40 Hektar sehr hochwertiges Ackerland soll für die Verlagerung und Vereinigung von zwei REWE-Lagern umgewidmet und überbaut werden. Die Abstimmung darüber erfolgt voraussichtlich Ende Juni: Die Regionalversammlung Südhessen wird voraussichtlich in ihrer Sitzung am 30. Juni 2017 darüber abstimmen, ob REWE ein Areal von 40 ha Ackerland in der Wetterau bei Wölfersheim-Berstadt mit einem Logistikzentrum überbauen darf. REWE hat bereits Lager in Hungen (geschätzt 9 ha Areal) und Rosbach (geschätzt 16 ha Areal), die dort vereinigt werden sollen. Die Lager und ihre Arbeitsplätze sollen in das neue Zentrum „umziehen“. Das Gemeindeparlament von Wölfersheim hat der Bebauung bereits zugestimmt. Im Regionalen Flächennutzungsplan ist das Gelände als Landwirtschaftsfläche verzeichnet. Über eine Veränderung dieses Status muss die Regionalversammlung Südhessen abstimmen. Wir fordern, dies abzulehnen, weil die Überbauung den Zielen nachhaltiger Entwicklung widerspricht.

Reason

Sehr geehrter Herr Arnold, sehr geehrte Regionalversammlung, Boden ist ein Schutzgut, mit dem sparsam und schonend umgegangen werden soll. Dies ist zum Einen gesetzlich festgeschrieben, zum Anderen auch im Koalitionsvertrag der jetzigen Landesregierung und in der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie erklärtes Ziel. Gute Ackerböden sind weltweit knapp und werden durch Bebauung, Klimawandel und Wüstenausbreitung noch knapper. In der Wetterau besitzen wir sehr hochwertige Böden, wie es sie weltweit nur an wenigen Stellen gibt; diese sind daher ein hohes Schutzgut. Dem widerspricht, dass in Wölfersheim-Berstadt durch eine Änderung des regionalen Flächennutzungsplans ermöglicht werden soll, dass REWE dort auf 40ha bisherigen Ackerlandes ein Logistik-Zentrum errichten darf. Unsere Gesellschaft braucht den Ackerboden für die Produktion von wertvollen Lebensmitteln! Es kann nicht sein, dass REWE regionale Lebensmittel bewirbt, aber in der Region den Acker zu ihrem Anbau überbaut. Schon heute ist eine Selbstversorgung mit Lebensmitteln wie Kartoffeln oder Möhren in Hessen nicht gegeben, eine Verschärfung der Situation mit längeren Transportwegen und dadurch mehr Umweltbelastung darf nicht sein. Äcker stellen eine potenzielle Kohlenstoffsenke dar, die wir im Kampf gegen den Klimawandel brauchen. Böden sind nicht vermehrbar und nicht wiederherstellbar; daher stellen sie ein besonders hohes Schutzgut dar. Sie sind Lebensraum vieler Arten. In der Wetterau ist hier besonders der Hamster zu nennen, der durch Zerschneidung der Landschaft Lebensraum verliert und gefährdet ist. Auch zum Schutz der Biodiversität ist eine vermeidbare Überbauung von Acker nicht zu verantworten. REWE hat bereits in Rosbach und Hungen große Flächen in Anspruch genommen; Straßen wurden extra umgebaut. Mehr Arbeitsplätze in der Region sind durch das angestrebte Logistikzentrum nicht zu erwarten, nur eine Verlagerung. Wir sehen in dem geplanten REWE-Zentrum keine Vorteile für die Region, aber viele Nachteile und einen Widerspruch zum Ziel einer nachhaltigen Entwicklung. Darum fordern wir Sie auf, eine Änderung des Regionalen Flächennutzungsplans abzulehnen. In folgenden Gesetzen und Übereinkommen ist der Schutz von Böden vor Überbauung festgehalten: Hessisches Gesetz zur Ausführung des Bundes-Bodenschutzgesetzes und zur Altlastensanierung in der neuesten Fassung vom 27. September 2012: § 1 Dies beinhaltet insbesondere [...] 3. einen sparsamen und schonenden Umgang mit dem Boden, unter anderem durch Begrenzung der Flächeninanspruchnahme und Bodenversiegelungen auf das notwendige Maß,[...]. Gesetz zum Schutz vor schädlichen Bodenveränderungen und zur Sanierung von Altlasten (Bundes-Bodenschutzgesetz - BBodSchG) in der neuesten Fassung vom 31. August 2015: § 4 Pflichten zur Gefahrenabwehr (1) Jeder, der auf den Boden einwirkt, hat sich so zu verhalten, dass schädliche Bodenveränderungen nicht hervorgerufen werden.

Bundesnaturschutzgesetz in der neuesten Fassung vom 6. August 2009: §15 (1) Der Verursacher eines Eingriffs ist verpflichtet, vermeidbare Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft zu unterlassen. [...]

Koalitionsvertrag zwischen der CDU Hessen und Bündnis 90/Die Grünen Hessen für die 19. Wahlperiode des Hessischen Landtags 2014-2019: Boden- und Flächenschutz Unser Ziel ist es, den Flächenverbrauch zu senken und die Ziele der Nachhaltigkeitskonferenz ehrgeizig weiterzuentwickeln. Zum Erhalt dieser natürlichen Lebensgrundlagen setzen wir uns für die schonende, effiziente Nutzung von Flächen und Böden ein. Deshalb werden wir einem übermäßigen Flächen- und Bodenverbrauch entgegenwirken. Daher wollen wir ein Aktionsbündnis ‚Flächen gewinnen in Hessen‘ mit allen relevanten Akteuren gründen.

Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie Neuauflage 2016, S. 159: „Die Inanspruchnahme zusätzlicher Flächen für Siedlungs- und Verkehrszwecke soll [bundesweit] bis zum Jahr 2030 auf unter 30 Hektar pro Tag begrenzt werden“. (Anmerkung: in der „Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie“ von 2002, seit 2004 alle 4 Jahre fortgeschrieben, war das Ziel noch, dies bis 2020 zu erreichen! Dies ist bereits „verwässert“ worden, weil es nicht konsequent durchgesetzt wurde.)

Thank you for your support, NABU Wetterau from Niddatal
Question to the initiator

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News

  • Liebe Freunde des Wetterauer Bodens,
    wir haben eine Nachricht eines Unterstützers erhalten, dass in der Wetterauer Zeitung eine Umfrage zum Thema REWE-Logistikzentrum läuft:

    "Liebe Petitionseinreicher,

    in der online-Variante der Wetterauer Zeitung gibt es eine Abstimmungsmöglichkeit für oder gegen das Logistikzentrum - allerdings überschrieben mit dem Titel:
    "Akteneinsicht zu Rewe-Logistikzentrum bei Berstadt unzulässig?" - Auch im Teaser ist kein Hinweis auf die Abstimmungsmöglichkeit vorhanden.
    Allerdings ging kurz nach der Veröffentlichung die Zahl der Befürworter sprunghaft nach oben. Meine Vermutung: in Rosbach und Hungen wurden die Rewe-Mitarbeiter aufgefordert dort abzustimmen.

    Könnt ihr über die BUND-Verteiler auf die Absstimmung hinweisen?
    Hier der Link: www.wetterauer-zeitung.de/regional/wetteraukreis/friedbergbadnauheim/Wetterau-Akteneinsicht-zu-Rewe-Logistikzentrum-bei-Berstadt-unzulaessig;art472,548832?fbclid=IwAR1KXcrb8q_z3X7Dcw5UHyK9XD3L7szmU82zTkYSHwdYqj-BuwfGLcngOEw
    Danke und viele Grüße,
    Jan"

    Ich habe diese Umfrage heute aufgesucht, sie läuft anscheinend noch. Wenn Jans Vermutung stimmt, ist es sicher sinnvoll, dass alle Gegner des Projektes auch ihre Meinung kundtun. Die Wetterauer Zeitung ist eines der wichtigsten Medien, die die Stimmung in der Region einfangen.
    Am Dienstag werden sich übrigens die Akteure des Bodenbündnisses treffen, um zu beraten, wie wir mit dem Urteil des Gießener Verwaltungsgerichtes umgehen, dass die Klage des BUND nicht zulässig sei, weil sie sozusagen auf der falschen Planungsebene ansetzt. Eine Berufung wurde zugelassen. Ich werde weiter informieren.

    Viele Grüße
    Doris Jensch, NABU Wetterau

  • Liebe Freunde des Wetterauer Bodens,
    Morgen, am 23. Januar, wird die Klage des BUND (erstmals) verhandelt. Um deutlich zu machen, dass der Gegenstand der Verhandlung vielen Menschen wichtig ist, wollen wir um 9:30 Uhr vor dem Gericht eine kleine Kundgebung machen. danach findet um
    10:00 Uhr, Sitzungssaal 103,
    Marburger Straße 4, 35390 Gießen die Verhandlung statt.
    Im Sitzungssaal ist dann Platz für bis zu 40 Leute, die der Verhandlung folgen möchten. Wir bitten alle Gegner des Projektes, die Zeit haben, zu kommen und deutlich zu machen, dass viele Menschen Boden für ein sehr wertvolles Schutzgut halten.

    Als Erinnerung: Außerdem besteht zur Zeit die Möglichkeit, gegen den Bebauungsplan der Gemeinde Wölfersheim für das künftige REWE-Logistikzentrum Stellung zu nehmen. Der BUND und die BI „Bürger für Boden“ haben wieder eine Musterstellungnahme verfasst. Schreiben Sie der Gemeinde Wölfersheim, welche Gemeingüter Sie durch das Projekt bedroht sehen und was Sie persönlich beeinträchtigt. Nur in diesem Verfahren geäußerte Bedenken können auch rechtlich berücksichtigt werden. Die Unterlagen zum Bebauungsplan sind zu finden unter www.woelfersheim.de/Buergerservice/Pressedienst/Bauleitplanungen/c1812.html
    Die Adresse, wohin Sie die Einwände senden können lautet:
    An die Gemeinde Wölfersheim, Hr. Thomas Größer , Hauptstraße 60,
    61200 Wölfersheim
    oder per Email an: thomas.groesser@woelfersheim.de und eschade@plan-es.com
    Letzte Abgabefrist ist der 1.2.2019.
    Vielleicht sehen wir uns morgen, ich werde zum Ausgang des Verfahrens berichten.
    Viele Grüße, Doris Jensch, NABU Wetterau

  • Liebe Freunde des Wetterauer Bodens,
    die nächste Möglichkeit, Einwände gegen das REWE-Projekt zu erheben, steht an. Der Bebauungsplan der Gemeinde Wölfersheim ist offengelegt. Der BUND und die BI „Bürger für Boden“ haben wieder eine Musterstellungnahme verfasst, die ich anhänge. Die große Bitte an Sie: Schreiben Sie der Gemeinde Wölfersheim, welche Gemeingüter Sie durch das Projekt bedroht sehen und was Sie persönlich beeinträchtigt. Nur in diesem Verfahren geäußerte Bedenken können auch rechtlich berücksichtigt werden. Die Unterlagen zum Bebauungsplan sind zu finden unter www.woelfersheim.de/Buergerservice/Pressedienst/Bauleitplanungen/c1812.html
    Die Adresse, wohin Sie die Einwände senden können lautet:
    An die Gemeinde Wölfersheim, Hr. Thomas Größer , Hauptstraße 60,
    61200 Wölfersheim
    oder per Email an: thomas.groesser@woelfersheim.de und eschade@plan-es.com
    Letzte Abgabefrist ist der 1.2.2019.
    Zur Erinnerung: Beim letzten Mal ging es um Einwände gegen die Änderung des Regionalen Flächennutzungsplans. Gegen diese Änderung hat der BUND geklagt. Die Klage wird (erstmals) verhandelt am
    Mittwoch, den 23. Januar 2019,
    10:00 Uhr, Sitzungssaal 103,
    Marburger Straße 4, 35390 Gießen
    Davor soll wieder eine Kundgebung stattfinden, ähnlich der in Frankfurt. Im Sitzungssaal ist dann Platz für bis zu 40 Leute, die der Verhandlung folgen möchten. Wir bitten alle Gegner des Projektes, die Zeit haben, zu kommen und deutlich zu machen, dass viele Menschen Boden für ein sehr wertvolles Schutzgut halten. Sobald ich Details weiß, schreibe ich erneut.
    Weitere Aktivitäten findet man auch bei www.buerger-fuer-boden.org aus Echzell. Dort wurde
    mit Unterstützung der ev. Dekanats ein Treuhandkonto eingerichtet, mit dem Landwirtsfamilien
    unterstützt werden können, wenn diese gegen die Umlegung ihrer Grundstücke klagen müssen.
    Zudem sollen Grundstückseigentümer zwischen dem Gelände und dem Waschbach angeschrieben werden, denn für den Bau von Abwasserleitungen soll Aushub von den Wegen auf Nachbargrundstücken gelagert werden. Auch dies ist ein deutlicher Eingriff in die Böden und sollte nicht zugelassen werden, bei einigen regt sich auch dort Protest.
    Setzen Sie sich weiter mit uns für einen möglichst geringen Flächenverbrauch und für Boden als wertvolles Schutzgut ein. Viele Grüße
    Doris Jensch, NABU Wetterau

pro

In der Wetterau haben wir besonders wertvolles Ackerland, und täglich gehen aus unterschiedlichen Gründen Flächen davon verloren. Weitere Verluste sollten nur für absolut Notwendiges erlaubt werden - das trifft auf das REWE-Vorhaben nicht zu.,

contra

AckerLand mag notwendig sein. Doch was hier nicht angesprochen wird ist dass AckerLand den Lebensraum der Tiere verkleinert. Nehmen wir den Feldhamster von dem hier so groß gesprochen wird. Monokulturen helfen ihm auch nicht weiter. Keinem Tier hilft das. Ich bin auch gegen Rewe aber pflanzt dort lieber Bäume oder lasst eine Wiese mit Wildblumen wachsen für Insekennen.