Studien und Ergebnisse: PISA-Vorschau & Rückblick - Elternanliegen - Kinderwille

05.12.2016 14:18 Uhr

Die Bildungs-Studien dieser Tage überschlagen sich, da kann man schon mal leicht den Überblick verlieren. Am morgigen Dienstag, 06.12.2016 werden die neuesten PISA-Ergebnisse publiziert, mit denen rund um unseren Globus die Leistungen der Fünfzehnjährigen miteinander verglichen werden.

Bereits am 29.11.2016 berichteten die Medien über die Timms-Studie (2015) für Grundschüler (Trends in International Mathematics and Science Study) mit dem Ergebnis, dass Deutschland nicht schlechter geworden sei, so Wilfried Bos, der Dortmunder Bildungsforscher, jedoch vom oberen Drittel (2007) ins Mittelfeld (2015) abgerutscht ist.

Wieweit der Ruf nach individueller Förderung von Schülern - bei schwachen Schülern ebenso wie bei Schülern mit Bestleistung - gehört wird oder letztlich doch nur Gerede bleibt, das ist die spannende Frage.

Doch treten wir nochmals einen Schritt zurück: Die Veröffentlichung der ersten PISA-Ergebnisse (PISA 2000) Ende des Jahres 2001 wurde durch Vorabberichte mehrere Wochen lang gezielt vorbereitet und in den Medien hochgepeitscht. Die Ergebnisse erzielten ein so überwältigendes Medien-Echo, dass bald von einem „PISA-Schock“ gesprochen wurde, was an den „Sputnik-Schock“ erinnerte und die „Bildungskatastrophe“ noch weiter heraufbeschwor.

Mit den PISA-Studien der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wurde damals die Ganztagsschule endgültig politisch salonfähig gemacht und Reformen zum Ganztagsausbau bundesweit vorangetrieben, und das, obwohl die Ganztagsschulforschung der vorausgegangenen Jahrzehnte keine Leistungsverbesserung durch Ganztagsteilnahme festgestellt hatte - bis heute haben wir dazu keine validen Ergebnisse. Die bundesweitere SteG-Studie (Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen) hält fest: „Für Jugendliche aus niedrigeren sozialen Schichten oder mit Migrationshintergrund lässt sich über vier Jahre hinweg kein Effekt der reinen Ganztagsschulteilnahme auf ihre Schulleistung nachweisen“.

Der Erfolg bildungspolitischer Reformen bemisst sich u.a. auch daran, ob die Lernleistungen der Schüler nachher besser sind als vorher - - - .

UND: Wenn Politiker oder Bildungsökonomen eine Reform durchsetzen wollen gegen die, die sie in der Praxis umsetzen (u.a. Lehrer/innen und Pädagogen) und als Hauptverantwortliche mittragen (Eltern wie (Grund-)Schüler), werden etwaige positive Ziele und Aspekte einer Reform konterkariert.

Ein Beispiel dazu: Die Politik hat einst ohne gute Vorbereitung entschieden, die Gymnasialzeit zu verkürzen, also von G9 zu G8 zu wechseln. Viele Lehrer wie Eltern traf das damals sehr überraschend. Sie haben sich dagegen aufgelehnt und ringen bis heute um Wahlfreiheit bei G8/G9! Acht von 10 Eltern wünschen sich für ihr Kind G9 (3. jako-o Studie). Ergebnis: bis heute kein Gehör.

Welches Gehör erhalten nunmehr Grundschuleltern für ihr Anliegen und die Forderungen zur ECHTEN Wahlfreiheit und Freiwilligkeit im Ganztagsausbau (siehe u.a. diese Petition)?

Die Studie „Familienbild im Wandel – Lebensentwürfe zwischen Wunsch und Wirklichkeit - Ergebnisse einer qualitativ-quantitativen Studie in Baden-Württemberg“ kommt zu folgendem Ergebnis: „Die Betreuungszeiten müssen flexibel den unterschiedlichen Erwerbsmodellen der Eltern angepasst werden.“ (siehe ebenfalls Blog-Eintrag vom 05.12.)

Eine weitere Studie der Zeitschrift „Eltern“ aus dem Jahr 2013 kommt zum Ergebnis, das 87 Prozent aller Eltern ein flächendeckendes, aber freiwilliges Nachmittagsangebot wünschen. Auf weitere Umfragen und repräsentative Ergebnisse haben wir in unserer Petition bereits hingewiesen (Insa Consulere 2014, 3. jako-o-Studie (emnid), infratest dimap 2010, lokale Befragungen in Karlsruhe etc.).

Und Kinder und Jugendliche? Sie bestätigen diese Umfragen immer wieder: Ihr größter Wunsch ist mehr Zeit für die Familie und Freunde. Auch empfindet nach einer Umfrage des Kinderbarometers 2013 der Landesbausparkassen die Hälfte aller Kinder die Zeit, die sie in der Schule verbringen müssen, als zu lang.

Für wen werden eigentlich solche repräsentativen Umfragen bei Eltern gemacht, wenn diese eh keinerlei Beachtung finden?
Für die Ablage "P" – wie "Papierkorb"?

Als Petentin bin ich zumindest sehr gespannt, ob und wie das Kultusministerium die getroffene Aussage (Ganztagsgipfel 2016) "Wir wollen den Familien und den Schulen in Baden-Württemberg Wahlfreiheit und Flexibilität ermöglichen" neu interpretiert und in die Praxis umsetzen wird. Von einer Regierungskoalition dürfen die Eltern und Bürger/innen hoffentlich erwarten, dass sie sich grün-schwarz ihrer GEMEINSAMEN Verantwortung für das Land Baden-Württemberg bewusst sind.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre
Nicole Weber-Kaiser

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Weitere Informationen:
- PISA-Studie: www.oecd.org/berlin/themen/PISA2015-Vorschau-Schleicher-24112016.pdf
- Timms-Ergebnisse: www.ifs.tu-dortmund.de/cms/de/Forschung/Gesamtliste-Laufende-Projekte/TIMSS-2015.html
- www.lbs.de/unternehmen/u/kinderbarometer/index.js

Familienbild im Wandel - Lebensentwürfe zwischen Wunsch und Wirklichkeit - Ergebnisse einer qualitativ-quantitativen Studie in Baden-Württemberg aus dem Jahr 2015

05.12.2016 13:00 Uhr

library.fes.de/pdf-files/bueros/stuttgart/11598.pdf

Wichtige Aussage dieser Studie aus dem Jahr 2015 lesen Sie im Vorwort wie im Nachwort: Die Betreuungszeiten müssen flexibel den unterschiedlichen Erwerbsmodellen der Eltern angepasst werden.

Das Fazit:
„Die Ergebnisse zur Familiendefinition sowie zur Einstellung gegenüber Ehe und Kinderlosigkeit zeigen deutlich, dass Baden-Württemberger_innen neuen Familien- und Lebensmodellen insgesamt sehr offen gegenüberstehen, nach dem Motto „Jede/r sollte so leben, wie es ihr/ihm gefällt“. Ehe und Kinder haben zwar einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft, jedoch zeigt sich deutlich die Akzeptanz gegenüber anderen Lebensformen. Kulturelle Leitbilder sind stark verankert und zentral für die Gestaltung der eigenen Lebensform. Das Mutterleitbild in Baden-Württemberg zeigt sehr hohe Anforderungen: Es beinhaltet die Hauptverantwortung für Kinder und Familie bei gleichzeitiger finanzieller Unabhängigkeit und beruflicher Weiterentwicklung. Das Vaterleitbild ist geprägt
von Erwerbstätigkeit und beruflichem Erfolg. Diesen Leitbildern folgend gestalten Eltern in
Baden-Württemberg ihre Erwerbstätigkeit und Arbeitszeitmodelle. Innerhalb von Partnerschaften ist das Leitbild bezüglich der Arbeitsteilung „gleichberechtigt“ und „partnerschaftlich“. Mit Eintreten der Elternschaft tritt allerdings eine Re-Traditionalisierung im Lebensalltag ein. Die Betreuungsangebote in Baden-Württemberg sind den Eltern zufolge nicht ausreichend. Insbesondere fehlen Angebote für Kinder unter drei Jahren, Grundschüler_innen und Kinder auf weiterführenden Schulen. Flexible Betreuungsangebote, Aufstockung der U3-Betreuung, Betreuung von Schulkindern über den Schulalltag hinaus, eine zielführende Hausaufgabenbetreuung, ein qualitativ hochwertiges Mittagessen an den Schulen und eine finanzierbare Ferienbetreuung sind für Eltern in Baden-Württemberg die wichtigsten Maßnahmen, um Familien zu entlasten. Die Betreuungszeiten
müssen flexibel den unterschiedlichen Erwerbsmodellen der Eltern angepasst werden.
Generell zeigen sich die Befragten mit ihren gewählten Arbeitsmodellen zufrieden. Eltern hingegen wünschen sich deutlich mehr Flexibilität in der Arbeitswelt. Die von Arbeitgeber_innen angebotenen flexiblen Modelle decken nicht den Bedarf der Eltern. Väter äußern den Wunsch, ihre Arbeitszeit zu reduzieren, befürchten jedoch finanzielle Einbußen und einen Karriereknick. Arbeitgeber_innen können zu einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie beitragen, indem sie flexible Arbeitszeiten und -modelle ermöglichen, aber auch indem sie mehr Rücksicht auf Väter nehmen und den Wiedereinstieg nach der Elternzeit erleichtern.“

Wer die Quelle dieser Studie ist?
Quelle ist das Fritz-Erler-Forum Baden-Württemberg, Landesbüro der Friedrich-Ebert-Stiftung aus Stuttgart. Die Friedrich-Ebert-Stiftung e. V. (FES) ist die größte und älteste sogenannte parteinahe Stiftung in Deutschland. Rechtlich und auch wirtschaftlich ist sie keine Stiftung, sondern ein eingetragener Verein.

Wir haben die SPD-Fraktion bereits unter dem früheren Kultusminister Andreas Stoch auf die Studie aufmerksam gemacht - auch mit Blick auf all jene Punkte, die wir nunmehr zusammengefasst in der aktuellen Petition erneut gebündelt haben.
Reaktion der SPD und des damaligen Kultusministeriums? Keine Antwort.

Angesichts dieser und ähnlicher Befunde sowie repräsentativer Studien zu Elternanliegen ist es u.a. weit mehr als irritierend, dass mit der Einführung der Ganztagsschule nach §4a Schulgesetz die Bezuschussung für freiwillige Bildungs- und Betreuungsformen im Grundschulalter „gekippt“ wurde (u.a. Hort, Kernzeit, flexible Nachmittagsbetreuung). Es wird dadurch zusätzlich ignoriert, dass der Hort als freiwilliges Angebot ebenfalls einen Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsauftrag (§ 22 Abs. 3 SGB VIII) hat.

Petition in Zeichnung - Herzlichen Dank - wir bitten Sie auch weiterhin um Ihre Unterstützung für Grundschule: für ECHTE Wahlfreiheit und Freiwilligkeit im Ganztag!

01.12.2016 13:00 Uhr

Liebe Petitionszeichner/innen,

bisher haben über 1.300 Zeichner/innen dieser Petition gezeichnet und damit aktiv unterstützt. Sie sind eine/r davon! Wir danken Ihnen für Ihr Vertrauen, für Ihre persönlichen Kommentare oder Beiträge in der Pro-/Contra-Debatte.

Eine Petition lebt vor allem von ihrer Verbreitung und ihrem Bekanntheitsgrad. Wir bitten Sie daher herzlichst, uns weiter bei der Verbreitung dieser Petition zu unterstützen.

Wie Sie dieser Petition - und damit auch Ihrem Anliegen - dienlich sein können:
- Senden Sie den openPetitions-Link weiter innerhalb Ihres beruflichen und sozialen Netzwerks: www.openpetition.de/petition/online/grundschule-fuer-echte-wahlfreiheit-und-freiwilligkeit-im-ganztag
- Nutzen Sie dabei auch neue Medien wie Facebook oder Whats-App für die Verbreitung
- Reden Sie im Bekannten-, Freundeskreis und unter Arbeitskollegen über diese Petition
- Wenn Sie eine ähnliche Petition zu diesem Thema in der Vergangenheit abgefasst haben für Ihre Kommune, Baden-Württemberg oder landesweit, informieren Sie gerne jene Adressaten bzw. Kanäle
- Nutzen Sie die gegebenenfalls Abriss- /Aushangzettel sowie Unterschriftenformulare, die auf der openPetitionsseite zur Verfügung stehen
www.openpetition.de/pdf/abrisszettel/grundschule-fuer-echte-wahlfreiheit-und-freiwilligkeit-im-ganztag www.openpetition.de/pdf/unterschriftenformular/grundschule-fuer-echte-wahlfreiheit-und-freiwilligkeit-im-ganztag) um

Wir informieren Sie:
- Unter Neuigkeiten halten wir Sie auf dem Laufenden. Schauen Sie vorbei:
www.openpetition.de/petition/blog/grundschule-fuer-echte-wahlfreiheit-und-freiwilligkeit-im-ganztag

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung und aktive Mithilfe.
Eine schöne Adventszeit wünscht Ihnen

Ihre
Nicole Weber-Kaiser

Die Petition wird getragen im Bündnis folgender Initiativen:
- Initiative Gute Grundschule Karlsruhe (www.initiative-gute-grundschule-karlsruhe.com), Sandra Stengel
- Elterninitiative bedarfsorientierter Hort - wir bewegen Familien, Eggenstein-Leo., Nicole Weber-Kaiser
- Elterninitiative Schülerhort Grazer Straße (Karlsruhe), Corinna Dümas, Meike Junghans
- Initiative zum Erhalt musischer Bildung (www.initiative-zum-erhalt-musischer-bildung.de), Daniel Hennigs, Rainer Bürck

Ganztagsgipfel - - Aufstieg oder Abstieg? Alibi oder Quadratur des Kreises?

01.12.2016 10:58 Uhr

Am 24.11.2016 fand der Ganztagsgipfel in Kornwestheim statt. Die Synthese aus den einzelnen Foren können Sie Online nachlesen unter: www.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/dateien/PDF/161124_Ganztagsgipfel_2016_Forenergebnisse.pdf

Als Initiativen im Bündnis gehen wir sehr davon aus, dass Worte = Taten sind und die Ergebnisse aus den einzelnen acht Workshops ebenfalls Berücksichtigung finden, die nicht in jene "Präsentation für die Bühne" mit eingeflossen sind.

Als aktive Eltern und Initiativen hoffen wir zudem, dass der vergangene Ganztagsgipfel am 24.11.2016 in Kornwestheim nicht den Charakter einer reinen Alibiveranstaltung hatte und sind gespannt, auf Lösungen und Ansätze die ECHTE Perspektive bieten und zwar für ALLE Beteiligten und für jene Eltern, die auch zukünftig offene Ganztagsangebote für ihre Kinder wünschen bzw. ECHTE Wahlfreiheit und Freiwilligkeit im Ganztagsausbau(Halbtagsschule + Hort oder Kernzeit/verlässliche Grundschule, flexible Nachmittagsbetreuung, offene Ganztagsschule mit individuell festlegbarer Teilnahme des Kindes an Bildungs-, Betreuungs- bzw. Förderangeboten).

Liebe Frau Boser, wir haben am Ganztagsgipfel sehr wohl feststellen dürfen, dass die bestehenden Probleme im Ganztag nach §4a SchG nicht nur beim Mittagsband bestehen oder im Zusammenhang mit den Kooperationspartnern zu sehen sind (vgl. Ihre Aussage bei der Debatte vom 23.11.2016). In den Einzelworkshops, in denen wir als aktive Eltern und Vertreter/innen von Initiativen anwesend waren, war der Ruf u.a. von Lehrer/innen, Rektor/innen nach Ressourcen (personell, finanziell, räumliche Ausstattung), Verfahrensvereinfachung, Entbürokratisierung, Qualitätsaspekten dann doch sehr hoch. Da scheinen die Hemmnisse beim Mittagsband eine vergleichsweise kleine Baustelle im Kontext der zu erledigenden Hausaufgaben beim Ganztagsausbau zu sein.

Dass man mir nahe legen wollte, vielleicht dann doch lieber einen anderen Workshop zu besuchen, weil unsere Eltern-Anliegen in jenem scheinbar nicht themenzugehörig sind – ging es um Zwischenbilanz und Handlungsbedarf im Ganztag nach §4a SchG - , das offenbart mir, dass ich an der genau richtigen Stelle war, denn das Thema ist im Kern ein wichtiges und ernstes und mit Blick auf gesellschaftliche Auswirkungen alles andere als Kabarett.

Ach ja, und wenn dann noch der Wunsch bei Ganztagsschule nach Räumen und Gegebenheiten wie im Hort hörbar wird, dann ist das interessant....wir haben und hatten diese Räume/ gewachsene Infrastruktur vielerorts schon.

Liebe Frau Dr. Eisenmann, liebes Kultusministerium, für den kommenden Termin zum Ganztagsgipfel II ("reloaded") am 15. Mai 2017 hat das Ministerium ja noch die Möglichkeit, dass es dieses Mal mit der offiziellen Einladung klappt an die Initiativen und aktiven Eltern - am möglicherweise fehlenden „13. Tellerchen“ wie bei Dornröschen muss es ja wohl nicht scheitern, oder?

Welche Antworten oder Fragen aus der Zeit gefallen scheinen (vgl. Frau Dr. Eisenmann zum Antrag der FDP nach Wahlfreiheit lt. Debatte am 23.11.), dass darf sich nunmehr offenbaren - - - . Aus meinen Augen ist es sicherlich weit mehr „aus der Zeit gefallen“, als Antwort lediglich einen Ganztagsausbau nach §4a SchG parat zu haben und Fragen nach offenen Betreuungs- und Bildungsangeboten (offene Ganztagsschule) und freiwilligen Betreuungs- und Bildungsformen (verlässliche Grundschule, Hort) sowie sozial und freizeitpädagogischen Angeboten (flex. Nachmittagsbetreuung) unbeantwortet zu lassen oder gar in der Argumentation bei Wahlfreiheit immer wieder auf die "Ganztagsschule in Wahlform“ zu verweisen, in der Eltern jedoch lediglich wählen können zwischen Ganztagsschule mit Schulpflicht oder Halbtagsschule (ohne verlässliche Anschlussbetreuung).

In der Vergangenheit erfolgte Aussagen, wie etwa Betreuung sei "Bällebad" oder Vergleiche der Betreuung mit einem bekannten schwedischen Möbelhersteller, das liefert keinen echten Mehrwert, auch keinen sinnvollen Betrag. Das sind leere Phrasen.

Weiterhin möchten Eltern als Fachexperten ihrer Kinder endlich gehört und ernst genommen werden. Das Thema kann sicher nicht nur an solche "Fachexperten" delegiert werden, die u.a. im Hintergrund eigene (monetäre) Interessen verfolgen im Ganztagsausbau.

Wir empfehlen Ihnen gerne folgendes Buch, das nicht nur an Eltern adressiert ist, sondern an Lehrer, Pädagogen, Wirtschaftsexperten/ Wirtschaftsfachverbände, Politiker aller Ressorts, Unternehmer/innen, Schulverwaltungsräte, Funktionäre in Sport- und Musikverbänden, an Kirchen et al. Das Buch regt an zu einer weit tieferen Debatte an, die es wert ist, dass sie endlich breit geführt wird: „Wider der Verplanung der Kindheit – Ganztagsschule oder Raum zum Leben?“ von Hiltrud Schwetje-Wagner/ Andreas Wagner (Taschenbuch: 176 Seiten, Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht; Auflage: 1, Februar 2016)

Mit freundlichen Grüßen

Ihre
Nicole Weber-Kaiser

Hinweise von Interessensvertretungen zu dieser Petition

29.11.2016 12:53 Uhr

Der "Philologenverband Baden-Württemberg, Interessenvertretung für Lehrerinnen und Lehrer am Gymnasium" hat in seinem jüngsten Newsletter an seine Mitglieder auf diese openPetition hingewiesen. Herzlichen Dank.

Ihre
Nicole Weber-Kaiser
- Petitionsverfasserin -

Kinderzeit ist Spielzeit: Finnische Kinder verbringen wenig Zeit in der Schule und haben die beste Bildung der Welt. Wie geht das?

27.11.2016 14:23 Uhr

This video is from Collective Evolution - Where Do We Invade Next.
Check this: Finnish children spend very little time at school, don't get homework and yet get one of the best educations in the world. How? This will explain.

Finnische Kinder verbringen sehr wenig Zeit in der Schule (20 Stunden die Woche) und haben die beste Bildung der Welt. Wie geht das? Das Video erklärt es. Sie haben nicht nur einen kurzen Schultag, sondern generell ein kurzes Schuljahr...

www.youtube.com/watch?v=4LWyv2or_Z0
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Essenz: "We try to teach them to be happy persons"... "a happy life"..."I want the children to play"...
Kinder brauchen Zeit, um Kind zu sein.
Kinderzeit ist Spielzeit!
Es ist so viel Leben drumherum als das, was in Schule stattfindet.
Kinder brauchen Ermutigung, um sich und andere zu wertschätzen und zu achten - - LIEBE/VERTRAUEN!
Kinder brauchen Pausen, um das Erlernte zu verarbeiten.
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Deshalb engagieren wir uns für ECHTE Wahlfreiheit entsprechend unserer Petition. Denn:
- Jedes Kind ist anders. Familiäre Strukturen sind es auch.
- Wir verweisen auch auf das Grundgesetz Artikel 6.
- Und: "Aufgrund der vielfältigen und teilweise gegenläufigen Ansprüche an die Ganztagsschule kann jedes Ganztagsschulmodell nur ein Kompromiss sein" (Antwort des Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg zum Antrag Drucksache vom 10. Juni 2016; Antwortdatum: 29. Juni 2016; gezeichnet von Dr. Susanne Eisenmann).

Resonanz zur Landtagsdebatte vom 23.11.: "Wird die grün-schwarze Landesregierung den grün-roten Kurs der einseitigen Fixierung auf die Pflichtganztagsschule fortführen oder sich für die Wahlfreiheit einsetzen?“

25.11.2016 03:54 Uhr

**Schauen Sie sich diesen TOP gerne live an**. (Link; siehe unten)

Beobachten Sie, wie und ob die Grünen-Fraktion klatscht nach dem Redebeitrag der CDU-Fraktion (Frau Sylvia Feldner, MdL, CDU-Fraktion) und umgekehrt!

"Koalitionsliebe" in Sachen Bildungspolitik braucht offenbar noch eine gewisse Nachhilfe, Betreuung oder Bildung?

Es wird in dieser Debatte offenbar, dass es da noch Differenzen gibt zu diesem Thema innerhalb der Regierungskoalition von Grün-Schwarz. Die Grünen-Sprecherin (Frau Sandra Boser, MdL, Grünen-Fraktion) betont primär die Qualität im Ganztag nach Schulgesetz §4a, den pädagogischen Mehrwert den er bietet und die Verlässlichkeit, geht dabei nicht auf die Unterschiedlichkeit von Familien, Kindern, Arbeitswelten ein, auch nicht auf Harmonisierungen oder Flexibilisierungen. Hemmnisse sind nur beim Mittagsband und den Kooperationspartnern zu sehen.

Die CDU-Fraktion (Frau Feldner, MdL CDU-Fraktion) spricht davon, dass es nicht mehr um das "ob" des Ganztagsausbaus gehe, sondern um das "wie", und dass es passgenauere Ganztagsangebote bräuchte aufgrund unterschiedlicher Lebensentwürfe. Es geht um mehr Wahlfreiheit, um entlasten statt bevormunden und den Sachverhalt, dass es auch eine ausserschulische Zeit gibt.

Frau Susanne Dr. Eisenmann selbst (Kultusministerin der grün-schwarzen Landesregierung, CDU-Politikerin) erwähnt direkt im Entree ihres Redebeitrags, dass sie die Frage des Antrags nicht verstanden habe, sei sie aus der Zeit gefallen - - .
Sie verweist dann jedoch auf den Ganztagsgipfel zu dem 450 Fachleute eingeladen wurden. Dort wolle sie über mehr Flexibilität, Qualität, Wahlfreiheit, die die Eltern brauchen usw. diskutieren. Und im Mai 2017 (-15. Mai 2017-) gibt es einen weiteren Ganztagsgipfel.

Wir gehen deshalb davon aus, dass Frau Dr. Eisenman, die Frage des Antrags sehr gut verstanden hat - u.a. auch mit Blick auf die Presseinformation vom 20.11.2016 des Städtetags und dessen Forderungskatalog + Vereinfachungsanliegen zu Ganztagsschule UND Schulbetreuung!
Denn selbst Herr Brugger des Städtetags hebt hervor, dass zu respektieren sei, dass ein Teil der Elternschaft flexible Angebote gegenüber verbindlichen Ganztagsangeboten bevorzuge: "Wir müssen respektieren, dass ein Teil der Elternschaft flexible Angebote gegenüber verbindlichen Ganztagsangeboten bevorzugt“.

Sehr geehrte Frau Dr. Eisenmann, wir sind gespannt auf die weiteren Gespräche und die Umsetzungen in die Praxis. Als Initiativen entlassen wir die grün-schwarze Regierungskoalition nicht aus der Gesamtverantwortung und auch nicht aus dem Koalitionsvertrag (u.a. Seite 27): "Schüler, Eltern und Schulen brauchen Verlässlichkeit, aber auch Flexibilität. Neben den Ganztagsschulen bedarf es weiterhin flexibler und modularer Betreuungsangebote. Deshalb wird das Land auch weiterhin kommunale
Betreuungsangebote durch Zuschüsse unterstützen, wenn sich Schulen nicht für die neue Ganztagsschule, sondern für flexible Betreuungsangebote entscheiden."

Die spannende Frage für uns ist, wie die gesetzten Leitplanken des Koalitionsvertrags in der Praxis umgesetzt werden und welche Farbe sich offenbaren wird im Kultusministerium, ist es zumindest mal in CDU-Hand.

Wir hoffen als aktive Elterninitiativen, dass Sie wirklich gute Lösungen im Sinne der Unterschiedlichkeit von Kindern und Familien treffen, die den Umfragen dessen, was Eltern wollen (vgl. z.B. Insa Consulare 2014 etc.) mehr entsprechen als es unter grün-rot der Fall war.

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Die Debatte live zu diesem Thema:

www.landtag-bw.de/home/mediathek/videos/2016/20161123sitzung0181.html?t=0
(Der Top startet bei 2:08:30)
Diesen finden Sie in der Mediathek in Kürze auch nach Kapiteln/Rednern gegliedert; ebenso ein schriftliches Protokoll dieser Debatte

Der Antrag der FDP: www.landtag-bw.de/files/live/sites/LTBW/files/dokumente/WP16/Drucksachen/0000/16_0064_D.pdf

Siehe auch:

fdp-dvp-fraktion.de/pressemitteilungen/kern-erfolgreicher-ganztag-geht-nur-mit-mehr-wahlfreiheit/

Aufforderung des Städtetags: www.staedtetag-bw.de/Ver%C3%B6ffentlichungen/Pressemitteilungen/P-273-2016-Az-200-205-Zumeldung-Ganztagsschulgipfel-24-November-2016-21-11-2016-.php?object=tx,2295.23.1&ModID=7&FID=2295.6205.1&NavID=2295.13&La=1

Koalitionsvertrag: www.gruene-bw.de/app/uploads/2016/05/GrueneBW-Koalitionsvertrag-2016-Entwurf.pdf (S. Seite 26ff)

Heutige Debatte im Landtag zum Thema "Wahlfreiheit" im Landtag - wir sind mit dabei

23.11.2016 10:00 Uhr

Thema: Wird die grün-schwarze Landesregierung den grün-roten Kurs der einseitigen Fixierung auf die Pflichtganztagsschule fortführen oder sich für die Wahlfreiheit einsetzen? (Antrag/ Drucksache 16/64)

Dieses Thema wird heute Vormittag - 23.11.2016 - live im Landtag debattiert. Als Vertreter/innen und Aktive unseres Bündnisses sind wir live mit dabei:
- Daniel Hennigs, Initiative zum Erhalt musischer Bildung
- Nicole Weber-Kaiser, Verfasserin der Petition

Wir werden berichten!