feldzüge gegen die indigene Bevölkerung [2]
  • unterstützte den Missbrauch an Frauen – seine Armee vergewaltigte indigene Frauen. [3]
  • trug durch seine Ankunft dazu bei, dass ein Großteil der Taíno-Indigenen ausgelöscht wurde. [4]
  • wollte einen Kreuzzug gegen Jerusalem führen um das Heilige Grab zu „befreien“ [5]

Kolumbus sah die indigene Bevölkerung automatisch als ‚unterwürfig‘, verglich sie mit Kindern und zeigte kein Interesse, sich mit deren Kulturen auseinanderzusetzen. Mit dem Anlegen der spanischen Schiffe beginnt somit für den gesamten amerikanischen Kontinent eine Zeit der Ausbeutung, der Unterdrückung und der Vernichtung. Bis heute sind die Folgen des Kolonialismus, insbesondere für Indigene wie z.B. die Mapuches, deutlich spürbar.

Seine Gier nach Macht und Ruhm verkörpern eine eurozentristische und sich über alles stellende Haltung. Eine Gier, die sich in den Genoziden, Plünderungen und der schrittweisen Einführung des Sklavenhandels widerspiegelt.

Warum sollten wir dann weiterhin diesen Menschen mit Platz- und Straßennamen ehren? Wir möchten ein offenes und vielfältiges München!

Deshalb machen wir uns für die Umbenennung stark und schlagen alternativ Mirahnaplatz/-straße oder Frida-Kahlo-Platz/-Straße vor!

Wir freuen uns auch über Namensvorschläge eurerseits direkt hier in den Kommentaren. Zu unseren Vorschlägen: Im Kindesalter wurde Mirahna zusammen mit Juri im Jahr 1820 im Zuge einer Brasilienexpedition von deutschen Naturwissenschaftlern nach München verschleppt. Dort wurden sie “begutachten, begafft und vermessen”. Nicht nur Münchner*innen standen Schlange um sie zu begaffen, sondern auch international war die Nachfrage nach den Kindern groß: “So äußerte das Journal de Paris ‘die Hoffnung, die baierischen Gelehrten würden sich einige Tage zu Paris aufhalten, und ihre junge Menschenfresserin mit ihrem Gefährten der öffentlichen Neugierde preisgeben." (https://mapping.postkolonial.net/article/juri-und-miranha) Beide Kinder verstarben innerhalb kurzer Zeit in München. Durch die Umbenennung in Mirahnaplatz/-straße, kann auf münchner Kolonialgeschichte sowie von der Geschichtsschreibung verleugnete Personen aufmerksam gemacht werden.

Frida Kahlo ist wahrscheinlich den meisten als Künstlerin bekannt. Jedoch war sie auch mexikanische Revolutionärin, die das Leben der Menschen als stetige Unterstützerin der sozialistischen Revolution in Mexiko verbessern wollte. Vor allem lehnte sie den kolonialen Einfluss ab und machte auf die Unterdrückung – besonders der indigenen Bevölkerung – aufmerksam. Außerdem setzte sie sich für die Emanzipation der Frau ein und gilt heutzutage als Ikone des 20. Jahrhunderts.

[1] Vgl. Walter D. Mignolo. The Idea of Latin America (Malden: Blackwell Publishing, 2005), xiii. [2] Galeano, Eduardo: Die offenen Adern Lateinamerikas, 56. [3] Vgl. Todorov, Die Eroberung Amerikas 63f [4] https://www.smithsonianmag.com/smithsonian-institution/bringing-taino-peoples-back-history-180967637/; Zeuske, Michael: “Globale Sklavereien: Geschichte und Gegenwart.” Politik und Zeitgeschichte bpb 65 (Nr. 50–51/2015: 7–14), 11. [5] Vgl. Todorov, Die Eroberung Amerikas, 18, 19, 42.

Thank you for your support, Sicarú Adina Cuéllar Paprotta from München
Question to the initiator

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News

1990 haben Aktivist*innen bereits eine Umbenennung gefordert und daraufhin wurde 1992 eine Gedenktafel an der Kolumbusstraße33 angebracht. Sie gedenkt den Opfern des Kolonialismus und des Sklavenhandels. Jedoch wird aus dieser Gedenktafel leider nicht ersichtlich warum genau Kolumbus kritisiert wird.Diese Tafel verdreckt seitdem, keiner fühlt sich für diese Tafel verantwortlich, so dass CAMBIO aus eigener Hand diese gesäubert hat. Schließlich sollen Leute diese lesen können! Geschichte wird durch die Umbenennung nicht ausradiert, sondern aus einer anderen Perspektive beleuchtet! Super Aktion!

Tja: erst die Mohren,dann Bismarck und nun Kolumbus.Die Begehrlichkeiten mancher Mitbürger scheinen grenzenlos zu sein.Neben der Schilderauswechselung(es gibt dort einen UBahnhof!) Änderungen der Stadtpläne,Fahrpläne, Kataster ,Postadressen undundund.Der Platz heisst seit über 100 Jahren so und die allermeisten Münchner werden wollen,dass es so bleibt.Als nächstes mal den Marienplatz anpeilen?Als zentrale Figur des Christentums steht die doch auch für Islamophobie,Inquisition und Kreuzzüge....

Why people sign

  • 4 days ago

    Antikolonialismus Antirassismus Antifaschismus

  • München

    on 24 Nov 2020

    Aufarbeitung der Kolonialzeit

  • on 23 Nov 2020

    sehr wichtiges Thema!

  • Not public München

    on 22 Nov 2020

    Ich wohne in der Kolumbusstraße und habe schon bei der Mietvertragsunterschrift bedauert, dass dies nun meine neue Adresse ist - ich würde gerne in einer Straße wohnen, die nach einer Person benannt ist, die ich als Vorbild betrachte und an deren guten Charakter und wichtige Leistungen ich erinnert werde, wenn ich den Namen lese - jeden Tag.

  • on 22 Nov 2020

    Bin selber Südamerikaner und kenne aus Geschichtsunterricht all die grausamen Taten der Conquistadores!

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